Barhuf-Haltung: Barfuss auch im Sommer?
Ganz im Gegensatz zum Menschen haben manche Pferde gerade in der heißen und trockenen Jahreszeit Probleme, barfuß zu laufen. Welche Möglichkeiten hat man nun, um sie trotzdem gut durch den Sommer zu bringen.
Eines steht mittlerweile außer Zweifel – der gesündeste Pferdehuf ist jener, der ohne Hufschutz gut auskommt. Denn der lebenswichtige Hufmechanismus – die Verformung der Hornkapsel durch das Auf- und Abfußen des Hufes – entfaltet sich am „Barhuf“ am besten. Dieser Mechanismus wirkt einerseits als Blutpumpe und ist somit für die optimale Blutversorgung des Hufes wichtig, andererseits aber auch stoßdämpfend. Außerdem sagt man unbeschlagenen Pferden eine höhere Trittsicherheit nach.
Trockenzeit
Gerade im Sommer hat man das Problem, dass sämtliche Böden durch lang andauernde Hitze immer trockener und härter werden. Das Hufmaterial der Pferde passt sich daran an und wird ebenfalls trockener und härter. Im Inneren eines gesunden Hufs ist dann trotzdem noch genug Feuchtigkeit enthalten, weshalb es auch wenig förderlich ist, die Hufe im Sommer ständig abzuspritzen – dadurch wird der Huf nur weicher und der Abrieb gefördert.
Abrieb und Nachwuchs
Man kommt nur so lange ohne jeglichen Hufschutz aus, solange der Abrieb am Huf geringer ist als der Nachwuchs. Ebenso können stark ausgebrochene Stellen am Tragrand zu Problemen führen. Das Pferd zeigt dies meist deutlich an: „Pferde, die normalerweise fleißig vorwärts gehen, werden plötzlich triebig und weichen beim Ausreiten gerne vom Weg auf den Grünstreifen aus. Sie treten mit allen vier Beinen kürzer, um den Boden nur so kurz wie möglich zu berühren. Auf der Koppel stehen sie nur herum,“ erzählt Hufschmied Erwin Hartner aus Erfahrung. In so einem Fall ist rascher Handlungsbedarf gegeben, ansonsten kann es zu Huflederhautentzündungen oder sogar Hufrehe kommen.
Tipps für Pferdehalter
– Schon ab Mai muss der Schmied darauf achten, nur das Nötigste vom Tragrand wegzunehmen – mit der Raspel dann nur noch die Kanten abrunden.
– Sollte der Tragrand nach einem Ausritt etwas ausgefranst sein, kann der gut instruierte Besitzer selbst Hand anlegen. Der Huf sollte prinzipiell ca. alle acht Wochen von einem Spezialisten wieder in die richtige Form gebracht werden.
– Diverse Futterzusätze (schon im Winter!) helfen, die Qualität und das Wachstum des Hufhorns positiv zu beeinflussen.
– Hufhärter – am Tragrand eingesetzt – kann bei rechzeitiger (auch schon im Winter) und regelmäßiger Anwendung ebenfalls helfen.
– Hufschuhe können bei Hufverletzungen, in der Umstellungssphase oder bei längeren Ritten, bei dem man die Bodenbeschaffenheit nicht genau kennt, gute Dienste leisten.
– Bei bestehendem Problem mit geschädigten Hufwänden kann man Kunsthorn auf Zwei-Komponenten-Basis aufgetragen – dies härtet und gibt dem Huf Regenerationsmöglichkeit.
– Es gibt Kunststoffeisen ohne Nagellöchter, die auf den Huf geklebt werden können.
– Für kurze Zeit können auch Hufeisen mit schonender Nagelplatzierung – leichte Traber- oder Galoppereisen – helfen.
Die komplette Geschichte finden Sie in Pferdplus 08/2010
Autorin: Petra Gmainer-Wiedemann
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


News