Equestrian Winter Tour II: Marcus Ehning (GER) siegt im Großen Preis von Wr. Neustadt

Marcus Ehning siegte mit Nolte's Küchengirl im finalen Grand Prix. Foto: Karl-Heinz Oeltjen

Sie reisten als ganz großes Favoritenpaar nach Wiener Neustadt und wurden ihrer Rolle mehr als gerecht: Marcus Ehning und Nolte's Küchengirl holten sich den Sieg im finalen Grand Prix der Equestrian Winter Tour II (CSI2*, 25.–27. Nov.) im Reit- und Zuchtstall Steinbrecher in Wr. Neustadt.
 

Der Grand Prix von Wiener Neustadt war für Marcus Ehning und Nolte's Küchengirl dennoch alles andere als einfach zu gewinnen: Kursdesigner Hubert Kuttelwascher hatte einen sehr anspruchsvollen Parcours aufgebaut, wo die 37 genannten Arrivierten ordentlich kämpfen mussten. Die Sprünge kamen schnell aus der Wendung, die Folgen waren zum Teil eng und zum Teil weit aufgebaut und vor allem die dreifache Triple-Barre-Steil-Oxer-Kombination wurde vielen zum Verhängnis. Im Vorfeld hatte der Parcourschef sieben Nullfehlerritte prophezeit und genau sieben konnten auch das Ticket für die Entscheidung lösen.
Unter ihnen war natürlich Marcus Ehning (GER), der seinen sechs Mitstreitern im Stechen keine Chance ließ. Vom ersten bis zum letzten Hindernis zauberte er eine Runde wie aus dem Lehrbuch und jumpte unter tobendem Jubel in 39,96 Sekunden zum Sieg.
Den zweiten Rang sicherte sich Oleg Krasyuk (UKR), der als letzter Reiter in der Entscheidung einen brillanten Schachzug wählte: Im Sattel seiner erst achtjährigen Schimmelstute„Caligula ging er nicht volles Risiko ein, wusste genau, dass er die Zeit des Führenden nicht toppen konnte, und flog in flotten 42,16 Sekunden am hervorragenden zweiten Rang. Im Sattel seines Kannan-Sohns Quality gelang Juraj Hanulay (SVK) ebenfalls eine lockere Nullrunde und wurde in 43,73 Sekunden Dritter. Leider konnte sich kein Österreicher auf den vorderen Rängen klassieren. Wie letzte Woche war Sascha Kainz auf seinem jungen Fuchswallach Timble des Cinq Chenes überragend unterwegs. Mit lediglich einem leichten Abwurf bei der dreifachen Kombination reihten sich die beiden am zwölften Rang ein.

Small Tour an Markus Saurugg und Success 9
Bereits am ersten Turniertag in Wiener Neustadt hatte Markus Saurugg sein großes Ziel bekanntgegeben: Mit seiner überaus beständigen Ramirado-Tochter „Success 9“ dreimal siegreich zu sein. Zu hundert Prozent ist ihm dieser Plan zwar nicht aufgegangen, aber mit zwei Siegen – einen in der Auftaktprüfung der Small Tour und einen im heutigen Finalbewerb – und einem zweiten Platz kann man wohl durchaus zufrieden sein.
Fast drei Sekunden Vorsprung hatte der Steirer auf den am zweiten Platz gereihten Mikhail Shemshelev (RUS). Der Russe gab mit der achtjährigen „Toscana 111“ (von Caretino x Landgraf I) ordentlich Gas und bis zur Schlusslinie hatte Markus Saurugg ordentlich zu zittern. Da er aber die Rechtswendung nicht optimal erwischte, verlor er wertvolle Zeit, die ihm den Sieg gekostet haben. Am dritten und vierten Rang platziert waren weiters die beiden Österreicher Jürgen Krackow mit „Cassandro 57“ und Marianne Schindele auf ihrem heißblütigen „Irish Pepper“.

Ratislav Noskovic (SVK) holte Finalsieg in der Elite Tour
Was für Rennen lieferten sich die vier für das Stechen qualifzierten ReiterInnen im Finale der Elite Tour, der abschließenden Prüfung beim Herbst-CSI2* in Wiener Neustadt. Ratislav Noskovic (SVK), der Vater von Monika Noskovicova, sattelte nach langjähriger Reitpause die erst seit drei Wochen in seinem Besitz stehende „Carezina“ (von Caretino) und übernahm in 37,80 Sekunden die Führung. Nur eine konnte seinen Sieg noch verhindern: Die letzte Teilnehmerin im Stechen, Lisa Carina Gschaider, der man als Vertreterin des ortsansässigen Vereins „Vienna Horsesport Association“ natürlich von ganzem Herzen den Sieg gegönnt hätte. Sie pilotierte ihre bewährte „La Fayette P“ sehr risikoreich und deutlich schneller über den Stechparcours und kassierte ausgerechnet am letzten Hindernis einen Abwurf. Ihre bessere Zeit von 36,63 Sekunden hätte bei weitem für den Sieg gereicht. Hinter der zweifachen Siegerin des Wochenendes, Dominika Gaalova (SVK), und Claudia Gossler wurde sie schlussendlich Vierte. Weiters für Österreich platziert waren Valentina Pfeifer (6. Rang), Teresa Pendl (7. Rang) und Mio Zwickl (9. Rang).
Mag. Theresa Deisl

Ergebnisse unter www.reitergebnisse.at

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