Was Pferde mir über mich erzählen ….

EQUUS-TRAINING
Führungskräfte- und Teamtrainings
pferdegestütze Seminare
Einzeltrainings
phone: (+43) 6991 15 50 812
mail: office [at] equus-training [dot] at (office [at] equus-training [dot] at)
www.equus-training.at

Was Pferde mir über mich erzählen ….

„Wir treffen uns doch zuerst im Seminarraum um die Theorie besprechen?“ fragte mich Frau Susanne M. zum Abschluss unseres Telefonates. Ich lächelte: „Nein, wir starten direkt mit den Übungen am Pferd“. „Oh“, kam es überrascht vom anderen Ende der Leitung, „ich bin schon sehr gespannt.“

Wir Menschen sind in der heutigen Zeit sehr kopflastig geworden.  Kommunikation wird im Wesentlichen auf die Macht des gesprochenen Wortes reduziert. Wichtiger jedoch als Worte, ist die non-verbale Kommunikation. Aufgrund der starken Wirkung der Körpersprache, kommunizieren wir immer, auch dann, wenn wir nichts sagen, da unser Körper für uns spricht. Und genau das wollen wir uns beim Training mit dem Partner Pferd zu Nutze machen. Hier geht es um gelebte Erfahrung mit besonders großer Nachhaltigkeit.

Unser erstes Treffen findet direkt im Stall statt. „Columbus“ steht schon geputzt bereit und wartet freudig auf seinen Einsatz. Auf dem Weg zur Halle erörtern Susanne und ich die Sicherheitsaspekte. Das Thema, um das es vorrangig geht, haben wir schon am Telefon abgeklärt, wobei ich Susanne darauf hingewiesen habe, dass sich durchaus noch die eine oder andere Türe öffnen kann. Die Kamera ist bereits in der Halle aufgebaut. Das gesamte Training wird gefilmt, um einzelne situationsbezogene Fragen beim Follow up (Nachbesprechung) zu klären. Wir beginnen mit der ersten Übung. Als die Übung an einem Punkt ins Stocken gerät; Columbus tritt ohne Mühe ständig in Susannes persönlichen Bereich ein, woraufhin Susanne zurückweicht; frage ich Susanne: „Wie fühlen Sie sich?“ Aufgrund ihrer Aussage, versuchen wir herauszufiltern, ob ähnliche Situationen, die mit diesem Gefühl zusammenhängen im Alltagsleben existieren. Es sprudelt förmlich aus Susanne heraus, das ursprüngliche Thema findet sich in dieser Konstellation wieder und wird zusätzlich von anderen Eindrücken begleitet. Susanne bekommt nun von mir die Aufgabe, einen Ansatz zu finden, wie sie in dieser Situation ein besseres Gefühl erzeugen konnte. Nach kurzer Überlegung teilte sie mir mit: „Ich würde mich wesentlich besser fühlen, wenn Columbus schneller auf mich reagieren würde und ein oder zwei Schritte weiter weg stehen bliebe!“(=Aufmerksamkeit und Respekt).

Wenn ein Pferd die Führung übernimmt, dann nur aus rein instinktiv bedingter Vorsorge zum Schutz des eigenen Lebens. Zeigt sich der Mensch unsicher oder nicht überzeugend genug, wird es versuchen selbst zu steuern und den Weg zu bestimmen. Will der Mensch diese vom Pferd vorgenommene Rangordnung verändern, muss er an seiner Ausstrahlung/Energie arbeiten. Wenn dies jedoch nur eine Fassade ist, die auf keiner wirklichen inneren Grundlage beruht, wird das Pferd die neue Haltung nicht anerkennen. Authentizität ist gefragt.

Ich ermutige Susanne darüber nachzudenken, welche Aktion sie setzen kann, um dieses neue Ziel zu erreichen. Nach kurzer Überlegung kommen einige Stichworte über Susannes Lippen, die alle mit dem Thema Körpersprache in Verbindung stehen. Der nächste Schritt ist das Umsetzen des Gesagten. Susanne beginnt, bewusst mit ihrem Körper zu signalisieren, dass Columbus einen größeren Abstand einhalten soll. Der erste Versuch ist zaghaft, aber nach dem zweiten Mal stoppt Columbus schon gut einen (Pferd-)Schritt weit entfernt von Susanne. Susanne lächelt, worauf ich gleich die Chance ergreife, um sie zu fragen, wie sich das neue Gefühl nun anspürt? „Es ist so ein gutes Gefühl, ich kann etwas verändern und das ohne Gewalt und viel Aufwand, nur mit meiner persönlichen Aussagekraft!“. Von diesem Zeitpunkt an, verändert sich Susannes komplette Körperhaltung. Sie wirkt selbstsicher und zeigt Selbstvertrauen.

Pferde ergreifen etwas im Menschen, das ihn stärkt und häufig als Initialzündung für Persönlichkeitsentwicklung erlebt wird. An der Grenze der Komfortzone berühren und bewegen die Übungen den Menschen. Der Kontakt mit der Sensibilität dieser Tiere ermöglicht Menschen, wichtige Rückmeldungen über ihr eigenes Verhalten.

Nach einer weiteren Übung schließen wir das Training ab und bringen Columbus zurück auf seine Koppel. Wir suchen uns einen Platz im Warmen um uns das Video der Einheit anzusehen. Die Videokamera wird an den Laptop angeschlossen und die vorangegangen Eindrücke werden nachbesprochen. Anhand von Erklärungsmodellen werden Zustände erläutert und Zusammenhänge entdeckt.  Susanne erklärt mir, was sie empfunden hat und wie sie vorhat, das gerade Erlebte in ihren Alltag einzubauen. Auf Wunsch von Susanne werden wir uns in paar Wochen nochmals zusammen setzen und gemeinsam Resümee über ihre neuen Erfahrungen ziehen.

Pferde spiegeln sozusagen menschliche Befindlichkeiten. Aber nicht nur die Selbsterfahrung, sondern auch die Möglichkeit diese Erkenntnisse im Alltag umzusetzen, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Pferde haben keine über ihre Grundbedürfnisse hinausgehenden Ziele. Sie akzeptieren den Menschen, wie er ist und haben keine Idee der Machtausübung oder Kränkung. Aus diesem Grund können TeilnehmerInnen Rückmeldungen von Pferden eher annehmen als von Menschen.

Bei folgenden Themen kann der Trainer Pferd unterstützend wirken:

·         Verhaltensmuster erkennen – verstehen – ändern

·        Stressminderung in der Eltern-Kind-Beziehung durch Aufzeigen von Beziehungsmustern

·         Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung

·         Umgang mit Macht, Anerkennung und Vertrauen

·         Umgang mit Konflikten

·         Eröffnung neuer Perspektiven durch Erkennung des eigenen Potentials

Für Fragen zu unserem Angebot, dem Ablauf eines Trainings und allem Wissenswerten rund ums Pferd erreichen Sie mich unter 069911550812 oder office [at] equus-training [dot] at (office [at] equus-training [dot] at).

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Zeit!

Martina Höbling

www.equus-training.at