Franke Sloothaak trauert um Joly Coeur

Joly Coeur holte mit seinem Reiter Franke Sloothaak WM- und Olympia-Gold (Foto: Julia Rau)

Im Alter von 25 Jahren verstarb der grandiose Joly Coeur, der unter seinem Reiter Franke Sloothaak zahlreiche unvergeßliche Erfolge – darunter Mannschafts-Gold bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen – errungen hatte, an den Folgen einer Kolik. 

Es ist – nach dem Tod von Ratina Z – der zweite Abschied von einem ganz großen Springpferd innerhalb weniger Wochen. Wie Franke Sloothaak heute auf seiner Website informierte, mußte Joly Coeur nach einer Darmverschlingung heute, am 11. Jänner 2011, eingeschläfert werden.

Joly Coeur, ein 1986 in Belgien gezogener Major de la Cour-Sohn, holte mit Franke Sloothaak nicht nur zahlreiche Siege in Großen Preisen, sondern erwies sich vor allem bei Championaten als großer Kämpfer: Unvergessen bleibt der Mannschafts-Olympiasieg, den das Paar 1996 in Atlanta mit dem deutschen Team erobert hatte: Im ersten Umlauf des Nationenpreises hatte sich Sloothaak bei Hindernis Nummer neun in der Distanz verschätzt und stürzte schwer. Der Reiter verletzte sich dabei eine Ader der rechten Hand und konnte wegen der starken Blutung nicht weiterreiten. Doch Sloothaak biss im zweiten Umlauf die Zähne zusammen – und auch Joly Coeur gab alles: Mit einer fehlerfreien Runde trug das Paar entscheidend zum Olympiasieg des deutschen Teams bei.
1997 holten Sloothaak und Joly Coeur Rang drei im Weltcup-Finale von Göteborg, 1998 folgte bei den Weltreiterspielen in Rom der nächste ganz große Triumph: Die beiden eroberten erneut Mannschafts-Gold, dazu noch Bronze in der Einzelwertung. Insgesamt kam Joly Coeur auf eine Lebensgewinnsumme von 1.000.025,– Euro.

Joly Coeur wurde 2005 aus dem Sport verabschiedet, seine letzten Lebensjahre verbrachte der Wallach bei Sloothaaks Freund Adelbert Rudolph in Krebeck bei Göttingen, wo ihn Sloothaak regelmäßig besuchte.

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