Gewalt

Was ist Gewalt beim Reiten, wann fängt Gewalt an und was bedeutet das Wissen um die Gewalt.

Es gibt in der BRD ca. 1.000.000 Pferde und hunderttausende Reiter.
Was macht die Faszination " Reiten " aus? Es wird sicherlich viele Gründe geben, doch sollte die Liebe zum Pferd der Wichtigste und Vorrangigste sein.
Was bedeutet Liebe, sehr oft wird Liebe mit Selbstliebe verwechselt, was bedeutet, dass es nicht wirklich um das Wesen geht, das man liebt, sondern um einen selbst.
Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind sollte bedingungslos sein, wie sie meistens auch ist, aber kennen wir nicht die Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen, bis hin zu Prügeleien und grausamen Vernachlässigungen.
Sicherlich wird es die Palette auch in der Reiterei so geben, doch dort herrscht noch mehr Unwissenheit, wie in dem vorab genannten Bereich der menschlichen Liebe. Gewalt fängt dort an, wo man mit einem Wesen umgeht, dessen Bedürfnisse man nicht kennt und doch nach seinem guten Glauben mit dem Wesen umgeht. Am schlimmsten ist die Gewalt dort, wo sich das Wesen nicht über sein Leid oder seine Freude äußern kann.
Wie bei den Pferden zum Beispiel, sie können nicht vor Schmerzen schreien, oder ihre Freude zum Ausdruck bringen, außer die Freude, wenn sie nach Stehtagen laufen dürfen und richtig losbocken.
Pferd drücken ihre Freude oft nur durch ihre Gehfreude aus, was aber auch nicht ganz richtig ist, da es Pferde gibt, die kaum laufen können, aber noch immer weitermachen. Wir nennen das dann: Das Pferd hat Herz, Mut, ein Kämpfer. Was wäre, wenn man solch ein Pferd motiviert?
Welcher Pferdebesitzerin geht nicht das Herz auf, wenn das Pferd zur Begrüßung wiehert, selbst mir ist so gegangen, das ein Pferd, welches ich einige Male geritten bin mich scheinbar mit Wiehern begrüßt hat, was mich gefreut hat, da ich dies als Sympathie gedeutet habe.
Ich hatte eine Kundin, die jedes Mal, wenn sie den Stall betreten hat " Jungchen " rief, woraufhin ein schwarzbrauner Wallach, zwei Stallgassen weiter zu wiehern begann. In der Folge erhielt er zur Belohnung
sein Leckerli. Beim Reiten hielt er die Nase fast in der Waagerechten,
ist das Pferdeliebe?
Wenn etwas so funktioniert, wie wir es erwarten, dann ist es gut, was ist mit den anderen? Sie stehen auf, sie bocken, sie werden faul, sie knirschen mit den Zähnen, sie steigen, sie werden geschlachtet, aber vorher schlägt man sie windelweich oder gibt sie bei einem Pferdehändler in Zahlung, damit sie den Weg durch Deutschland machen, oder sie werden irgendwie weitergeritten, mit offenen Mäulern, Schlauchgeräuschen, manchmal nicht einmal gleichmäßig laufend. In einem nahegelegenen Stall habe ich ein Pferd gesehen, das hinten lahm ging. Meine Kollegin ging zu der jungen Frau, die sich als Bereiterin erklärte und sprach sie daraufhin an. Die junge Frau antwortete. „ Das macht sie schon lange“
Oder wie ist das mit den vielen Freizeitreitern, die auf ihren Pferdchen dahin traben in einem Zockeltrab, ohne Reithalfter, aber mit Westernsattel, sie lehnen Gewalt ja ab, oder der Firmenchef, der seinem Pferd ja nichts antut, da er ja nur ins Gelände reitet, von Zeit zu Zeit und ansonsten kann sich das edle Ross auf der Weide vergnügen? Oder der Pferdemensch, der sein Ross im Winter mit fortgeschrittenem Alter auf die Winterkoppel stellt, eine Auszeit für das Ross?
Athrose, in fortgeschrittenem Alter sicherlich bei vielen Pferden zu finden, muss bewegt werden, da sonst die Versteifung der Gelenke voranschreitet.
Wissen wir doch alle inzwischen, das ein Pferd von Natur aus nicht dazu geeignet ist ein Gewicht zu tragen, was bedeutet das für uns?
Damit ein Pferd ein Gewicht tragen kann, muss es in der Lage sein, den Hals fallen zu lassen und den Rücken aufzuwölben. Wie sieht das denn bei den Pferden in der Wildnis aus? Sie fressen ihre Nahrung in der Regel vom Boden und halten ihren Kopf nur dann hoch, wenn sie eine verdächtige Situation vermuten. Also halten Pferde, die aufgeregt sind ihren Kopf hoch, Pferd die gelassen sind, suchen mit der Nase die Tiefe, um mit Hilfe der Oberen Verspannung ihren Rumpf halten und tragen zu können.
Wenn wir also beim Reiten den Pferden den Kopf in die Tiefe ziehen, sie in diese Halsposition zwingen, können wir das nur mit Druck. Da das Pferd ein Fluchttier ist, wirkt sich übermäßiger Druck nur verkrampfend aus. Ein Pferd soll den Hals fallen lassen und ihn nicht mit Hilfszügel und anderen Drangsalierungsmitteln hingezogen bekommen. Selbst bei Korrekturpferden, bei denen der Reiter sehr wohl für ein entsprechende Hals/Kopfpositionierung verantwortlich ist, ist es von höchster Wichtigkeit, binnen kürzester Zeit zum Nachgeben zu kommen. Wenn ein Pferd den Hals nicht fallen lassen kann, hat man als Besitzer die Pflicht nachschauen zu lassen, warum das Pferd nicht loslassen kann. Oder viele der Pferde, die nicht mehr loslassen können, werden dann einfach in der erhöhten Kopfposition geritten, mit dem Vermerk, alles andere sei ja Rollkur. Selbsthaltung, das Zauberwort, wird von den meisten Reitern als die Kopf-Halshaltung definiert, in der das Pferd sich mit der Nasenlinie an der Senkrechten befindet. Die Senkrechte, gibt es denn keinen Rücken mehr??, kein Hinterbein mehr??, laufen wir auf den Armen?? Welchen Wissensstand haben die Reiter, die nur die Haltung des Halses und Kopfes sehen, die glauben mit einer erzwungenen zu tiefen Einstellung in der Arbeit, Pferde in Prüfungen schicken zu können und glauben das wäre gut, warum argumentieren die Reiter so schlecht, sehen wir doch bei unseren Kinder manchmal, wie es geht, angeborene oder erlernte Fähigkeiten zu entfalten, um durch das Wiederfinden unserer Kinder in ihrem berufenen Job, sie glücklich zu sehen, sie integriert in ihrem Umfeld zu sehen, zu sehen, wie sie ein gutes Leben meistern. Das sollte die Liebe sein.....bedingungslos und so sollten wir Pferde sehen, als Wesen, die trotz ihrer Größe und Kraft so schwach sind, das sie sich so selten wehren, immer bestrebt sind ihren aufgezwungenen Aufgaben gerecht zu werden und uns so selten ablehnen.
Alles was wir mit einem Pferd arbeiten muss die psychischen und physischen Bedürfnisse berücksichtigen, wir müssen immer ein Ohr im Pferd haben um seine Probleme, sei es mit den Zähnen, sei es mit der Gesundheit, sei es mit einem Beschlag, sei es mit einem unpassenden Sattelzeug oder mit schlechten Böden zu erkennen. Das Pferd sagt uns nur durch sein Verhalten, das etwas nicht stimmt, wir haben die Pflicht seine Signale richtig zu deuten um ihm keinen Schaden zuzufügen. Dies beinhaltet vor allem, das in allem was wir an ihm machen, wir uns hinterfragen, ggf. eine kompetente Person fragen, ob das was wir machen richtig ist.
Ich persönlich glaube, dass ich ein Leben brauche um alles zu verstehen, aber meine Entwicklung abrupt endet, wenn ich glaube, ich wüsste bereits alles.
Da der Umgang mit dem Pferd so viel Wissen verlangt, braucht es gute, über den Dingen stehende souveräne Reitlehrer, die andere noch nicht so weit entwickelte Reiter mit ihrem bis dahin erworbenen Wissen unterstützen und die Fähigkeit besitzen, wenn sie sich nicht durch korrektes Wissen untermauert, sicher sind, andere kompetente Personen um Rat fragen.
Wenn ich heute die „Fachzeitschriften“ „ St. Georg “, oder die „ Reiterrevue „ lesen,
stelle ich fest, dass meine Betrachtungsweise eigentlich völlig falsch sein muss.
Holt doch die „ Reiterrevue „ im Heft 1 vom Januar 2012, die Themen Handeinwirkung und Piaffen in ihr heft und stellt somit das Groh ihrer Leser auf ein hohes Niveau. Regt sie doch durch ihre Artikel ihre Leser an solche Themen zu diskutieren. Wer solche Themen diskutieren kann, der hat doch die einfachen Sachen selbstverständlich im Griff. Oder im „ St. Georg“, 2 so klappt`s in Kl. S.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Reiterei eine geschlossene Kugel von
größtenteils schlechten Reiter, egal auf welchem Niveau, mit Organisationen und Verbänden ist, die Angst hat dem Kind einen Namen zu geben.
Sahen wir doch in dem Film „Du armes Pferd - Geliebt. gequält. Gedemütigt „
einen freudig strahlenden Dr. Schüle, der erklärt, dass sogar ein Elton John ins Stadion gekommen ist um einen Totilas zu sehen.
Es war doch eigentlich schon immer so, dass Hinterröhre und Unterarm des Vorderbeins eine Parallele sein sollten. Und bei Totilas???? Wenn man sich an den Artikel des St. Georg erinnern möchte „ Dressur pervers vom Juli 2005 „
„ Marionetten-Passagen „ Auszug: „ Bei uns macht das jedes kleine
Dressurmädchen „ die Arbeit mit den Hufschuhen, also mit mechanischen Mitteln, einen spektakulären Bewegungsablauf zu erreichen, um die Menschen zu reizen in die Stadien zu gehen um sich solche Pferde ansehen. Was ist Gewalt??
Oder einen Philippe Karl, der das Hohe Genick propagiert, ohne die Hanke
und den Weg zur Hankenbeugung zu berücksichtigen. Da sehe ich immer wieder „ Reiter „ die mit überhöht getragenen Händen, auf unterbemuskelten Pferden sitzen, die es vielleicht noch schaffen, irgendwie diagonal zu traben, die durch die erhöhte Kopfhaltung und ihren schwung-und ausdruckslosen Trab dem Reiter das Sitzen erleichtern. Irgendwie habe ich gedacht, dass die systematische Gymnastizierung, ein Pferd Muskeln bilden lässt und es mental für die ihm gestellten Aufgaben, die sein Gebäude und seine Psyche zulassen, vorbereiten. Was ist dann Gewalt?? Ich glaube die einen können ihre Gewalt vor einem unwissenden Publikum als Reitsport darstellen, und in den kleinen Reithallen sieht man es teilweise nicht, oder möchte nicht anecken. Wenn Gewalt zu Schlägen wird, dann bemerkt es sogar der Letzte.
Warum ist es so wichtig zu verstehen? Nicht allein der Reitsport leidet unter der versteckten Gewalt, sondern auch wir Menschen. Wir müssen lernen mit allen Dingen besser umzugehen und müssen bei uns beginnen.

Gewalt

Ich darf nur auf den neuen Artikel, hier in der Pferd Plus, mit dem klangvollen Namen "Rollkur, Hyperflexion oder LDR: Die Begriffsverwirrung der FEI" (kann man in der Rubrik "Ausbildung finden") verweisen.
Ich denke, die narzisstischen Pferdebesitzer sollten mitsamt ihren Turnierzöpfchen, Fracks, Zylindern, "korrupten" Richtern, Rollkuren und den anderen Ekeleien einer neuen Regelung unterworfen werden. Leider wird stattdessen haarspalterisch über Begriffe wie "LDR und Rollkur" disskutiert, anstatt diese perfiede Art der Tierquälerei zu verbieten.