EM Springen Madrid: Deutschland souveräner Mannschafts-Europameister

Das deutsche Quartett und Bundestrainer Otto Becker freuten sich über EM-Gold. Foto: Julia Rau

In überlegener Manier holten Marco Kutscher, Carsten-Otto Nagel, Ludger Beerbaum und Janne-Friederike Meyer Gold im Nationenpreis der Spring-Europameisterschaften in Madrid – Silber ging an Frankreich, Bronze an Großbritannien.


Mit den drei fehlerfreien Ritten von Marco Kutscher/Cornet Obolensky, Carsten-Otto Nagel/Corradina und Ludger Beerbaum/Gotha –  blieb das Punktekonto des deutschen Quartetts am Freitag in der zweiten Runde des Nationen-Preises unbelastet und Deutschland siegte mit 10,41 Strafpunkten aus Zeitspringen und den beiden Umläufen des Nationen-Preises in der Entscheidung um den Mannschafts-Europameistertitel. Schon nach dem dritten deutschen Mannschaftsreiter hatte trotz eines unglücklichen Abwurfs von Janne-Friederike Meyer und Cellagon Lambrasco am vorletzten Sprung der europäische Titelgewinn der amtierenden Weltmeister festgestanden.

Ebenfalls keine Strafpunkte musste Frankreich auf sein Punktekonto hinzufügen, nachdem es in der ersten Runde des Nationen-Preises von Platz eins auf drei hinter den Niederlanden und Deutschland abgerutscht war. Mit 15,95 Punkten wurden die WM-Dritten nun Vize-Europameister. Spannend bis zum letzten Ritt wurde es hingegen um Platz drei. Nach ihrer fehlerfreien Vorstellung am Vortag musste das in Führung liegende Team aus den Niederlanden insgesamt 16 Strafpunkte kassieren. Nach einer erneuten Nullrunde von Gerco Schröder mit New Orleans hätte ein Vier-Fehler-Ritt von Jeroen Dubbeldam und Simon noch zu Bronze gerreicht, doch nach acht Strafpunkten wurde es nur der undankbare vierte Platz (23,42).

Stattdessen ging Bronze (22,46) an Großbritannien, was nach ebenfalls einer Acht-Fehler-Runde von Schlussreiter John Whitaker und dem erst seit gut einem Monat nach längerer Verletzungspause wieder im Turniereinsatz befindlichen Peppermill schon nicht mehr daran geglaubt hatte. Entscheidend zum britischen Erfolg beigetragen hatte Nick Skelton mit einer Doppelnullrunde auf dem Holsteiner Wallach Carlo, die nun im Zwischenstand an zweiter Stelle (1,04) rangieren.

Mit ebenfalls einer weiteren Nullrunde behauptete der deutsche Vize-Europameister, Mannschafts-Weltmeister und WM-Fünfter der Einzelwertung, Carsten-Otto Nagel mit Corradina seine Führung (0,69) in der Einzelwertung. Der Holsteiner strotz vor Selbstsicherheit, „Ich kann mir einen Sieg nur noch selbst verbauen, aber ich weiß nicht, was uns passieren sollte. Corradina spielt so gut mit und sie war kein bisschen müde. Ich glaube, sie genießt sogar die Hitze und die Sonne. Ich muss positiv denken, aber natürlich liegen noch zwei schwere Runden am Sonntag vor uns und ein Fehler ist immer schnell passiert.“

Besonders glücklich war auch Ludger Beerbaum über seine Nullrunde mit Gotha und die von seinem Stallangestellten Marco Kutscher: „Auch, wenn wir die Goldmedaille schon sicher hatten, so wollte ich doch meine Nominierung gerne mit einer Nullrunde rechtfertigen. Mit Gotha hat für mich die Goldmedaille, meine sechste bei Europameisterschaften, einen sehr hohen Stellenwert. Es ist für unseren Stall nun auch das erste Mal seit drei Jahren, dass wieder zwei Reiter im Team sind.“

Zusätzlich freuen durfte sich Ludger Beerbaum über die gelungene Leistung seines Angestellten Henrik von Eckermann, der mit einer Doppel-Vier-Fehlerrunde mit Coupe de Coeur, den er erst seit sechs Wochen aus einer Notlösung heraus reitet, entscheidend zum fünften Platz des schwedischen Teams und damit zur Olympia-Qualifikation seines Landes beitrug. Ebenfalls qualifiziert haben sich mit Platz vier die Niederlande und mit Platz sechs die Schweiz. Deutschland, Belgien (7.) und Frankreich als auch das Gastgeberland Großbritannien waren bereits vor Madrid für London 2012 qualifiziert.
Birgit Popp/Pferdplus

Infos und Ergebnisse gibt’s auf www.europeanjumping2011.com

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