Dressur Vierspänner: Boyd Exell übernimmt die Führung

Der Australier Byod Exell setzte sich mit einer Traumdressur auf Platz eins der Zwischenwertung (Foto: FEI/Rinaldo de Craen)

Mit einer überragenden Dressur übernahm der Australier Boyd Exell die Führung in der Vierspänner-Einzelwertung. In der Nationenwertung liegen die USA und die Niederlande punktegleich auf Rang eins.

Schon nach dem ersten Dressurtag hatten der US-Amerikaner Chester Weber und der Niederländer Ijsbrand Chardon punktgleich mit -35,97 Punkten (77,5 Prozent) das Feld der bis dahin gestarteten 13 Fahrer angeführt. Am zweiten Dressurtag mussten sie zwar ihre Führung an den amtierenden Weltcup-Sieger und dreifachen Aachen Champion Boyd Exell abgeben, dafür führen nun aber ihre beiden Mannschaften punktgleich mit -76,16 Punkten die Teamwertung an. Dank des überragenden Ergebnisses von -30,08 Punkten (entspricht 81,2 Prozent der möglichen Punkte) von Boyd Exell rangiert Australien derzeit auf Platz drei (-85,38). Deutschland befindet sich nach der Dressur mit -98,44 Punkten an vierter Stelle der sieben Mannschaften. Allerdings besitzen nur die USA, die Niederlande und Deutschland ein Dreier-Team am Start und haben somit pro Teildisziplin ein Streichergebnis.

Die Niederlande und die USA sind zwar die beiden favorisierten Mannschaften, mit ihrem Dressurergebnis sind die deutschen Fahrer aber alles andere als zufrieden. Schon die Verfassungsprüfung hatte einen schlechten Auftakt gebildet, da Ludwig Weinmayr auf sein Allround-Pferd verzichten und statt dessen mit einem Ersatzpferd im Gespann in die Dressur starten musste. Er sammelte bereits enttäuschende 62,46 Minuspunkte. Am zweiten Dressurtag ruhten die deutschen Hoffnungen auf dem Gespann von WM-Neuling Georg von Stein. Mit seinen 57,86 Minuspunkten war der 38jährige Pferdewirtschaftsmeister aus dem hessischen Modautal aber auch nicht ganz zufrieden, „Es ist schon beeindruckend vor so einer Kulisse zu fahren“, sagte von Stein, „aber ich habe eigentlich mit einem Anfang 50er Ergebnis gerechnet.“

Zwar zufrieden mit seiner Vorstellung, aber nicht mit seiner Bewertung war Christoph Sandmann. Der 43jährige Mannschafts-Weltmeister von 2006 und Einzel-Dritte der WM 2006 und von Aachen 2010 rangiert mit 40,58 Minuspunkten an sechster Stelle der Einzelwertung, „Aus meiner Sicht war ich nicht schlechter als die beiden Fahrer vor mir, Ijsbrand Chardon und Chester Weber, die beide 35,97 Minuspunkte haben. Ich bin in diesem Jahr nur wenige Turniere gefahren, hatte immer Ergebnisse um die 40 und hatte hier das Gefühl, in diese Schublade gesteckt zu werden“, sagte der Speditionskaufmann, der in Kentucky seine fünften Weltreiterspiele bestreitet. Zwischen ihm und den Medaillenrängen in der Einzelwertung liegen noch punktgleich auf Rang vier (-40,19) der Niederländer Theo Timmerman und der US-Amerikaner Tucker Johnson, der gemeinsam mit Chester Weber bereits 2002 bei den Weltreiterspielen in Jerez Mannschafts-Vize-Weltmeister geworden war.  

Zwei Teildisziplinen stehen den Vierspänner-Fahrern noch bevor. Während der Schwierigkeitsgrad der acht Hindernisse des Marathons von den Fahrern als mittelschwer im Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften eingeschätzt wird, besitzen alle großen Respekt vor der hügeligen Geländestruktur.  „Durch das hügelige Gelände wird der Marathon konditionell sehr anspruchsvoll, zumal es am Samstag Temperaturen bis 30 Grad geben soll“, prognostizierte der deutsche Bundestrainer Ewald Meier.
Birgit Popp/Pferdplus

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