Wiegt ihr das Futter eurer Pferde genau ab?

Ich habe vor kurzem erst gelesen, dass man die Futterrationen der Pferde genau abwiegen soll, da man sonst vielleicht zu viel füttert.
Also man sollte Kraftfutter, Raufutter,..genau auf den Kilo abwiegen.
Macht ihr das auch? Ich mache das immer so um den Daumen gepeilt, man kennt ja die Faustregel ( ca.1,5 Kilo Heu pro 100 Kilo Pferd) und das Kraftfutter, naja je nach dem wie anspruchsvoll das Pferd gearbeitet wurde.
Würde mich mal interessieren.
Welches Kraftfutter ( von welcher Marke) füttert ihr euren Pferden? Und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Kraftfutter, Raufutter und CO

Hallo. Ich bin der Meinung, dass man die Kraftfutterration nicht nur auf die Arbeit des Pferdes anpassen sollte, sondern auch schauen sollte, wie das futter verwertet wird.
Das mit dem Heu und stroh abwiegen, ist unsinn! (wie willst denn das machen? dich mit einem ballen auf die waage stellen? :))
Ich persönlich füttere ein hochwertiges Müsli und hafer (soll aber nicht heißen, dass das für jedes andre pferd passen muss)

Welche RAsse hast du denn und wie viel arbeitet dein Pferd bzw. wie schauts mit der Futterverwertung aus?

Gruß Ekesch

Naja es ist ein

Naja es ist ein Vollblutaraber, die freizeitmäßiggeritten wird ( also von allem ein bisserl, Dressur, Ausritte, Bondenarbeit)
Und sie ist, wie die meisten Vollblüter ein bisschen schwerfuttrig...

Vollblutaraber fütterung

Also, bei einem Vollblut wäre ich mit dem Kraftfutter eher vorsichtig, versuch mal, ihr mehr heu und stroh zu geben, vielleicht wird sie dann etwas runder (falls sie zu dünn sein sollte)
kraftfutter würde ich so um den daumen herum (kenne das pferd ja nicht, also bitte nicht auf diese angaben verlassen) mal sagen, 2l in der früh und zwei am abend. Geben würde ich ihr einen mix aus weizenkleie, etwas geschrotteter gerste, nährstoffpellets und eventuell ein bisschen hafer. Du kannst auch sonnenblumensamen o.Ä dazutun!

Gruß ekesch

:)

Okay...danke das werde ich mal ausprobieren! :)

Vollblut füttern!

Du musst die Menge halt individuell auf dein Pferd anpassen. Auf jeden fall würd ich mehr raufutter geben, beim Kraftfutter siehst du dann eh, ob der von mir genannte richtwert ungefähr passt, oder ob du erhöhen bzw. weniger geben musst!

Sag mir dann bescheid, wies geklappt hat!

Alles Liebe für dich und dein Pferdchen!

Gruß ekesch

Also, ich habe das jetzt mal

Also, ich habe das jetzt mal mit den 1 Litern in der früh, eineinhalb Liter am Abend ausprobiert, und ich glaube es tut ihr ganz gut. Sie braucht halt extrem, extrem lange bis sie gefressen habe, aber sie hat alle zeit der Welt. :)
Ich gebe ihr eine Mischung aus Heucobs und Vollkornmüsli ( ohne Hafer), dazu einen Löffel Honig und einem Schuss Öl. ( fürs Fell). Das habe ich ihr früher auch schon gegeben, eben nur am Abend, in der Früh hat sie einfach Raufutter bekommen.
Ja...mal sehen, also es sieht so weit ganz gut aus :) Ab und zu schneide ich ihr auch noch Karottenstücke hinein, oder gebe ein paar Apfelleckerlies dazu.
Danke nochmal für den Tipp!
Ich habe noch eine Frage an dich ( von einer Stallkollegin) und zwar, hat die ein Pferd, das jetzt seit drei Monaten nur im Offenstall steht. Bewegung = Null.
Jetzt möchte sie sie wieder reiten ( Stute ist 17, Halfo-Araber) und hat aber extreme Angst davor, dass sie buckelt, durchgeht...ich habe ihr geraten, die Stute vorher zu longieren, laufen zu lassen und dann erst drauf setzen, sie hat aber trotzdem Angst.
Was meinst du? Die Stute ist eigentlich ganz brav, ein bissl energiegeladen und top konditioniert, aber sie hat echt die Panik...
Sie ist drei Monate gestanden, da ihre Besitzerin aus beruflichen Gründen keine Zeit hatte.
Ich versteh ihre Angst auf der einen Seite, auf der anderen Seite auch nicht. Denn selbst wenn die Stute ein paar kleine übermütige Freudenbuckler macht, kann man sich als guter Reiter noch immer im Sattel halten.
Aber sag du, was du meinst!
Danke!

Angst beim Reiten

Also, Angst beim Reiten oder der Arbeit mit dem Pferd ist eigentlich nie gut, weil diese Angst auf das Pferd übertragen wird, dadurch kanns dann schon passieren, dass auch die Stute panisch reagiert, buckelt und ihre reiterin abwirft, was man dann wohl eine self-fulfilling prophecy (zu deutsch selbst erfüllende vorhersage) nennt.

Vielleicht erst mal ein bisschen was grundsätzliches:
Ein Pferd ist ein Herdentier, das heißt, wenn mit dem Pferd gearbeitet wird, dann muss sich das Pferd 1.) seinen Menschen als Herdenchef ansehen, sich also 2.) auf seinen Menschen verlassen können und 3.) immer das Gefühl haben, dass der Mensch immer das "richtige" tut.

Punkt eins bis drei ist in dem Fall wohl nicht gegeben, denn deine Freundin hat ja von haus aus angst, mit ihrem Pferd zu arbeiten, also wird sich das Pferd nicht anschließen und ebenfalls ängstlich reagieren, zum einen weil sie "schwäche zeigt" (was ein Herdenchef in einer Pferdeherde ja nicht tut) und zum andren, weil die Stute ja niemanden sonst hat, an dem sie sich "festhalten" kann (Pferdegendanke: "huhch! ich bin alleine, ohne meine Herde und der einzige, der noch da ist, der hat angst!! Da muss ein schreckliches "Monster" unterwegs sein!!!)

mein erster Tipp wäre folgender: (ich geh mal davon aus, dass du keine angst vor dem Pferd hast und weißt, wie die menschliche Körpersprache aussehen muss -du machst ja horsemanship) Fangt gemiensam an, die Stute wieder zu putzen und mit ihr spazieren zu gehen, meidet "gefährliche Dinge, wie Mülltonnen, Stromkästen, Kanaldeckel, Kinderspielplätze und dergleichen nicht, sondern "zeigt" dem Pferd, dass das etwas "angenehmes" sein kann (z.B. leckerli auf dem Stromkasten) wenn deine Freundin angst bekommt, nimm ihr das Pferd bei solchen Ausflügen ruhig mal ab, stellt euch gemeinsam auf ein stück wiese o.Ä. und lass deine freundin ihr Pferd einfach nur am ganzen körper streicheln (das gibt beiden sicherheit und das Pferd lernt, trotz eines ängstlichem Menschen in ihrer Nähe "cool" zu bleiben)

Mein zweiter Tipp: Wenn das Spazieren gehen komplett "angstfrei" funktioniert, dann wirds zeit, dass beide wieder an die gemeinsame Arbeit unterm sattel herangeführt werden!
Hier ist es noch wichtiger, dass sich deine Freundin "sicher" fühlt (oder dies zumindest ausstrahlt)!
Eine gute Möglichkeit dies zu erreichen ist meiner meinung nach folgende:

Sattelt die Stute und geht mit ihr gesattelt und gezäumt (unbedingt einen Kappzaum oder Knotenhalfter verwenden und longe nicht an der Trense einhängen!!!!) mit Longierausrüstung auf den Reitplatz, führt sie die ersten runden und fangt dann an, die Madame nur im Schritt auf einem sehr großen Kreisbogen zu longieren (wichtig ist, dass jedes unerwünschte Antraben sofort korrigiert wird, hier sollte jemand longieren, der wirklich übung darin hat, bzw. konsequent genug ist, ein "Fehlverhalten" sofort mit Stimmhilfen bzw. Hilfen über den Kappzaum zu korrigieren) longiert auch über gerade linien und baut immer wieder große Volten ein.

Funktioniert die übung im Schritt, kann sie im Trab probiert werden (wieder jede unerwünschte Tempoveränderung sofort -am besten nur mit der Stimme, dies funktioniert erst nach einiger zeit- korrigieren)

später für den Galopp (das Pferd muss auf die Schrittübung, die Trabübung und die Übergangskommandos einwandfrei reagieren, bevor der Galopp angefangen werden kann!!!) würde ich die übung wie folgt abänderen:
in einem großen Zirkel longieren (auf Handgalopp achten!!!) und immer wieder mit der stimme zum trab und schritt durchparieren, 1-2 runden schritt und wieder angaloppieren, so lange bis das Pferd nur noch auf die Stimme das Tempo verändert.

Nun ist es an der Zeit, dass deine Freundin (die jetzt bestimmt schon gesehen hat, dass sie ein liebes und zuverlässiges Pferd hat) diese Übungen selbst probiert (sie sollten auch bei ihr nach einiger Zeit einwandfrei funktionieren bevor es ans Reiten geht)

Mein dritter Tipp fürs Reiten:
Sollte deine Freundin trotz dieser Arbeit immer noch Angst vor dem Reiten haben (keine Sorge, diese Aufbauübungen dürfen ruhig ein paar monate dauern -sie hat ja schließlich auch ein paar monate lang Urlaub gehabt-, bis sich die Stute wieder an die Arbeit gewöhnt hat) würde ich folgendes empfehlen:

Geht wieder zu zweit auf den Reitplatz und bitte deine freundin sich auf ihr Pferd zu setzen (wieder Kappzaum oder Knotenhalfter verwenden) und führe sie, wie bei den Longierübungen von vorhin einfach nur im Schritt durch die Reitbahn. In dieser zeit soll sie einfach nur die bewegung ihres Pferdes genießen (vertrauen zu dem "Pferdeführer" ist für diese Übung unerlässlich), ihr Pferd ruhig während des Schrittführens am hals streicheln und mit ihm sprechen.

nach einiger zeit wird sie sicherer werden, dann können die oben genannten Folgeübungen ohne Longe im schritt (unter Berücksichtigung von Stellung und Biegung) probiert werden.
ACHTUNG!! Für deine Freundin und ihr Pferd wird es nach so einer langen Pause sehr wichtig sein, dass sie jemanden haben, an dem sie sich "festhalten" können (ich schätze nach den Vorübungen, zwar weniger für das Pferd, mehr aber für den menschen +hihihi+), also immer zu zweit Arbeiten (idealerweise immer die gleiche "Begleitperson") Sollte deine

Freundin angst bekommen, ist es wichtig, ihr sofort sicherheit zu geben, sprich wenn sie auf einmal schreit (nur ein beispiel): "OHHH mein GOOOTT!! DA KOMMT EIN TRAKTOR!!! HALT MEIN PFEEERD) wirklich sofort reagieren und das Pferd übernehmen (sie wird sehen, dass dem PFerd "der Traktor" mehr oder weniger egal ist und beim nächsten mal weniger reagieren, weil sie ja die Sicherheit von Pferd und helfer bekommt)

Die Übungen können dann mit zunehmender Sicherheit im Trab und Galopp versucht werden (Aber bitte wirklich nur dann, wenn sie dies von SICH AUS möchte, hier darf man nichts übereilen)

Zum Abschluss noch ein paar grundlegende Dinge:
1.) nichts übereilen, immer alles langsam angehen
2.) wenn Unsicherheiten auftreten, lieber einen Schritt zurück gehen
3.) Immer bedenken, dass ein Pferd keine Maschine ist, was an einem Tag hervorragend funktioniert, kann am nächsten tag so gar nicht klappen
4.) Auch das Pferd ist die Arbeit nicht gewohnt, mit kurzen Einheiten anfangen
5.) Pferd deutlich loben und ausreichend für richtig gemachte Dinge belohnen (ruhig mit einem goodie)
6.) Das Pferd wird den umgang mit Menschen nicht mehr gewohnt sein, hier gilt das Gleiche wie bei einem Jungpferd! Sprich: Unarten immer sofort und deutlich korregieren
7.)Regelmäßige "Kuscheleinheiten" zwischen Pferd und Mensch schaffen Vertrauen und Bindung
8.) Immer eine aufrechte Körperhaltung einnehmen, du bzw. deine Freundin ist der Herdenchef der zweier herde :)
9.) Seinem Vierbeiner ruhig mal vertrauen, nur weil er Schaut, heißt das nicht, dass er gleich buckelnd und schlagend "abhauen" wird
10.) Ab und zu auch mal einen Stehtag gönnen, ungewohnte "sportliche Betätigung" verursacht nicht nur beim Menschen Muskelkater =)

Ich hoffe, dass dir diese Tipps helfen und dem entsprechen wie ihr mit Pferden arbeitet!

P.S. Natürlich gibts noch andre, schnellere Möglichkeiten, sprich das Pferd so lang im Kreis zu "Jagen" bis es pitsch patsch nass geschwitzt ist und das am besten über mehrere Tage. Dann wirds beim Reiten auch ruhig und brav sein, nur solche Schlagwörter wie Vertrauen, gesundes Training, mentale Stärke für den Reiter und Teamwork würd ich damit net in Verbindung bringen! *__*

Ich wünsch euch viel glück und erfolg und würd mich sehr freuen, wenn ihr mich auf dem Laufenden halten würdet!!!

Gruß Ekesch

Also...heute nachmittag war

Also...heute nachmittag war der erste Übungstag. Ich habe mich gestern noch mit meiner Kollegin besprochen und sie meinte, es wäre ihr nur sehr sehr recht, wenn ich das mit ihr machen würde.
Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Pferd ( es ist ein so liebes, treues Tierchen hat halt gerade nur ein bisschen überschüssige Energie, was ja auch logisch ist...) Naja, jedenfalls, wollten wir sie ordentlich putzen. Das wäre auch gleich wieder der erste Schritt zur Annäherung, zum Vertrauen. Eigentlich...Denn schon allein das Holen vom Stall war Stress pur und hat uns sage und schreibe 24 Minuten gekostet. Sie hatte panische Angst, ihrem Pferd das Halfter über den Kopf zu ziehen, dabei hat sich die Stute so gefreut sie wieder zu sehen und hielt auch ganz still, aber meine Kollegin dachte, dass das nur die Ruhe vorm Sturm ist und sie wahrscheinlich gleich wild zum Buckeln beginnen wird...Nach 24 Minuten ( ich hab extra aufs Handy geschaut) hatte sie das Halfter am Pferd und den Führstrick in der Hand. Aber ich wollte, dass sie es macht, Zeit hatten wir ja und hätte ich das alles gemacht, hätte sie sich wieder drücken können und ihrer Angst nicht entgegenwirken können.
Beim Putzen verlief alles ganz gut, bis auf das Huf auskratzen. Die hinteren Hufe wollte sie partout nicht machen. Und dann habe ich sie gemacht, weil ich schon fast angefroren bin...
Ich habe beschlossen, dass die beiden heute nur mal spazieren gehen (im Viereck), streicheln, so kleine Bodenübungen. Das Pferd war voll motiviert und spitzte die Ohren, war umgänglich freundlich und anschmiegsam. Es klappte auch alles sehr gut, und mit der Zeit merkte ich wie die Anspannung meiner Freundin fiel. Und mit ihr merkte ich, wie sich sämtliche Muskeln der Stute entspannten. Während meine Freundin noch angespannt war, fixierte mich die Stute auch mehr und hörte auf meine Kommandos (Sicherheitstrieb) als meine Freundin dann sicherer wurde, wurde ich fast unwichtig. :)
Ich werde es langsam aufbauen, mit viel spazieren gehen, putzen, streicheln...und dann in ca. einer Woche werde ich sie mit ihr longieren. Zuerst mit dann wieder ohne Sattel. Und dann werde ich sie langsam im Schritt durch die Bahn führen...das ganze Programm eben...
Ich habe sie heute auch gefragt, wieso sie solche Angst hat. Und sie meinte, dass das einfach plötzlich so ist, Sie hat Angst, dass sie das Pferd nicht mehr unter Kontrolle hat, dass es sie nicht respektiert usw...
Naja mal schauen, aber die Zeit wirds schon zeigen...

Angst bei der Pferdearbeit

Hallo. Den Ansatz finde ich ganz gut, aber ich finde, dass ihr einen schritt zurück gehen solltet, wenn sogar das "vom der Koppel holen" schon ein Problem darstellt.
Übt im Augenblick nur das Putzen und das "Pferd holen" und wieder wegbringen!
Eine Woche ist bei so arger Panik meiner Meinung nach zu wenig! Ihr solltet da wirklich länger warten, mehr spazieren gehen (geht ruhig nach einer woche mal ins Gelände, es muss ja nicht gleich ein Stundenspaziergang sein) und fangt dann wirklich langsam mit den Longierübungen an! Besonders wichtig ist es, dass das Pferd wirklich vom Boden aus immer korrigiert wird und dass deine Freundin wirklich "sicher ist, in dem was sie tut" bevor sie sich in den Sattel setzt!!

Gebt euch Zeit!!

Viel Glück!

Gruß Ekesch

Ja, da hast du wahrscheinlich

Ja, da hast du wahrscheinlich recht...ist mir gestern Nacht noch gekommen, dass ich ( wir) es noch langsamer machen sollten.
Wie gesagt, das Pferd könnte braver und korrekter nicht sein. Sie hält auf ein kurzes Fingerheben ( ich habe mit ihr schon viele Bodenübungen gemacht, bevor den drei Monaten Stehen)sie läuft an, wenn ich leicht winke, sie geht zurück wenn ich vor ihr mit dem Finger hin und herzeige...also sie ist einfach super und ( aber) auch extrem durch ihre besitzerin irritiert...
es ist schwer...aber das wird schon.

Immer langsam!!

Guten morgen. Immer alles ganz langsam angehen. Ich hab dir ja diese übungen genannt, damit das Pferd weniger von seinem ängstlichen Menschen irritiert werden kann! Solche dinge dauern, lasst euch einfach zeit =)

Also heute und gestern war es

Also heute und gestern war es schon erheblich besser. Sie hat keine Probleme mehr das Pferd zu holen und es zu putzen.
Wir waren heute ein bisschen spazieren und sie hat sich wirklich dabei wohl gefühlt.
Sie meinte auch, dass sie sich gut vorstellen kann, bald wieder zu reiten...naja das wird noch etwas dauern...
Aber sonst läufts super!

Toll, dass es so gut läuft!!

Hallo. Es freut mich zu hören, dass ihr drei so große Fortschritte macht. Trotzdem würde es mich interessieren, warum deine Freundin eigentlich solche Angst vor ihrem Pferd hatte? Ist in der Zeit vor der Stehpause etwas vorgefallen oder gab es einen Zwischenfall mit einem andren Pferd, der so schwerwiegend war?
Wie siehts mit der von dir gegebenen Hilfestellung aus? Habt ihr ein paar meiner Tipps ausprobiert?
Gruß Ekesch

Die Angst meiner Freundin

Die Angst meiner Freundin besteht deshalb, weil sie einmal auf der Weide von einem Pferd getreten wurde. Sie wollte ihr Pferd holen und ein übermütiger junger( frischgelegter!!) Wallach hatte damit anscheinend ein Problem und hat sie getreten. Und seit dem ist diese Angst da von einem Pferd getreten oder überrannt zu werden.
Nur habe ich ihr gestern klar gemacht, dass ihr Pferd weder ein junger, übermütiger Wallach noch ein Pferd ist, welches tritt und das mit Absicht. Ihr Pferd ist die Sanftheit in Person und das hat sie mittlerweile auch verstanden.
Ich bin immer dabei wenn sie etwas mit ihrem Pferd macht, das will sie so, denn allein traut sie sich noch nicht das Pferd von der Weide zu holen. Sie macht wirklich Fortschritte, große Fortschritte und sie ist selber auch stolz auf sich, es schon so weit gebracht zu haben.
Sie hatte früher nichts mit Natural Horsemanship am Hut, hat das eher als Blödsinn und nutzlos abgetan, aber mittlerweile will sie immer mehr über die Pferdepsychologie wissen und fragt mich oft, was mich natürlich sehr, sehr freut!!

Das ist schon verständlich!

Ja, es ist leider so, dass gerade junge Hengste oder wallache oft sehr schlecht bis gar nicht erzogen sind (hätte meinen Pferden nie erlaubt, auch nur ansatzweise so ungezogen zu sein und auf einen Menschen loszugehen), hier gibts aber auch Trainingsmethoden, die auch schon im Fohlenalter angewendet werden können, um das zu vermeiden! Gerade ein Fohlen-3Jähriger gehört richtig erzogen, geformt und vor allem nicht wie ein "Kuscheltier" behandelt. Naja, wie auch immer.

Das ist großartig, aber ich versteh deine Freundin schon! Das ist eine Angst, die nicht so schnell wegzubringen ist!! Ich hab das gleiche Gefühl beim Autofahren auf einer Schnee oder Eisfahrbahn (1x hats mich aus der Kurve ausgetragen und obwohl ich weiß, dass das mit dem neuen auto weniger leicht passieren kann und ich auch viel vorsichtiger fahre ist das eine angst, die wohl nie ganz verschwinden wird)! Was ich damit sagen will ist, dass man solche Ängste und sorgen zwar sehr schnell bekommt, aber sehr schwer wieder wegtrainieren kann! Da hilft wirklich nur ein einfühlsamer Helfer (In dem Fall deiner Freundin ein einfühlsamer Helfer und in späterer Folge vielleicht ein sehr guter, ruhiger Trainer, der bei der Aufarbeitung hilft)

Ein ganz guter Tipp gegen diese Furcht ist vielleicht auch folgender: Geht gemeinsam auf die Koppel, halftert die Stute auf und lasst die Herde ruhig näher kommen. Deine Freundin soll dann wirklich jedem Pferd die flache Hand hinhalten und sich beschnuppern lassen und die anderen Pferde ruhig auch streicheln (Dafür ruhig 20 minuten oder mehr einplanen). So lernen die Pferde sie kennen und wissen, dass sie "nichts zu befürchten haben" und deine Freundin kann sehen, dass ein von sich aus angreifendes Pferd wirklich ein einzelfall ist (hier geht es darum, dass sich dies in ihr unterbewusstsein einprägt, das darf daher auch ruhig ein paar wochen gemacht werden)

P.S. Achtet besonders auf eure körperhaltung (du bist da eh profi, da brauch ich glaub ich nix erklären :))

gruß Ekesch

Ja das mit der Körperhaltung

Ja das mit der Körperhaltung ist bei ihr noch so eine Sache...Sie verhält sich des öfteren dann doch noch wie ein richtiger Mensch/ Raubtier und denkt nicht nach, dass z.B ein Hände in die Höhe reißen, ein Finger weit auseinander spreizen oder eine Umarmungsbewegung für ein Pferd eine andere Bedeutung haben als für den Menschen. Aber das wird schon. Ich spiel jetzt immer Pferd und wenn sie mit einer falschen Bewegung auf mich zu kommt dreh ich mich weg, dann weiß sie, dass sie nicht pferdisch gehandelt hat.
Das schwierigste ist es, den Menschen wirklich klar zu machen, dass Pferde einfach nicht so wie wir denken, sie haben ein völlig anderes Wahrnehmungsvermögen, eben das eines Fluchttieres...
Leider wird das von vielen Leuten so gesehen, dass die jungen Fohlen oder die jüngeren Pferde immer Schmusetiere sind und dass man einem Fohlen nicht klar machen darf wo die Grenzen sind. Bei uns wird dann immer der Beschützerinstinkt und das Kindchenschema geweckt ( große Augen, kleinerer Körper...) und das führt dazu, dass Jünglinge dann oft das machen können/dürfen was sie wollen...
Sie ist auch so ein Mensch, ein Mensch der Tiere zu verniedlicht. Und gerade Pferde brauchen immer eine starke Hand. Sie brauchen ein Leittier und dieses Leittier kann natürlich auch ab und zu geknuddelt werden, die Frage ist doch vielmehr, ob Pferde so etwas wie Liebe oder wirkliche Freundschaft überhaupt empfinden können? Sie glaubt das voll und ganz, aber ich bin mir da nicht so sicher. Freundschaft glaube ich noch am ehesten, vielleicht eine tiefe Zuneigung, aber dass sie Liebe und Hass fühlen, oder besser gesagt fühlen wollen...das sei dahingestellt...
Ich mache ihr immer wieder klar, dass ein Pferd noch immer ein Pferd ist, und kein Stofftier. Ein Pferd will auch so behandelt werden und dem ist es komplett egal ob es jetzt einen Striegel von einer sündteuren Marke hat oder einen Billigstriegel um 90 Cent. Oder ob seine Reiterin/ sein Reiter ein teures Sakko mit einer noch teureren Reithose und den Lederstiefeln anhat oder eine einfache Jeans und ein T-Shirt, das auch mal schmutzig werden kann...
Ich finde es gerade in der Reiterei wichtig, den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren, denn ursprünglich ist das Reiten ja etwas natürliches, das auch ohne jegliche Hilfsmittelchen nur durch Vertrauen und Respekt, funktioniert.
lg Amelie

Da hast du schon recht

Ich geb dir auch vollkommen recht, die körpersprache sollte eigentlich immer in einem "Trockentraining" geübt werden. ABER ich hab da eher die "Angsthaltung" deiner Freundin gemeint.
Das mit dem "Liebe fühlen" ja oder nein kann ich dir nicht beantowrten. Mich freut es trotzdem sehr, wenn meine Tiere auf Abruf aus der herde kommen und mit mir mitkommen (ganz ohne irgnedwelche leckerli, die schlecht für die zähne und noch schlechter für den verstand sind) und das obwohl dann ziemliche Arbeit auf sie wartet. Mich freut es auch um so mehr, wenn sie mir freundlich und vorsichtig ihren kopf auf die schulter legen, mit der bitte "zu schmusen". Ich denke, das man das "liebe fühlen" der Pferde sehen kann wie man möchte, trotzdem glaube ich, dass es ein anderes empfinden ist, als beim Menschen.
Das mit der "starken hand" ist wieder so eine sache! Hast du schon einmal was von den so genannten Smooth Leadern gehört?
Übertreiben muss man es, trotz der meinung der ganzen schlauen horsemanshipmenschen mit dem "Pferd unterdrücken" trotzdem nicht :)

Gruß Ekesch

Nein, das meine ich auch

Nein, das meine ich auch nicht. Es muss alles in einem gewissen Maß bleiben..und ich bin jetzt auch keine, die das Pferd unterdrückt( auf gar keinen Fall!!!). Ich behandle ein Pferd einfach natürlich, weder unterdrückend noch übervorsichtig, das hat man halt so im Gefühl...

Wiegt ihr das Futter eurer Pferde genau ab?

Man sollte die Futtermenge des Pferdes nicht nur abwiegen, sondern auch eine entsprechende Rationsberechnung, abgestimmt auf Körpergröße, Rasse, Alter und vor allem auf den täglichen Energieverbrauch - i.S. von Arbeitspensum - durchführen.
Wobei hier die Menge an Heu als Grundlage dient. Heu bzw. Raufutter, sollte bestenfalls 24 Stunden zur Verfügung stehen. Wichtig sind hier jedenfalls die Fresszeiten einzuhalten, i.S. von keine längeren Fresspausen als max. 3-4 Std - auch in der Nacht! Vor Kraftfuttergaben sollten die Pferde jedenfalls mind. 1/2 Stunde Raufutter gefressen haben.
Kraftfuttergaben sollten in kleinen Mengen erfolgen - max. 500g bei stärkereichem Getreide (Gerste, Mais) bzw. bei Hafer max. 1,2kg pro Ration)- alles andere stört die Darmflora und andere Stoffwechselprozesse (Blutzuckerspiegel!)
Reicht die Menge an Rauhfutter nicht aus (zB. Pferd zu dünn oder nicht leistungsbereit) kann mit entsprechend angepasster Kraftfuttergabe der Mehrbedarf an Engerie und Eiweiß ausgeglichen werden. Bei den meisten Freizeitpferden reicht normalerweise die entsprechende Menge pferdegerechtem Heu aus. Zum Ausgleich von Mineralstoffen, die im Heu fehlen, sollte ein - auf die heimischen Bodenverhältnisse, bzw auf das Heu - abgestimmte Mineralstoffgabe erfolgen. Häufig genügt diese Mineralstoffsuplementierung als mehrwöchige Kur. Eine Dauergabe muss nicht unbedingt erfolgen. Wichtig ist, dass die Zusammensetzung und Menge des Mineralfutters tatsächlich dem Mangel und Bedarf entspricht, damit keine Über-oder Unterversorung entsteht.
Kraftfutter: das für Pferde am Besten verdauliche Getreide ist hochwertiger Hafer oder hochwertige gequetschte Gerste (ego staubarm was bedeutet: wenig Schmutz und wenig Schimmelsporen)
Um einer eventuell einseitigen Aminosäure-Versorgung vorzubeugen, kann mit einem hochwertigen Mischfutter (Müsli) ergänzt werden. Allerdings empfehle ich hier, Müslis mit eher wenigen, aber dafür hochwertige Einzelkomponenten mit wenig Melasse, bzw. zuckerhaltigen Komponenten (max. 2%).
Als gute Ergänzer gelten für mich: Luzerne, Leinsamen, Sonnenblumenkerne,Erbsenflocken (max.4%), Karotten- oder rote Rüben-Stücke sowie Wiesenkräuter, bzw. Brennessel, Birkenblätter, Mariendistlsamen (Achtung bei Kräutern: Heilkräuter haben bestimmte Stoffe, die nicht als Dauergabe geeignet sind!), eventuell auch gute Heucobs aus kräuterreichen Wiesen.
Der Großteil der Pferde bei uns sind eher über- als unterversorgt!
In dem Sinne: weniger ist oft mehr!

Würde das Kraftfutter

Würde das Kraftfutter unbedingt abwiegen. Ich mache das täglich und habe festgestellt, dass im gleichen Becher das Gewicht manchmal um bis zu 30% abweicht (unten oft schwerer, da durch die Lagerung zusammengedrückt,...). Beste Erfahrungen habe ich mit Nösenberger gemacht - es wird in Deutschland erzeugt, hat hohe Qualität und bietet viele Varianten, die für jedes Pferd eine bedarfsgerechte Fütterung ermöglichen (www.noesenberger.de). Der Chef, Herr von zur Gathen, ist sehr kompetent und dank seiner Beratung konnte ich mein schwerkrankes und abgemagertes Pferd wieder in Schuss bringen. Das Futter ist übers Internet oder die Assmannmühlen erhältlich.

Heu abzuwiegen ist sicher völlig unnötig, auch die alte Faustregel passt meist nicht (ist idR zu wenig). Ich gebe soviel Heu, dass immer etwas überbleibt, dann kann ich sicher sein, dass sie genug haben. Zu viel Heu gibt es nicht, das ist ein Gerücht, das sparsame Stallbesitzer in die Welt gesetzt haben (meine Pferde sind mit dieser Fütterung immerhin schon 30 und 25 Jahre alt). Wichtig ist die Qualität, kein Klee, keine sauren Wiesen,..

Kraftfutter abwiegen

Guten Morgen.
Warum verwendet ihr nicht einfach einen genormten Futterbecher aus dem Reitsportgeschäft?

Also wir wiegen das Futter

Also wir wiegen das Futter ebenfalls ab, da ich sehr schlecht im Schätzen bin! So langsam habe ich da zwar ein Gespür für bekommen, aber da die Waage eh bei uns auf dem Hof steht, mache ich davon auch Gebrauch! Im monatlichen Ikea Katalog habe ich neulich so eine Plastiktonne gesehen, die sich wunderbar zum Abfüllen von Stroh, Heu etc. eigent! Hat auch nur 2 euro gekostet!:)