Araber / Arabische Pferde
Arabische Pferde gelten als die älteste Hauspferderasse der Welt. Der Araber zieht seit Jahrhunderten die Menschen in seinen Bann – seine Schönheit, seine Eleganz und sein Adel, aber auch seine Härte und Ausdauer sind einzigartig.
Arabische Pferde treten heute in vielen Varianten auf: Als Vollblutaraber bezeichnet man die rein gezogene Variante des Arabischen Pferdes, das zur Gruppe der Vollblüter zählt. Anglo-Araber, Shagya-Araber, Arabische Halbblüter und Araber weisen Einkreuzungen von Fremdblut auf. Asil-Araber sind eine spezielle Form des Vollblutarabers, deren Vorfahren ausschließlich auf Originalaraber der Arabischen Halbinsel zurückgehen.
Mythischer Ursprung
Von Mythen und Legenden umrankt sind sie Anfänge dieser einzigartigen Pferderasse auf der arabischen Halbinsel, die bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen sollen. Erzählungen von Beduinenstämmen berichten, dass bereits 2.000 v. Chr. Wüstenpferde gezüchtet wurden, die nicht nur in den Stammesfehden, sondern auch bei der Jagd und bei Rennen eingesetzt wurden. Die Pferde waren so geschätzt, dass sie sogar in den Zelten der Familien wohnten – wohl auch aus diesem Grund jahrhundertelanger Prägung auf den Menschen sind arabische Pferde bis heute äußerst menschenbezogen und -freundlich. Nach einer anderen Legende sollen die Vollblutaraber auf jene fünf Stuten des Propheten Mohammed zurückgehen, die er bei seiner Flucht nach Medina mit sich führte – Abayyah, Saqlawiyah, Kuhaylah, Hamdaniyah und Hadbah.
Historisch dokumentiert ist der Einsatz von Pferden und Streitwagen bei den Hyksos, den Hethitern und Assyrern sowie den Ägyptern im 2. Jahrtausend v. Chr. – in der Schlacht bei Megiddo 1457 v. Chr. verzeichnet die Beuteliste des siegreichen ägyptischen König Thutmosis III u. a. auch 2.041 Pferde sowie 191 Fohlen und sechs Hengste.
Verbreitung
Über Nordafrika und die von Arabern beherrschte iberische Halbinsel verbreitete sich der Ruf dieser harten, ausdauernden und schnellen Pferde bis nach Mitteleuropa. Ritter brachten von den Kreuzzügen ebenfalls arabische Vollblüter nach Europa, um mit ihnen die europäischen Rassen zu veredeln. Bereits im 16. Jahrhundert wurde das erste Gestüt für reinblütige Araber in Polen gegründet – zahlreiche weitere folgten im 18. und insbesondere im 19. Jahrhundert. Wie alle Pferde wurden auch Araber bevorzugt als Kavalleriepferde im Krieg eingesetzt – hier bewährten sie sich durch ihre Schnelligkeit und ihren Mut. Legendär wurde u. a. der Araber-Schimmelhengst Marengo, der zum Lieblingspferd Napoleons avancierte. Marengo war 1793 in Ägypten geboren und wurde sechsjährig nach Frankreich importiert. 15 Jahre lang trug Marengo seinen Herren auf unzähligen Feldzügen und war auch bei Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 dabei.
In nahezu allen Reitpferdezuchten Europas setzte man arabische Vollbluthengste als Veredler ein. Auch das Englische Vollblut geht auf drei arabische Hengste zurück, die im 17. und 18. Jahrhundert nach Großbritannien gelangten: Byerley Turk, Godolphin Barb und Darley Arabian – alle heutigen englischen Vollblüter gehen auf diese drei Stammhengste zurück.
Erst im 20. Jahrhundert – als Pferde im Krieg nicht mehr benötigt wurden – etablierte sich der Vollblutaber als Freizeit- und Sportpartner. Dank seiner Härte und Ausdauer ist er heute im Distanzreitsport nahezu unschlagbar. Parallel dazu hat die Zucht weltweit ein beachtliches Niveau erreicht: Nationale und internationale Zuchtschauen gibt es in nahezu jedem europäischen Land – hier werden die besten und edelsten Zuchtpferde einem staunenden Publikum präsentiert und von strengen Richteraugen beurteilt.
Exterieur
Typisch für den Vollblutaraber ist die edle Gesamterscheinung mit seinem kleinen, trockenen Kopf mit großen Augen und geradem oder konkavem Profil (Hechtkopf). Das Gebäude ist trocken und in quadratischem Format, charakteristisch ist eine kurze Kruppe mit hohem Schweifansatz. Das Stockmaß liegt zwischen 140 und 156 cm. Einzigartig ist eine anatomische Besonderheit: Der Vollblutaraber ist das einzige Pferd, das (meist) 17 Rippen, fünf Lendenwirbel und 15 Schweifwirbel aufweist – alle anderen Pferderassen weisen 18 Rippen, sechs Lendenwirbel und 16–18 Schweifwirbel auf.
Links:
www.waho.org (World Arabian Horse Organisation)
http://araber-zuchtverband.com (Österreichischer Araber-Zuchtverband)
www.vvoe.at (Verband der Vollblutaraberzüchter Österreichs)
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


News