Deutsche Pferdezucht schrumpft weiter – negativer Trend setzte sich 2011 fort
Weniger Belegungen, weniger eingetragene Zuchtstuten, weniger registrierte Fohlen – der Trend in der deutschen Reitpferdezucht war auch im Jahr 2011 negativ. Hauptgrund ist, wie die deutsche FN erklärt, die insgesamt schwierige Marktsituation, die viele Züchter verunsichert.
Jedes Jahr gibt die FN in Warendorf einen Überblick über die wichtigsten züchterischen Kennzahlen und deren Entwicklung. Die 25 Zuchtverbände, die unter dem Dach der FN organisiert sind, geben die Zahl der Bedeckungen, der eingetragenen Stuten und Hengste sowie der registrierten Fohlen der verschiedenen Reitpferde-, Pony- und Kaltblutrassen an die Abteilung Zucht der FN weiter und ermöglichen so einen Gesamtüberblick über die deutsche Pferdezucht. Und dieser sieht, wie die aktuellen Auswertungen beweisen, nicht positiv aus. In allen wesentlichen Kennzahlen sind Rückgänge zu verzeichnen:
– Die Zahl der Belegungen ging von 41.487 im Jahr 2010 auf 37.985 im Jahr 2011 zurück das entspricht einem Rückgang von 8,4 %. Zum Vergleich: 2008 wurden noch 52.829 Bedeckungen verzeichnet.
– Die Zahl der eingetragenen Zuchtstuten ist ebenfalls weiter rückläufig: 2011 waren nur noch 64.824 Reitpferdestuten in den Zuchtbüchern registriert, 2010 lag diese Zahl noch bei 68.265 – das entspricht einem Rückgang von 5 %. Zum Vergleich: 2008 waren noch 73.110 Reitpferdestuen eingetragen.
– Die Zahl der registrierten Fohlen ist von 32.158 im Jahr 2010 auf 29.532 (2011) gefallen – auch das ist ein Rückgang von 8,2 %. 2009 waren es noch 34.313 Fohlen.
Rückgänge gab es auch bei den Ponys und Kleinpferden hinsichtlich der Belegungen sowie der Zahl der eingetragenen Zuchtstuten – Zuwächse hingegen bei Kaltlblütern, Schwerem Warmblut.
Der negative Trend insbesondere im Bereich der Reitpferde kommt für die FN-Verantwortlichen jedoch nicht überraschend: „Damit haben wir leider rechnen müssen“, so der Vorsitzende der FN-Abteilung Zucht Theodor Leuchten in einer ersten Stellungnahme. „Der Züchter reagiert mit seiner Zurückhaltung bei den Bedeckungen der Stuten auf die seit einigen Jahren anhaltenden schwierigen Marktbedingungen. Sicherlich sind die Ursachen hierfür sehr vielfältig, aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass wir weiterhin einen Bedarf an Freizeitpferden haben und jedes Jahr über 20.000 neue Turnierpferde eintragen werden. Die Nachfrage nach Pferden ist also nach wie vor stabil“, so Leuchten.
Quelle: fn-press
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