Dressur-EM Rotterdam: Adelinde Cornelissen holt auch Kür-Titel, Carl Hester erneut Zweiter

Adelinde Cornelissen holte mit Jerich Parzival auch den Kür-Einzeltitel. Foto: Karl-Heinz Frieler

Adelinde Cornelissen und Jerich Parzival sichern sich bei der Dressur-EM in Rotterdam nach dem Special- auch den Kür-Einzeltitel. Der Brite Carl Hester gewinnt mit Uthopia erneut Silber, Patric Kittel aus Schweden wird mit Scandic Dritter. Matthias Rath und Totilas kamen über Platz fünf nicht hinaus.

Das Niveau in der Kür-Entscheidung war noch nie so hoch wie bei dieser Dressur-EM. Insgesamt blieben acht Paare über 80 Prozent – noch vor kurzem wäre diese Marke eine sichere Garantie für eine Einzelmedaille gewesen. In diesem Jahr jedoch nicht.

Nach ihrem Sieg im Weltcup-Finale im April holten sich Adelinde Cornelissen und Jerich Parzival auch bei der EM in ihrer Heimat nach einer fehlerfreien, gut auf die Musik abgestimmten Vorstellung mit 88,839 Prozent den EM-Titel in der Kür. Carl Hester, der seine Kür zum ersten Mal ritt, hatte wie schon im Special in den Einer-Wechseln einen Fehler und wurde Zweiter, war aber überglücklich, „Obwohl ich die Kür noch nie geritten bin, auch nicht im Training und mir in den letzten Tagen nur die DVD, auf der die Musik eingespielt war, zu der von mir zuvor entworfenen Choreographie, hat alles auf den Punkt funktioniert.“

Auch der Schwede Patric Kittel wurde für seine Vorstellung vom den gut 6.000 Zuschauern gefeiert, seine hohe Note von 83,249 Prozent verwunderte aber eher, da sein Fuchswallach keinen klaren Schritt gezeigt hattte und während der gesamten Prüfung deutlich zu eng im Hals ging.

Dasselbe Probleme hatte allerdings auch Matthias Rath mit Totilas. Nach den Gehorsamproblemen des Vortages im Special hatte es für ihn vor allem gegolten, sich gegenüber dem elfjährigen Rapphengst durchzusetzen, was ihm auch gelang. Mit 81,969 Prozent wurde er Fünfter: „Die Piaffen und Passagen waren schon besser als im Special, leider hatten wir wieder Fehler in den Einer- und Zweier-Wechseln, wie in Aachen und Balve. Schade, dass es in diesem Jahr nicht zur Einzelmedaille gereicht hat, aber das ist der Sport. Aber mit über 81 Prozent nach nur sieben Monaten zusammen, bin ich sehr zufrieden und freue mich über unsere Mannschaftssilbermedaille.“
Birgit Popp/Pferdplus
 
Ergebnis Grand Prix Kür
1. Adelinde Cornelissen (NED)/Jerich Parzival, 88,839 %
2. Carl Hester (GBR)/Uthopia, 84,173  %
3. Patric Kittel (SWE)/Scandic, 83,429  %
4. Laura Bechtolsheimer (GBR)/Mistral Hojris, 83,018  %
5. Matthias Rath (GER)/Totilas, 81,696  %
6. Juan Manuel Muñoz Diaz (ESP)/Fuego de Cardenas, 80,982  %
7. Isabell Werth (GER)/El Santo NRW, 80,536  %
8. Helen Langehanenberg (GER)/Damon Hill, 80,446  %

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