Führpferd darf nicht ins Geschäft – Behinderter klagt auf Schadenersatz
Einem behinderten Kalifornier, der mit einem Führpferd in ein Kleidergeschäft wollte, wurde der Zutritt versagt. Nun hat er den Geschäftsinhaber auf Schadenersatz geklagt.
Ermöglicht wurde die Klage des Kaliforniers Jose Estrada durch eine Gesetzesänderung, die letztes Jahr in den USA beschlossen wurde und nach der speziell trainierten Minipferden der gleiche Status im Einsatz für behinderte Personen zukommt wie z. B. Blindenhunden. Minipferde dürfen seither offiziell als ,service animals', also als ,Diensttiere', sprich: als Lebenshelfer eingesetzt werden – mit allen dazugehörigen Rechten: Sie dürfen öffentliche Verkehrsmittel benutzen und auch an allen öffentlich zugänglichen Orten verwendet werden – somit auch in Restaurants und Geschäften.
Die Gesetzesänderung hatte in den USA für einige Diskussionen gesorgt – insbesondere Restaurantbesitzer äußerten Bedenken, ob die Hygiene der Minipferde ausreichend gewährleistet sei. Die Guide Horse Foundation, die 1999 gegründet wurde und langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Führ- und Blindenpferden hat, konnte schließlich die Bedenken der Gesetzgeber zerstreuen und die Gleichbehandlung der Minipferde durchsetzen. Sie seien für blinde bzw. behinderte Menschen mit Hundeallergie die einzige sinnvolle Alternative – und sie seien in vielerlei Hinsicht Hunden sogar überlegen: Sie hätten eine erheblich längere Lebenserwartung und könnten bis zu 25 Jahre ihren Dienst als Lebenshelfer versehen, während Hunde im Durchschnitt nur 7–10 Jahre im Einsatz sind; sie sind sauber, intelligent, sehr zuverlässig und menschenbezogen; während der Arbeit sind sie sehr fokussiert und lassen sich nicht leicht ablenken oder irritieren; sie haben außerdem eine sehr gute Kondition und sind daher auch bei längeren Ausflügen oder Reisen perfekte Assistenten, so die Foundation.
Doch die neuen gesetzlichen Bestimmungen haben sich offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen: Wie Fox News berichtete, hat nun der Kalifornier Josef Estrada die erste Klage nach dem neuen Gesetz eingebracht: Er benutzt das Minipferd Princess, um seinen Rollstuhl zu ziehen, weil ein Hund nicht stark genug dafür ist. Ihm wurde jedoch vom Besitzer eines Kleidergeschäfts sowie von einem Computerspiele-Händler der Zutritt in ihre Geschäfte verweigert. Nun hat Jose Estrada eine Klage auf Schadenersatz in der Höhe von 4.000,– US-Dollar vor einem Gericht in Los Angeles eingebracht. Princess sei absolut stubenrein und hätte in keiner Weise die Sicherheit oder die Hygiene in diesen beiden Geschäften gefährdet, so die Klagebegründung. Der Zutritt sei daher zu Unrecht verweigert worden.
In den letzten Jahren haben es die Führ- und Blindenpferde in den USA zu einiger Bekanntheit gebracht – auch Pferdplus hat über das erstauliche Beispiel des Blindenponys Cali, das seiner Besitzerin Mona Ramouni durchs Leben hilft, berichtet (hier der Link dazu).
Auch das Minipferd Panda, das der blinden Ann Edie zur Seite steht, hatte einen vielbeachteten Auftritt in einer Fernsehshow – den kann man sich hier ansehen...
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