Ganzkörper-Dress für Pferde soll Wunder wirken
Die australische Firma Hidez hat einen revolutionären Ganzkörper-Anzug für Pferde entwickelt, der sowohl beim Training als auch bei der Rekonvaleszenz wahre Wunder wirken soll. Ein australisches Rennpferd trug ihn Anfang März erstmals in der Öffentlichkeit – nach einem eindrucksvollen Sieg.
Als der Champion-Sprinter Hay List am Samstag, dem 10. März, am Flemington Racecourse mit einem äußerst ungewöhnlichen Ganzkörper-Anzug auftauchte, ging die Geschichte sofort um die ganze Welt – nicht zuletzt deshalb, weil er an diesem Tag das Newmarket Handicap als Sieger beendete und damit endgültig aus dem Schatten seines großen Kontrahenten Black Caviar trat. Der Trainer von Hay List, John McNair, wurde nach dem Triumph von Journalisten geradezu bestürmt und mußte mehr Fragen zum Ganzkörper-Dress seines vierbeinigen Schützlings als zu dessen grandioser Vorstellung im Rennen beantworten.
Was Hay List getragen hat, ist in der Tat eine Weltneuheit – eine Art Kompressionsanzug, wie er für Hochleistungssportler anderer Sparten längst üblich ist und den die australische Firma Hidez nun für Pferde adaptiert hat. Es ist ein echtes High-tech-Produkt, das nicht nur den Rennsport, sondern den gesamten Pferdesport revolutionieren könnte. Hay List hatte – wie John McNair erklärte – in den letzten Jahren immer wieder Verletzungsprobleme, und deshalb wollte man diesen Anzug einfach einmal ausprobieren. „Es ist nichts anderes als ein Kompressionsanzug“, so McNair, „wie er bei Radfahrern, Football-Spielern, Läufern, Golfspielern und anderen Leistungssportlern längst in Verwendung ist. Diese Anzüge sind so konzipiert, dass sie den Regenerationsprozess unterstützen und Muskelermüdung vorbeugen. Wir haben ihn jetzt bei Hay List seit einigen Wochen verwendet – und der Unterschied ist gewaltig.“
John McNair wurde natürlich auch gefragt, ob das Anlegen nicht eine äußerst langwierige und mühsame Angelegenheit wäre – und für das Pferd nicht unangenehm sei? Der verneinte kategorisch: „Alles kein Problem. Der Anzug hat überall Reißverschlüsse – für das Anlegen braucht man ca. drei Minuten, fürs Ausziehen 30 Sekunden, es ist wirklich sehr einfach. Als wir das erste Mal den Anzug angelegt haben, hat sich Hay List nach wenigen Minuten völlig entspannt und Harn abgesetzt – er hat sich total wohlgefühlt darin. Der Anzug hat ganz eindeutig auch einen beruhigenden Einfluss während eines Transports – ich finde, gerade bei langen Reisen ist der Hidez-Dress am wertvollsten, weil sich die Pferde wirklich viel schneller damit erholen.“ Außerdem sind spezielle Anzug-Designs in Entwicklung, die von den Pferden auch während des Trainings getragen werden können und mit denen man sogar die Herz- und Atemfrequenz und die Schrittlänge überwachen kann.
Entwickelt wurde der Anzug von Matthew Spice, Direktor der Firma Hidez in Windsor im Nordwesten von Sydney – das Unternehmen ist das erste, das derartige Anzüge für Tiere herstellt und hat sich auch mehrere Patente dazu gesichert. Das Prinzip ist einfach: Die Anzüge üben beim Tragen eine sanfte Kompression auf das Gewebe aus, sie unterstützen den Kreislauf und sorgen für eine bessere Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff. Sie verbessern die Durchblutung, beugen Muskelkater vor und sorgen für eine schnellere Erholung – etwa nach längeren Transporten. Sie sind aus einem speziellen High-tech-Gewebe gemacht, das atmungsaktiv, feuchtigkeitsdurchlässig, UV-abweisend und antibakteriell ist. Der Stoff ist elastisch und passt sich optimal der Körperform an.
Matthew Spice ist vom Erfolg seines Produkts überzeugt: „In der Medizin sind Kompressionsstrümpfe nach Operationen schon seit Jahrzehnten bewährt, weil sie die Durchblutung verbessern und das Risiko von Thrombosen reduzieren. Viele verwenden sie auch bei langen Flugreisen, wo ihr Nutzen ebenfalls nachgewiesen ist.“
Bei menschlichen Ahtleten hat man sich diese Vorteile schon lange zunutze gemacht – für Matthew Spice sind aber auch Pferde Leistungssportler, die von Kompressions-Anzügen profitieren können: „Warum sollte man sie also nicht auch hier einsetzen?“ Einen weiteren prominenten Kunden hat er bereits gewonnen: Spice schickte einen Anzug an den Vielseitigkeitsreiter Stuart Tinney, der 2000 in Sydney Olylmpia-Gold mit dem australischen Team geholt hatte. Der probierte ihn aus und war begeistert: „Ich kann diese Anzüge nur empfehlen, sie funktionieren fantastisch“, so Stuart Tinney.
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