Dressur: Werth siegt in München – Superleistung von Renate Voglsang
Bei den Dressurprüfungen der Munich Indoors gab es Siege für Isabell Werth in der Kür und Ulla Salzgeber im Special, Renate Voglsang erreichte nach toller Vorstellung mit Fabriano sensationell Rang vier in der Kür – und Andrea John mit Esperanto Rang drei im Special.
Klein aber fein waren die beiden Starterfelder in den nationalen Dressurprüfungen des Munich Indoors (5.–7. Nov.) in der Münchner Olympiahalle. Im Grand Prix am Samstagmorgen, der als Qualifikation für den Grand Prix Special am Sonntag im Rahmen der Meggle Dressur-Matinee diente, belegten die erfolgreichsten deutschen Dressurreiter des letzten Jahrzehnts die ersten drei Plätze. Die Doppel-Weltmeisterin von 2002 Nadine Capellmann siegte mit Elvis, den sie erstmals seit den deutschen Meisterschaften in Münster im August wieder auf einem Turnier an den Start brachte, vor Ulla Salzgeber mit Wakana und Isabell Werth mit Don Johnson. Den Sieg im Grand Prix als Qualifikation für den Grand Prix Special sicherte sich Isabell Werth mit El Santos vor dem für die Münchner Reitakademie startenden, bayerischen Dressurausbilder Rudolf Widmann mit Curado.
Isabell Werths El Santo macht sich...
Dass El Santo für die fünffache Dressur-Olympaiasiegerin Isabell Werth der Nachfolger ihrer derzeitigen Championatspferde Satchmo und Warum nicht FRH werden soll, liegt schon seit dem letzten Jahr auf der Hand. Sein Sieg in der Grand Prix Kür bei den Munich Indoors mit der championatsreifen Note von 81,35 Prozent hat gezeigt, dass der erst neunjährige Westfalen-Wallach dieses Ziel bereits erreicht hat. Dieser Meinung schließt sich auch seine Reiterin an, „Ich bin mit ‚Earni’ super zufrieden. Er ist eine tolle Kür gelaufen. Es war für ihn das erste Mal, dass er Satchmos Kür mit diesem hohen Schwierigkeitsgrad gegangen ist. Die Kürvorstellung hat bei mir nur wenige Wünsche offengelassen. Mit ihm könnte ich schon jetzt sofort losreiten. Dass wir im Grand Prix noch einige Fehler hatten lag mehr am Jockey, denn am Pferd.“ Auch mit ihrem ein Jahr jüngeren Hannoveraner Wallach Don Johnson, mit dem sie im Grand Prix Special, eine Qualifikation für das Meggle Champions Final 2010/22, am Sonntgvormittag Vierte geworden war, war sie sichtlich angetan: „Für ,Johnny’ war es der erste lange Grand Prix und der erste Grand Prix Special überhaupt. Er legt immer noch Sondereinlagen ein, aber das kann man ihm verzeihen. Er hat auch tolle Momente gezeigt.“
Salzgeber siegt im Special
Den Special gewonnen hatte Ulla Salzgeber mit der zehnjährigen Fuchsstute Wakana mit 71,5 Prozent. „Wakana ist noch nicht so viele Specials gegangen, ohne die Fehler in den Zweier-Wechseln hätten wir noch ein paar Punkte mehr gehabt.“ Grundsätzlich zeigte sie sich entspannter als im Grand Prix, als sie vor allem im Starken Schritt durch einen klappernden Catering-Wagen im Rangumlauf gestört wurde. Spielraum für höhere Noten lassen allerdings auch noch die mit knapper Trittzahl und mit sehr viel Vorwärtsbewegung gezeigten Piaffen. Im Special verlief ihr Ritt am Sonntag ungestört von äußeren Einflüssen, dafür schepperte ein Catering-Wagen bei Nadine Capellmann und Elvis entlang des Hallen-Ovals. Der 14jährige Espri-Sohn zeigte sich jedoch recht unbeeindruckt. Die Sieger des Grand Prix kamen im Special hinter der Olympia-Zweiten von Athen auf Platz zwei (70,208). Die Mannschafts-Olympiasieger von Hongkong boten eine lockere, fehlerfreie Vorstellung und, wie die Reiterin feststellte, so hätte sie sich ein paar Prozent mehr gut hätte vorstellen können. Der Modus von höchstens acht Startern pro Tour soll auch in Zukunft beibehalten werden, so Veranstalter Volker Wulff.
Erfolgreiche Österreicher
Zahlreich vertreten waren dabei in diesem Jahr die österreichischen Dressurreiter. Am erfolgreichsten verliefen die Munich Indoors für die in Bayern lebende Renate Vogelsang, die im Grand Prix mit ihrem elfjährigen, eleganten Fabriano Platz drei belegt hatte und in der Kür mit 71,65 Prozent Vierte wurde. „Ich war mit meinem Ritten in München und der ganzen Saison sehr zufrieden. Fabriano hat sich über die Saison gut entwickelt und ist sehr stabil und sicher geworden. Um konstant auf siebzig Prozent reiten zu können, muss ich versuchen, ihn in der Winterarbeit noch gesetzter auf die Hinterhand zu bekommen,“ so die zufriedene Reiterin. Im Vergleich zum Grand Prix deutlich verbessern konnte sich mit ihren Kürvorstellungen die beiden anderen österreichischen Starter dieser Prüfung: Evelyn Haim-Swarovski wurde mit der zehnjährigen Donna Asana mit einem bis auf einen kleinen Fehler in den Einer-Wechseln makellosen Ritt Siebte mit 67,05 Prozent, Christian Schumach wurde mit seinem bereits 18jährigen Auheim Da Vinci Achter mit 66,35 Prozent.
Im Grand Prix Special gab es ebenfalls ein überaus erfreuliches Resultat für Österreich: Die in München lebende Andrea John konnte sich mit ihrem neuen Grand Prix-Pferd, dem neunjährigen, schicken, für Piaffe und Passage hochtalentierten Rappwallach Esperanto nach Platz vier im Grand Prix noch um einen Platz verbessern und mit 65,833 % vor Isabell Werth Rang drei erobern!
Birgit Popp/Pferdplus
Ergebnisse
Dressurprüfung Kl. S, Grand Prix Kür
1. Isabell Werth (GER) mit El Santo 81,350 Prozent
2. Rudolf Widmann (GER) mit Wertheimer 76,05
3. Patrik Kittel (SWE) mit Florett As 72,85
4. Renate Voglsang (AUT) mit Fabriano 71,65
7. Evelyn Haim-Swarovski (AUT) mit Donna Asana 67,05 %
8. Christian Schumach (AUT) mit Auheim's Da Vinci 66,35 %
Dressurprüfung Kl. S, Grand Prix Special
1. Ulla Salzgeber (GER) mit Wakana 71,50 Prozent
2. Nadine Capellmann (GER) mit Elvis VA 70,208
3. Andrea John (AUT) mit Esperanto 65,833
4. Isabell Werth (GER) mit Don Johnson 64,667
5. Matthias Kempkes (GER) mit Corado 61,292
Alle Ergebnisse unter www.engarde.de
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