Belastetes Gras soll Tod von 22 Pferden verursacht haben
Das Pferdedrama im australischen Kooralbyn im Oktober 2011, bei dem 22 Pferde ums Leben kamen, ist vermutlich durch eine mit Giftstoffen belastete Grassorte verursacht worden – das legt eine unabhängige Analyse nahe.
Auch Pferdplus hatte über die erschütternden Vorkommnisse auf einer Ranch im australischen Kooralbyn berichtet – innerhalb weniger Tage waren dort unter rätselhaften Umständen 22 Quarter Horses und Vollblüter verstorben, nur drei der insgesamt 25 Pferde des Betriebes überlebten. Erste Vermutungen der Gesundheitsbehörden von Queensland gingen dahin, Botulismus oder Zeckenlähmung als wahrscheinliche Todesursache anzunehmen. In beiden Fällen werde fortschreitende Muskellähmung ausgelöst – ein Phänomen, das auch bei den Pferden in Kooralbyn zu beobachten war (siehe auch unseren Bericht dazu).
Nach jüngsten Erkenntnissen könnte jedoch auch noch eine dritte Variante ins Spiel kommen – nämlich eine Vergiftung durch belastetes Weidegras, das berichten mehrere australische Medien. Die Eigentümerin der Ranch, Debbie Lee, hatte die Agrarwissenschaftlerin Kerry Marsh mit Untersuchungen beauftragt – diese schickte Haarproben von zwei der drei überlebenden Pferde in ein Labor und ließ sie analysieren. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Vergiftung durch belastetes Gras die wahrscheinlichste Todesursache ist. Unter bestimmten Bedingungen, etwa nach Frost oder längerer Trockenheit, kann die Grassorte Johnson Gras (Sorghum halepense) Wasserstoffzyanid (Blausäure) bilden – wenn dieses Gift in größeren Mengen von Vieh oder Pferden aufgenommen wird, kann es zum Tod führen. Die Tiere zeigen vor ihrem Tod Symptome, die auch bei den Pferden in Kooralbyn zu beobachten waren.
Endgültige Gewissheit gibt jedoch auch diese jüngste Untersuchung nicht. „Wir werden wohl niemals wissen, was wirklich der Grund war“, so Debbie Lee in einer Stellungnahme. „Ein Labor sagt das – das nächste behauptet genau das Gegenteil.“ Einen Monat nach der Tragödie wurden aus Sicherheitsgründen sämtliche Koppeln vollständig abgebrannt – seither weiden auch wieder Pferde eines benachbarten Gestüts darauf, ohne dass es Probleme gegeben hätte.
Wie Kerry Marsh betonte, könnten mehrere Faktoren zusammen zu dem Drama geführt haben – so sei es durchaus denkbar, dass der Befall mit Zecken zu einer Schwächung des Immunsystems bei den Pferden geführt habe – und diese dann anfällig für die Vergiftung durch Blausäure wurden. Eine Stellungnahme zu ihrer Analyse seitens der Gesundheitsbehörden von Queensland gibt es bislang nicht.
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