Dramatik in Genf: Kevin Staut gewinnt Weltcup-Qualifikation vor Eric Lamaze

Kevin Staut holte mit Silvana de Hus den Sieg im Weltcup-Springen von Genf (Foto: FEI/Kit Houghton)

Der Weltranglisten-Erste Kevin Staut gewann mit seiner Schimmelstute Silvana das Weltcup-Springen von Genf – Olympiasieger Eric Lamaze kam mit Hickstead auf Rang zwei, der Schwede Rolf-Göran Bengtsson wurde Dritter. Hugo Simon gab im Grundparcours auf.

An Spannung kaum zu überbieten war die Entscheidung im Rolex FEI World Cup Springen beim CHI von Genf (9.–12. Dezember) – mit 200.000,– Schweizer Franken sowie einer exklusiven Rolex-Uhr für den Sieger verheißungsvoll dotierten Prüfung. Im schwierig gebauten Grundparcours des Schweizers Rold Ludi, der die Weitläufigkeit der Palexpo-Arena exzellent zu nutzen wußte, blieben nur acht von 40 Startern ohne Abwurf. Leider nicht darunter war der einzige Österreicher, Hugo Simon – er gab mit Ukinda im Grundumlauf auf.

Olympiasieger Eric Lamaze war mit seinem Hengst Hickstead als Vierter im Stechen an der Reihe – und verdrängte mit einer fehlerlosen Bilderbuchrunde in 32,65 Sekunden die bis dahin führende Portugiesin Lucia Diniz/Lennox von der Spitze. Lamaze konnte alle folgenden Angriffe abwehren – darunter auch den der energisch reitenden Deutschen Meredith Michaels-Beerbaum, die mit Shutterfly das älteste Pferd in dieser Weltcup-Qualifikation ritt, aber bei weitem nicht das schlechteste: Mit fehlerfreien 33,28 Sekunden blieben sie nur wenige Zehntel hinter dem Kanadier und nahmen Rang zwei im Zwischenklassement ein. Auch der Schwede Rolf-Göran Bengtsson blies mit Quintero La Silla zur Attacke – und war mit 32,88 Sekunden zwar schneller als Michaels-Beerbaum, blieb aber ebenfalls hinter Lamaze.
Erst dem letzten Reiter, dem Weltranglisten-Ersten Kevin Staut auf Silvana de Hus, mußte sich Lamaze schließlich doch noch geschlagen geben – wenn auch äußerst knapp: Bei 32,50 Sekunden blieb die Zeit für den Franzosen stehen – 15 Hunderstel Sekunden hatte der 30-jährige Europameister und Mannschafts-Vize-Weltmeister von Kentucky seinem kanadischen Kontrahenten abgenommen. Die Halle tobte – auch wenn kein Schweizer Springreiter den Einzug ins Stechen von Genf geschafft hatte.

Staut kassierte 55.000,– Schweizer Franken sowie den Edelchronometer als Siegprämie – für Eric Lamaze waren es immerhin noch 40.000,–, für Bengtsson 28.000,– und für die Viertplatzierte Meredith Michaels-Beerbaum beachtliche 20.000,– Franken. Kevin Staut ist damit zweifellos der Mann der Stunde im internationalen Springzirkus – er führt weiter in der Rolex FEI Weltrangliste und übernahm mit seinem Genfer Triumph auch die Führung in der Weltcup-Zwischenwertung der Europaliga West.

Vierspänner-Weltcup an Boyd Exell

In der Weltcup-Qualifikation der Vierspänner – stets ein Highlight beim Genfer CHI – siegte Weltmeister Boy Exell aus Australien  mit einer Zeit von 243,60 Sekunden – das war der klare Sieg, und dies trotz eines Abwurfes im Kegelparcours. Auf Rang zwei (254,50 Sek) folgte der Vize-Weltmeister und ewige Kontrahent von Exell, der Niederländer Ijsbrand Chardon. Rang drei ging an den Schweden Tomas Eriksson (256,71 Sek). Exell liegt damit auch in der Weltcup-Zwischenwertung mit 27 Zählern auf Platz eins, gefolgt vom Ungarn Jozsef Dobrovitz (22 Punkte) und dem Niederländer Ijsbrand Chardon (21 Zähler).

Top Ten-Finale an Guerdat

Das Top Ten-Finale, das am Samstag ausgetragen wurde, ist eine Spezialität des CHI Genf: Die zehn besten Springreiter der Welt sind dabei startberechtigt – und sie sind allesamt angetreten, ging es doch schließlich um ein Gesamt-Preisgeld von 250.000,– Schweizer Franken sowie eine Rolex-Armbanduhr für den Sieger. Und hier kamen die Schweizer Spring-Fans voll auf ihre Rechnung – gab es doch einen Heimsieg durch den Eidgenossen Steve Guerdat auf Jalisca Solier, der als einziger in beiden Runden fehlerfrei blieb und sich über 65.000,– Schweizer Franken Preisgeld freuen durfte. Auf Platz zwei landete der Ire Denis Lynch mit Lantinus (4/46,14 Sek.), Dritter wurde der Kanadier Eric Lamaze mit Superhengst Hickstead (4/46,86 Sek.)


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