Edward Gal umjubelter Sieger im Grand Prix, Vici Neunte

Edward Gal hatte allen Grund zum Jubeln – 83,85 % bedeuteten Aachen-Rekord! (Foto: Julia Rau)

CHIO Aachen: Der Grand Prix der CDIO-Tour war ein guter Gradmesser für die Kräfteverhältnisse an der Dressur-Weltspitze – und das stärkste Paar heißt derzeit eindeutig Edward Gal und Totilas. Victoria Max-Theurer erreichte mit Augustin OLD Rang neun.

Mit neuer Rekordpunktzahl für Aachen und überhaupt international im Grand Prix von 83,85 Prozent siegten Edward Gal und Totilas. „Die Begeisterung der Menschen, wenn ich ins Stadium einreite, ist fantastisch. Aber manchmal muss ich mich sehr darauf konzentrieren, dass ich noch die Aufgaben reiten muss,“ so Edward Gal. Am Anfang der Prüfung war sein Rapphengst auch noch recht aufgedreht, während der Aufgabe wurde er allerdings gelassener, zeigte hervorragende Piaffen und Passagen und konnte wiederholt eine Zehn erzielen. Mit 78,541 Prozent hatte seine Landsfrau Adelinde Cornelissen mit Parzival schon zuvor die Meßlatte sehr hoch gelegt. Noch zwischen ihr und der am Ende viertplatzierten Isabell Werth und Satchmo (75,836) schob sich die Britin Laura Bechtolsheimer mit Mistral Hojris (77,295).

Enorme Noten-Differenzen bei Vici

Weit differierten die Noten der nun testweise sieben Richter. Nicht selten lagen drei Punkte zwischen den Noten für die einzelnen Lektionen. Regelmäßig waren zwei Noten Differenz (5-7; 7-9), manchmal sogar mehr als drei. Bei Victoria Max-Theurer und Augustin lagen die Prozentzahlen zwischen  68,723 und 72,979 – was, wären dies die Endnoten, Platz fünf bis 14 bei 38 Startern bedeutet hätte.

Mit 70,79 Prozent wurde das österreichische Paar Neunter. Insgesamt ließen Vici und der Oldenburger Hengst etwas die Leichtigkeit vermissen, die ihnen  sonst inne wohnt, aber so Elisabeth Max-Theurer: „Grundsätzlich sind wir froh, dass er sich so weiterentwickelt. Es war schließlich erst der dritte Grand Prix seit seiner schweren Kolikoperation.  Es ist aber derzeit noch sehr schwierig seine Kraft abzuschätzen und, ob er bei so einem Umfeld mehr oder weniger Arbeit benötigt. Beim Vet-Check und im Training war er noch sehr frech gewesen, so hat Vici ihn nun vorher etwas mehr gearbeitet. Aber insgesamt war die Grand Prix-Vorstellung nicht so schlecht, auch, wenn Augustin etwas unter seinen Möglichkeiten blieb. Ohne die drei Fehler wäre die Note auch noch höher gewesen. Ein Patzer war nach der ersten Passage, dann der Fehler in den Zweier-Wechseln und bei der einen Galoppirouette. Vici braucht wieder das Vertrauen, ihn im Viereck wirklich gehen zu lassen. Aber, es gab auch viele schöne Sachen und die Einer-Wechsel waren ok.“

CDI-Tour

Die internationalen Senioren-Dressurprüfungen beim CHIO Aachen hatte am Mittwochnachmittag und Abend der Grand Prix der CDI-Tour eröffnet, in dem auch alle deutschen Spitzenpaare, außer denen vier, die in der CDIO-Tour Deutschland im Nationen-Preis vertreten, an den Start gingen bzw. drei der Reiter der CDIO-Tour – Isabell Werth, Anabel Balkenhol und Matthias Rath – starteten mit ihren Zweitpferden iin diesem Grand Prix. So gewann die fünffache Olympiasiegerin Isabell Werth mit hervorragenden 76,623 Prozent für einen nahezu tadellosen, mit viel Ausdruck und Esprit vorgetragenen Ritt auf  Warum nicht FRH die Prüfung vor den deutschen EM-Mannschafts-Dritten des Vorjahres Monica Theodorescu und Whisper (70,143).  Dritter wurde ihr Mannschafts-Kollege Matthias Rath  mit Triviant (69,696). In diesem Feld konnte sich Victoria Max-Theurer mit ihrem Hengst Eichendorff, für den es seine Aachen-Premiere war, mit Platz vier (69,666) erfolgreich behaupten. „Vici und Eichendorff waren leider um einen Punkt vom Stocklplatz weg, aber andererseits freuen wir uns auch, dass es nur ein Punkt war. Aus unserer Sicht ist er heute sehr gut gegangen. Er hat sich unheimlich gut entwickelt und ist ein sehr verlässliches Pferd geworden und geht immer mehr aus sich heraus,“ so Elisabeth Max-Theurer.

Pech für Capellman

Pech hatte die Lokalmatadorin Nadine Capellmann mit Elvis. Während ihrer Prüfung setzte das angekündigte Unwetter ein und sie musste ihren Ritt abbrechen. Nach zweistündiger Unterbrechung wurde die Prüfung fortgesetzt. Nadine Capellmann startete als letzte Starterin noch einmal und ihr Ritt wurde ab der Stelle gewertet, an der er vorher abgebrochen wurde. Am Ende war nicht mehr als 69,605 Prozent und Platz fünf für die Doppel-Weltmeisterin von 2002 drinnen.

Transportprobleme mit Kentucky: „Bei jedem Championat dasselbe Theater!“

Ob Victoria Max-Theurer mit Augustin im September an den Weltreiterspielen in Kentucky teilnehmen wird, ist immer noch ungewiss. „Die seitens des Verbandes geforderten siebzig Prozent hat Augustin zwar geschafft, aber es gibt da noch einige Stolpersteine in Sachen Transport,“ so die FENA-Präsidentin, „wir schicken ihn nur auf die Reise über den großen Teich, wenn seine Pflegerin und ein Tierarzt unseres Vertrauens dabei sind, aber da ist das Transportunternehmen Piden sehr unflexibel und wenig bereit ,auf die Kundenwünsche einzugehen. Sie wollen noch nicht einmal, dass ein Pfleger pro Pferd mitfliegt. Ich kann nicht verstehen, dass man nicht einfach die Möglichkeit anbietet und bei zusätzlichen Personen eben einen Flugpreis verlangt. Es ist bei jedem Championat dasselbe Theater, das geht schon so seit Jahren. Es ist auch im Sinne des Pferdes und zu seinem Wohl, wenn pro Pferd ein Pfleger mitfliegt, und ich denke, pro Nation ein Tierarzt sollte ebenfalls möglich sein.“ Definitiver Nennungsschluss ist erst am 16. August, bis dahin müssen die Dinge geregelt sein.
Birgit Popp/Pferdplus

Ergebnisse

Grand Prix der CDIO-Tour
1. Edward Gal (Niederlande) mit Totilas 83.85 Prozent
2. Adelinde Cornelissen (Niederlande) mit Parzival 78,541
3. Laura Bechtolsheimer (Großbritannien) mit Mistral Hojris 77,295
4. Isabell Werth (Rheinberg) mit Satchmo 75,836
5. Imke Schellekens-Bartels (Niederlande) mit Sunrise 73,739
6. Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) mit Donnperignon 72,644
7. Matthias Rath (Kronberg) mit Sterntaler-UNICEF 71,185
8. Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino 71,125

Zwiwschenstand Preis der Nationen nach der ersten von zwei Teilprüfungen
1.    Niederlande 236,14
2.    Deutschland
3.    Großbritannien 209,574

Grand Prix der CDI-Tour
1. Isabell Werth (Rheinberg) mit Warum nicht FRH 76,623 Prozent
2. Monica Theodorescu (Sassenberg) mit Whisper 70,143
3. Matthias Rath (Kronberg) mit Triviant 69,696
4. Victoria Max-Theurer (Österreich) mit Eichendorff 69,666
5. Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis 69,605
6. Helen Langehagenberg (Münster) mit Responsible OLD 69,362


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