Bekleidungsvorschriften für Pferderennen in Ascot verschärft

Ausgefallene und fantasievolle Hüte sind das Markenzeichen von Ascot. Foto: Archiv

Mit einem strengen Dresscode möchte der Veranstalter der Pferderennen in Ascot das Flair des Traditionsevents retten, das in den letzten Jahren deutlich gelitten hat. Ob es etwas nützen wird, bleibt abzuwarten.


Die Bekleidungsvorschriften bei den Pferderennen in Ascot waren bereits in der Vergangenheit immer wieder verschärft worden – doch hatte dies nur teilweise den erwünschten Erfolg gebracht. Die Pferderennen in Ascot sind traditionell ein gesellschaftlicher Höhepunkt in Großbritannien – speziell am „Ladies Day“ sorgen die extravaganten Hüte der weiblichen Gäste stets für Aufsehen und Bewunderung – in den letzten Jahren aber leider auch für Staunen und Entsetzen. Das noble Flair von Ascot hat in den letzten Jahren deutlich gelitten – immer mehr Rennbesucher ließen bei der Wahl ihrer Garderobe Geschmack und Stilsicherheit vermissen, Ascot drohte zu einer vulgären Parade modischer Verirrungen zu werden.

Alledem wollten die Veranstalter offenbar nicht länger tatenlos zusehen – und verkündeten gestern eine deutliche Verschärfung des Dress Codes, von dem auch die „Royal Enclosure“ betroffen ist, jener kleine, doch elitäre Bereich auf der Rennbahn, in dem sich auch die Mitglieder der königlichen Familie sowie einige Hundert andere geladene Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und Adel während des Rennens aufhalten. Hier sind beispielsweise nur noch knielange Kleider und Röcke erlaubt. Kleider und Tops müssen Träger von mindestens 2,5 cm Breite haben – trägerlose, schulterfreie Kleider oder Tops, Kleider mit Spaghettiträgern oder mit Trägern von weniger asl 2,5 cm Breite sind nicht mehr erlaubt – auch bauchfreie Bekleidung wird nicht mehr geduldet. Ascot solle eine „formellel Angelegenheit“ bleiben, so ein Sprecher, „und nicht eine, bei der man sich kleidet wie in einem Nachtclub“. Dafür mag man Verständnis finden – doch was hat die Veranstalter dazu veranlasst, die sogenannten ,Fascinators' zu verbieten, jene kleinen bis winzigen Hüte, die sich, kunstvoll verziert und in zahllosen Variationen, bei der britischen Oberschicht so großer Beliebtheit erfreuen – etwa auch bei Prinz Williams Ehefrau Kate. Als deklarierter Ascot-Fan muss sie heuer zu einer Kopfbedeckung von mindestens 10 cm Durchmesser greifen, so die neue Richtlinie. Aber daran wird es wohl nicht scheitern.

Das Ziel all dieser Maßnahmen ist klar – Ascot soll wieder jenes Society-Highlight werden, das es einst war und auf das die Welt mit Wohlwollen und Bewunderung blickt. Das war zuletzt nicht immer der Fall: Im Vorjahr sorgte Ascot vor allem durch eine wilde Schlägerei für Schlagzeilen, und das ausgerechnet zum 300. Geburtstag des Events: Vor der royalen Loge und unter den Augen von Queen Elisabeth II. gerieten einige betrunkene Rennbesucher aneinander, bewarfen sich mit Champagner-Flaschen und zerstörten zahllose Tische. „300 Jahre lang war die Veranstaltung das Sommerhighlight der Wohlhabenden. Aber in diesen Tagen scheint es, dass eine Gruppe weniger angesehener Personen die Überhand gewinnt", schrieb die "Daily Mail" damals.

Diese Fotostrecke des Nachrichtenmagazins Spiegel gibt Impressionen von der eleganten, noblen Seite des Pferderennens mit seinen faszinierend und betörenden Hut-Kreationen.

Und auf dieser Seite findet man einige Beispiele des ,anderen‘ Ascot – in dem nicht alles so wirklich elegant und schön ist…

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