CHIO Aachen: Deutschland gewinnt Dressur-Nationenpreis, Rath & Totilas glänzen

Matthias Rath und Totilas zeigten in Aahen eine starke Leistung. Foto: Julia Rau

Der erste Preis der Nationen beim Weltfest des Pferdesports (CHIO, 8.–17. Juli) in Aachen ist entschieden: Deutschland gewinnt nach zwei sieglosen Jahren den Dressur-Nationenpreis vor Großbritannien und den Niederlanden.

Dabei hatte der Donnerstagmorgen für das deutsche Quartett alles andere als gut begonnen: Als vierte der 37 Starter des Grand Prix musste die erste deutsche Mannschaftsreiterin, die WM-Team-Dritte Anabel Balkenhol, mit ihrem WM-Pferd Dablino zurückziehen. Der elfjährige Fuchswallach hatte beim Abreiten für die Prüfung plötzlich in einer Trabverstärkung zu lahmen begonnen und musste zurückgezogen werden. Betretene und enttäuschte Gesichter beim deutschen Team und der deutsche Bundestrainer Holger Schmezer rief sogleich in Erinnerung: „Bei dem gültigen Reglement der Olympischen Spiele mit nur drei Reitern pro Nation ohne Streichergebnis wäre die Mannschaft jetzt schon geplatzt.“ Beim CHIO, wie bei Welt- und Europameisterschaften, besteht eine Mannschaft weiterhin aus vier Paaren, so konnten die verbliebenen drei Paare noch Deutschlands Ehre retten...

Koschel: „Die Prüfung verschlafen!“

Die WM-Team-Dritten Christoph Koschel und Donnperignon fingen noch etwas verhalten an und so der Reiter später, „Donnperignon war top in Form, aber ich habe die Prüfung verschlafen. Ich war von dem Ausfall von Anabel Balkenhol und Dablino noch etwas geschockt und bin sehr auf Sicherheit geritten, denn nun zählte ja jedes Ergebnis für die Mannschaft.“ Im Endresultat des Grand Prix wurde er mit 73,362 Prozent Sechster. Hochzufrieden war hingegen Isabell Werth als zweite deutsche Starterin mit ihrer Leistung auf El Santo NRW, die lange Zeit mit 77,83 Prozent in Führung lag bis sie zuerst von den britischen Vize-Mannschafts- und Einzel-Weltmeistern Laura Bechtolsheimer und Mistral Hojris (80,596) an der Spitze abgelö´st wurden. Aber auch sie sollten nicht die endgültigen Sieger sein, denn das letzte deutsche Paar, Matthias Rath und Totilas, sicherten sich am Ende mit 82,149 Prozent ihren ersten Sieg in der Aachener Soeurs. Für Isabell Werth und den Ehrentusch-Sohn war der Ritt von Aachen eine Bestätigung ihrer bisherigen Leistungen: „Wir müssen noch an Details arbeiten, grundsätzlich aber war dies ein fehlerlosern Ritt.“ Arbeiten muss sie vor allem noch an den Piaffen, während El Santo durch seine Leichtigkeit und Elastizität in den anderen Lektionen und seiner guten Anlehnung überzeugte.

Rath: „Alles bestens funktioniert!“

Begeistert durfte Matthias Rath von seiner Vorstellung mit Totilas, der im Vorjahr unter Edward Gal alle drei Prüfungen in Aachen und damit auch den Titel des Aachen Champions gewonnen hatte, in der Tat sein. An dessen Ergebnis von 83,85 Prozent reichte sein Ergebnis von 82,149 Prozent knapp heran. Matthias Rath zeigte sich denn auch höchst zufrieden: „Ich denke, für können nach dem Special von Wiesbaden, den drei Prüfungen bei der DM in Balve und der heutigen Vorstellung wirklich schon von einer gewissen Beständigkeit sprechen. Bis auf den kleinen Fehler in den Zick-Zack-Traversalen hatte alles bestens funktioniert.“ Pferd und Reiter war ein wirklich ausdrucksvoller Ritt gelungen mit vielen Höhepunkten in den Piaffe-Passage-Touren, den Traversalen und Verstärkungen, auch der starke Schritt war im Grand Prix von Anfang an gelassen.

Cornelissen & Parzival mit Fehlern

Nicht ganz happy war hingegen Laura Bechtolsheimer mit ihrer Leistung: „Ich ärgere mich über mich selbst. Die Fehler in den Einer- und Zweierwechsel und den Zick-Zack-Traversalen muss ich mir selbst zuschreiben.“ Auch Adelinde Cornelissen sagte, sie habe sich verkalkuliert: „Parzival war auf dem Abreiteplatz so gut gegangen, ich hätte mit den Fehlern gar nicht gerechnet.“ Mit 77,34 Prozent wurden die niederländischen Weltcup-Sieger Vierter. Platz fünf ging an die US-amerikanischen WM-Dritten Steffen Peters und Ravel (77,191), die vor zwei Jahren Aachen Champion geworden waren. Den Grand Prix der CDI-Tour, der ebenfalls als EM-Sichtung für die deutschen Dressurreiter gilt, hatte am Abend zuvor Helen Langehanenberg mit Damon Hill (73,106) vor Isabell Werth mit Warum nicht gewonnen (72,915).
Birgit Popp/Pferdplus

Weitere Infos und Ergebnisse finden Sie auf www.chioaachen.de

Pferdplus Probeheft
Ich möchte kostenlos und unverbindlich ein Pferdplus Probeheft bestellen.