CSI Lamprechtshausen: Großer Preis an Scott Brash (GBR) – Platz vier für Julia Kayser
Erst 25 Jahre alt ist der Sieger im Großen Preis des CSI3* in Lamprechtshausen (26.–29. Mai): Der Brite Scott Brash ließ die erfahrene Konkurrenz und seine zehn Mitstreiter im Stechen alt aussehen. Platz zwei ging an den Niederländer Jur Vrieling, Rang vier an Julia Kayser.
Nachdem man am Freitag und Samstag mit intensiven Regenschauern und Unwettern zu kämpfen hatte, erstrahlte am Finaltag die Sonne und lockte das reitsportbegeisterte Publikum nach Lamprechtshausen, die sich auf ein spannendes Stechen im Großen Preis (1,55 Meter) freuen konnten. Die erste Richtmarke setzte der letztwöchige Sieger des Großen Preises in Pforzheim Leon Thijssen (NED), der sein Top- und Paradepferd „Tyson“ sattelte (47,17 Sekunden). Sein Landsmann Jur Vrieling konnte die Führung um elf Hundertstel unterbieten und brauste auf „Sissi van't Schuttershof“ in 47,06 Sekunden ins Ziel. Dass der Jüngste der elf erlesenen StechteilnehmerInnenim am Ende noch schneller sein konnte und sich am Ende den Sieg sicherte, hätte wohl niemand gedacht. Aber der Teilnehmer des britischen WM-Teams von Kentucky pilotierte seinen zehnjährigen Pavarotti-Sohn „Bon Ami“ noch waghalsiger und schneller über den 1,55 Meter hohen Stechparcours und verwies somit die beiden Holländer Vrieling und Thijssen am zweiten und dritten Rang. Da hatte auch die einzige heimische Vertreterin in der Entscheidung, Julia Kayser, das Nachsehen. Sie kam mit ihrem schicken Schimmelwallach „Valdato“ als letztes in die Bahn, blieb wie im Umlauf souverän ohne Fehler und wurde in 48,75 Sekunden Vierte. Über ein starkes Ergebnis konnte sich Iris Murray auf ihrem „Night Flight 2“ freuen: Die Oberösterreicherin ritt eine beherzte Runde, blieb an den Hindernissen ohne Fehler und musste jedoch schlussendlich zwei Strafsekunden auf ihr Konto verbuchen. Dennoch reichte ihr Ergebnis – neben der viertplatzierten Julia Kayser – für die zweite heimische Platzierung (15. Platz), die Weltranglistenpunkte brachte.
Championat ging an Sandor Szasz (HUN)
Unter strömenden Regen wurde am Freitagnachmittag das Championat (1,50 Meter) entschieden. Es ging nicht nur um ein Weltranglistenspringen, sondern auch um die zweite Qualifikation für den Grand Prix. Insgesamt 15 der 71 gestarteten StarterInnen schafften es bei schwierigen Bedingungen ohne Fehler zu bleiben und ihr Ticket für die Entscheidung zu lösen. Dort nützte Sandor Szasz (HUN) die Überlegenheit seines quirligen Hengstes „Moosbachhof´s Goldwing“, dessen Stärke zu hundert Prozent seine Grundschnelligkeit ist. In den Folgen machte er zwar überall einen Galoppsprung mehr, legte jedoch die Wendungen schneller und enger als seine Mitstreiter an und kürte sich zum strahlenden Sieger im Championat. Die Ränge zwei und drei sicherten sich Roelof Bril (NED) und Stefan Eder AUT / S), der mit seinem Grand Prix-Pferd „Chilli van Dijk“ nicht volles Risiko ging. Weiters platziert war der amtierende Casino Gesamtsieger Simon Johann Zuchi, der mit „Apollo v. Pachern“ im Stechen zwei Abwürfe am Anfang des Parcours bekam (13. Platz).
Pius Schwizer (SUI) brillierte im Gold Tour Opening
Seine Stärke und Souveränität im Parcours einmal mehr unter Beweis gestellt hatte die Nummer fünf der Weltrangliste Pius Schwizer (SUI), der mit seinem erst neunjährigen „Verdi III“, dem Siegerpferd des Championats vom CSIO4* in Linz, Julia Kayser am zweiten und Armin Schäfer (SUI) am dritten Rang verwies. Hier konnte sich Lokalmatador Christian Juza mit „Never Des Etisses“ und einer Nullrunde am zehnten Rang platzieren.
Zum Silver Tour Finalsieger kürte sich Oliver Lemmer (GER)
Da am Freitag die Silver Tour aufgrund der intensiven Schauer abgesagt werden musste, wurde das Preisgeld im samstägigen Finale ausgeschüttet. Somit war dieses Weltranglistenspringen das höchstdotierte des gesamten Wochenendes. Aus diesem Grund gestaltete sich der Parcours dementsprechend technisch und selektiv und so kamen am Ende nur zwölf der 66 Gestarteten auch ins Stechen. Hier legte die gefürchtete Simone Wettstein (SUI) am Anfang des Starterfeldes eine fulminante und risikoreiche Runde hin, die kaum noch zu toppen schien. Aber sowohl Julia Kayser als auch Oliver Lemmer (GER) holten die Zeit noch ein und so reihte sich Österreichs Spitzenamazone am zweiten Rang und der Deutsche Erfolgsreiter sicherte sich den Sieg.
Maximilian Schmid (GER) und Maurice van Roosbroeck (BEL) teilten sich den Sieg in der Mächtigkeit
Nur fünf ReiterInnen wagten in der Samstagnacht den Sprung über die imposante Mauer. Bis zu dritten Entscheidungsrunde über 2,00 Meter lag der letztjährige Gesamtsieger Maximilian Schmid mit seinem noch überaus motivierten, 19-jährigen Routinier und Mächtigkeitspezialisten „Damhus Los del Rio“ und der Belgier Maurice van Roosbroeck (BEL) mit seinem um zehn Jahre jüngeren „Shablis vd Zwartwaterhoeve E T“ gleich auf. Zum Wohlergehen ihrer Pferde verzichtete sie auf das vierten und entscheidende Stechen über 2,10 Meter und standen ex aequo am Siegespodest.
Oberösterreichs Josef Schwarz jun. ließ in den Rahmenbewerben aufhorchen
Gleich zweimal konnte sich Josef Schwarz jun. nicht nur über einen Stockerlplatz, sondern auch über einen Sieg freuen. Im Opening der Silver Tour am Donnerstag wurde er hinter Paul Estermann (SUI) Zweiter und das Finale der Bronze Tour, das am Sonntag nach dem Großen Preis im Flutlicht entschieden wurde, sackte er mit einem wahrlichen Husarenritt ein.
Alle Ergebnisse und weitere Infos finden Sie hier sowie unter www.horsedeluxe.at
Mag. Theresa Deisl/Pferdplus
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