Wertschätzung der Pferdezucht

Ein Thema das leider selten bis gar nicht angesprochen wird, jedoch für mich als Reiterin und Züchterin ein wichtiges ist.
Da gibt es Züchter die sich viel Mühe geben, Zeit und Geld aufwenden um ein gutes Pferd für den Markt zu züchten. Und dann stehen sie da, und keiner kauft das Pferd da es zu teuer ist. Dabei sind viele Kosten wie Durchfüttern der Stute, die eigene Arbeitsaufwendung, usw gar nicht einberechnet. Lieber kaufen sie ein Pferd das einfach billig ist, den sie reiten ja nicht auf den Papieren. Nein sicher reitet man nicht auf den Papieren, nur
1. Weis man dann noch eher was man hat
2. Unterstütz man den Vorschritt der Pferdezucht (ohne dem es heutzutage keine so tollen leistungsstarken Pferde gibt)

Erst durch das überlegte Züchten gibt es so tolle leistungsstarke Pferde.
Bald werden nur mehr wenige überlegt Züchten, da man damit rechnen muss das man auf den Kosten sitzen bleibt.
Wo das hinführt kann sich denk ich jeder vorstellen ....

Sicher gibt es Pferde die aus einer Hinterhofanpaarung mit dem Nachbarshengst entstanden sind, jedoch kommen da oft dann die vor Jahren gezogenen Gene von den Großeltern raus.
Es gibt Gründe für Stutbuchaufnahmen und Hengstkörungen, die sind gute Pferde für die Reiter Fahrer zu züchten und um auf weiterer Sicht einen Zuchtfortschritt zu erlangen.

Also wen man möchte das es auch auf längere Zeit gute Pferde gibt, dann bitte darauf achten was ihr kauft.

ganz liebe Grüße Elisabeth

PS: Das ist jetzt so wie ich das im Laufe der Jahre mitbekommen habe, das bedeutet jetzt nicht das jemand von euch ein schlechtes Pferd hat, sondern dass sicher viele wollen das es weiterhin gute Pferde gibt, und damit das so bleibt soll man sich überlegen was man kauft.

Ich bin gespannt zu eurer Meinung dazu

Wertschätzung Zucht

Sicher reiten wir nicht auf dem "Papier", aber bei einem selektiv gezogenen Pferd ist die Wahrscheinlichkeit schon erheblich größer, dass die genetische "Grundlage" stimmt. Bei "Weideunfällen" hat man Glück oder auch nicht.

Wertschätzung der Pferdezucht

Egal ob ein Pferd aus einer Zucht stammt oder ein sogenannter Weideunfall ist, fest steht, daß jeder Pferdehalter, der ein Fohlen nach besten Wissen und Gewissen aufzieht, genügend Kosten bereits innerhalb der ersten drei Jahre hat (Tierarzt, Futter, Pausieren der Mutterstute,etc.).
Der Unterschied zwischen dem Weideunfall und dem durchgezüchteten Pferd ist einzig und allein die Decktaxe.
Wer also ein Pferd unter seinem Wert kauft, der unterstützt Pferdehalter bzw.-händler, die billig Pferde produzieren und dabei nicht auf Gesundheit und Wohlergehen der Mutterstute bzw. Fohlen achten, ansonsten könnten solche Leute kaum überleben.
Leider ist das hierzulande üblich, möglichst günstig ein Pferd zu erwerben.
Meiner Meinung nach dürfte ein 3 bis 4 jähriges, angerittenes Pferd nicht unter 8000€ verkauft werden, ansonsten zahlt es sich für einen seriösen Züchter, der sorgfältig auf seine Nachkommen achtet, überhaupt nicht aus, Pferde zu züchten.
Wer billiger ein Pferd erwirbt, kann davon ausgehen, daß es entweder krank ist oder in der Aufzucht gespart worden ist.

@ Michaela

Manchmal sogar beides....leider.
Dennoch finde ich, dass es auch einen Unterschied im Preis zwischen den Weideunfällen und den selektiert angepaarten Pferden geben muss. Denn bei einem Weidenunfall kannst glück haben, oder auch nicht (z.B. duch diese unüberlegte Anpaarung entstandene Fehlstellungen ec.)

Hallo! Ich interessiere mich

Hallo!

Ich interessiere mich selbst sehr für die Pferdezucht und bin dafür, dass man hochqualitative Pferde züchtet. Trotzdem stimme ich dem Beitrag nicht ganz zu.

"Bald werden nur mehr wenige überlegt Züchten, da man damit rechnen muss das man auf den Kosten sitzen bleibt." Es ist keine neue Entwicklung, dass viele Leute billige Pferde kaufen oder kaufen wollen. Also sehe ich nicht, weshalb sich das gerade jetzt so auswirken soll. Ganz im Gegenteil ist die Warmblutzuct in Ö in den letzten Jahren eher professioneller geworden und hat bessere Pferde hervor gebracht.

Dem Beitrag von Kama könnte ich nicht mehr zustimmen. Das sehe ich genauso.

"Der Unterschied zwischen dem Weideunfall und dem durchgezüchteten Pferd ist einzig und allein die Decktaxe." Stimmt nicht unbedingt. Ein Mischlingspferd wird man kaum auf Schauen usw vorstellen, ein durchgezüchtetes Qualitätspferd sehr viel eher. Das ist auch nicht gratis.

"Leider ist das hierzulande üblich, möglichst günstig ein Pferd zu erwerben." Das ist nicht nur in Österreich üblich. Gegen ein Schnäppchen haben nicht viele Leute etwas.

"Meiner Meinung nach dürfte ein 3 bis 4 jähriges, angerittenes Pferd nicht unter 8000€ verkauft werden, ansonsten zahlt es sich für einen seriösen Züchter, der sorgfältig auf seine Nachkommen achtet, überhaupt nicht aus, Pferde zu züchten." Nachdem nicht alle Züchter wirklich was von ihrem Fach verstehen wär ich auch nicht bereit für jedes X-beliebige Pferd diese Summe auszulegen. Außerdem gibt es auch so etwas wie Angebot und Nachfrage. Es ist wohl ein Unterschied, ob man einen Haflinger oder einen ÖWB verkaufen will. Für 8.000 würde ich ein hochwertiges Pferd erwarten.

Prinzipiell ist meine Meinung, dass Qualität auch etwas kosten darf und dass sich gute Aufzucht usw. natürlich auch im Preis spiegeln dürfen. Aber ich würde niemanden verurteilen, nur weil er versucht günstig zu einem Pferd zu kommen (sofern er dann das Geld für die Haltung aufbringen kann).

@Ladida

Wirklich überlegt hast dir das, was du da von dir gegeben hast net oder?
Die vermeintlichen "Pferdeschnäppchen" sind in Wahrheit oft gar keine.
Das ist die traurige Wahrheit.
3-4 jähriges, angerittenes ÖWB mit TOP-Abstammung um 8000€? du träumst auch ein bissi von den warmen Eislutschern oder? +grins+. Jedem X beliebigen Züchter soll man in der Hinsicht auch nicht vertrauen, dafür bekommst beim Anschauen eines Verkaufspferdes auch den Pferdepass in die Hand gedrückt. DA siehst dann genau, welche Abstammung das Pferd hat und wenn du dich ein bissi mit der Zucht beschäftigt hast, bevor du kaufst, dann wirst auch sehen, welche Qualität das Pferd hat (Vorreiten -wenn das Pferd angritten ist und Probereiten (wenn net angritten,vorführen lassen o.Ä)ist ja selbst verständlich genauso wie die Ankaufsuntersuchung!)
Gruß

Wertschätzung der Pferdezucht.

Hallo Elisabeth.
In der Sache wollt ich dir mal absolut recht geben.
Natürlich reitet man nicht auf den Papieren, doch ein gut durchgezüchtetes Pferd ist einfach kein Vergleich zu einer "Wiesenliebe" (schon mal optisch nicht)
Dies beginnt schon bei den Fohlen, hier kann man eher davon ausgehen, dass diese "klar im Kopf" sind/bleiben wenn man beide Eltern kennt und somit tut man sich auch mit dem Fohlen ABC, sowie dem späteren Einreiten um einiges leichter.
Weiters kauft sich ja kein Mensch ein Pferd um "nur" auszureiten. Früher oder später will jeder mal Dressur bzw. Springunterricht nehmen. Nur was tun, wenn das Pferd für beides nicht einmal geringfügig veranlagt ist (so, ist denke ich auch das Argument der Freizeitreiter zu entkräften, die sich darauf verlassen, dass sie eh immer nur ausreiten gehen)

Da wär ich schon beim nächsten Punkt. Bei einem gut durchgezüchteten Pferd, kann man sich eher darauf verlassen, dass dieses Pferd für die Spate des Reitsports passt, die man sich ausgesucht hat (z.B. zwei "dressurbetonte" Eltern), vielen passiert es hier nämlich, dass sich bei einer gekauften "Wiesenliebe" (Warmblut speziell) ein Traber o.Ä eingeschlichen hat und dann ist der Frust des Pferdebesitzers natürlich groß, wenn gewisse Dinge kaum oder gar nicht funktionieren!

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte nicht sagen, dass jedes Pferd ohne Papiere und Abstammung automatisch "unbrauchbar" ist, aber glücklicher ist man auf lange Sicht bestimmt mit einem Pferd aus gut überlegter Zucht!

Der ethische Punkt ist hier natürlich nicht zu vergessen. Die in Österreich gezüchteten Rassen(Haflinger, Noriker, Lippizzaner, Warmblut,Araber) haben eine sehr lange Zuchtgeschichte hinter sich. Im Laufe der Jahre und bei einigen Fällen auch im Laufe der Jahrhunderte, wurde diese Zucht immer besser strukturiert und für die individuellen Bedürfnisse der Zeit perfektioniert! Dies hat ja alles seine Gründe und darum würde ich persönlich es sehr schade finden, wenn die Österreichischen Zuchtbetriebe (egal ob große oder kleine) mit dieser langen tradition brechen würden, weil sie ihre Fohlen maximal für einen Schleuderpreis verkaufen können.
Schuld sind da die Leute, die alles mit allem kreuzen (z.B.noriker mit Araber -ich wollts auch nicht glauben, aber sowas gibts-) und die Leute, die diesen Fehler der Zucht dann auch noch kaufen (oft in dem naiven Glauben, dass so ein Pferd genauso gut ist wie ein warmblut -kaltblut+vollblut =warmblut oder Vollblut+Warmblut = Warmblut so nach dem motto-)
Hier sollte es strengere Auflagen zum Decken geben (wenn ein angekörter Hengst vorsätzlich eine Stute ganz ohne Papiere deckt, sollte der Hengsthalter mal zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert und mit einer Verwarnung darauf aufmerksam gemacht werden, dass er so dazu beiträgt, die österreichische Pferdezucht kaputt zu machen!) denn auch der Irrglaube 1 guter Elternteil reicht aus für ein Gutes Pferd ...ist weit verbreitet!
Das ist meine meinung zu diesem Thema!

Freu mich auf eine Antwort.
Gruß Ekesch