Antibiotika-Resistenzen bei Tieren: Beunruhigende Ergebnisse
Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erstmals eine europaweite Erhebung über Antibiotika-Resistenzen bei Tieren durchgeführt. Die Ergebnisse sind z. T. besorgniserregend.
Die Untersuchung der EFSA (European Food Safety Authority) basierte auf Datenmaterial des Jahres 2009, das aus insgesamt 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zur Verfügung gestellt wurde. Unter die Lupe genommen wurden dabei Resistenzen von Salmonellen- und Campylobacter-Bakterien, die aus Proben von Menschen, Tieren sowie Lebensmitteln stammten.
Die Ergebnisse der Analyse ergaben ein differenziertes, z. T. aber höchst besorgniserregendes Bild. Beunruhigend für die Verfasser der Studie war vor allem das hohe Resistenz-Niveau von Salmonellen, Campylobacter sowie des Indikator-Bakteriums Escherichia coli gegen das in der Humanmediziner wichtige Antibiotikum Ciprofloxacin.
Die Ergebnisse im Detail
Beim Menschen wurden hohe Resistenzen von Campylobacter-Bakterien gegen die Wirkstoffe Ciprofloxacin (47 %), Ampicillin (43 %) und Naldixinsäure (40 %) festgestellt. Die Resistenz gegen ein anderes wichtiges antimikrobielles Mittel – nämlich Erythromycin – war hingegen mit 3,1 % gering.
Bei Salmonellen zeigten die Daten, dass die Resistenzen gegen herkömmliche antimikrobielle Wirkstoffe wie Ampicillin, Tetracyclin und Sulfonamid mit rund 20 % eher moderat ausfielen. Bei den wichtigen Antibiotika Cephalosporine und Fluorchinolone waren die Resistenzen sogar unter 10 %.
Bei Tieren zeigten sich ebenfalls hohe Resistenzen gegen Ciprofloxacin – speziell bei Hühnern (46 % bei Campylobacter Jejuna und sogar 78 % bei Campylobacter coli)) sowie bei Schweinen (50 % bei Campylobacter coli).
Bei Salmonellen zeigte sich ebenfalls ein beunruhigendes Bild: Bei Schweinen zeigten sich hohe Resistenzen gegen die Antibiotika Ampicillin, Tetracyclin und Sulfonamid (47–60 %), bei Rindern war das Resistenz-Niveau etwas geringer (37–40 %), ebenso bei Hühnern (27-33 %).
Antibiotika-Resistenzen sind auch in der Pferdemedizin ein immer größeres Problem, auf das Wissenschaftler seit vielen Jahren aufmerksam machen.
Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse finden Sie hier.
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