Grand Prix Special an Ulla Salzgeber, Maximilian Schmidt gewinnt Mächtigkeit

Ulla Salzgeber holte sich mit Wakana den Sieg im Grand Prix Special (Foto: Fotoagentur Dill)

Am zweiten Tag der Pappas Amadeus Horse Indoors standen der Grand Prix Special der Dressurreiter, drei Weltranglistenspringen und das Finale der High Fly Tour auf dem Programm, bei dem vor begeistertem Publikum der Bayer Maximilian Schmidt über sagenhafte 2,20 Meter segelte.
 
Im letzten Jahr kreierte Organisator Josef Göllner die neuartige „Ladies-Trophy“, ein Weltranglistenspringen, bei dem ausschließlich Amazonen startberechtigt waren. Heuer hatte der PAHI-Veranstalter wieder eine neue Idee geboren und ein weiteres Turnier-Highlight ins Leben gerufen: „Best of Alpenspan“. Bei diesem Zeitspringen über 1,45 Meter bekam der Sieger einen Neuwagen der Marke Smart und begehrte Punkte für die Weltrangliste. Startberechtigt waren lediglich die besten elf (plus zwei Wildcards) der beiden vorangegangenen Weltranglistenprüfungen. Somit mussten die ReiterInnen bereits am frühen Nachmittag ein ordentliches Resultat liefern, um die Qualifikation für das Hauptspringen des heutigen Tages zu schaffen. Siegreich in der ersten Qualifikationsprüfung war Peter Charles (GBR), der Willem Greve (NED) und Sergio Moya Alvarez (ESP) auf die Ränge zwei und drei verwies. Aus Österreichischer Sicht konnte man mit zwei Platzierungen zufrieden sein: Seinen Ritt sicher auf null angelegt, rangierte der „Team Schiedel“-Reiter Wolfgang Ötschmaier am achten Platz. Stefan Eder bekam mit seiner ruhigen Runde einen Zeitfehler und wurde Neunter. Bei der Ladies Trophy, der zweiten Qualifikation für das „Best of Alpenspan“, kürte sich Linnea Ericsson (DEN) vor Simone Wettstein (SUI) und Carina Hindelang (GER) zur strahlenden Siegerin. Die einzige rot-weiß-rote Platzierung und den sensationellen sechsten Platz holte hier Julia Kayser.

Zeitspringen an van der Vleuten

Im anschließenden Zeitspringen hatten sich die TeilnehmerInnen nichts mehr zu schenken, denn eine Top-Runde jagte die nächste und am Ende schien ein heimischer Sieg greifbar nah: Als letzte Starterin kam Julia Kayser mit ihrer schnellen „H.B.C. Dancing Queen“ in die Bahn und nahm Kurs auf die Bestzeit und Führung von Eric van der Vleuten (NED). Sie legte ihre Runde riskant und auf enger Linie an und wagte auf der vorletzten Linie besonders viel Risiko: Die Folge auf die zweifache Oxer-Steil-Kombination war eigentlich auf enge sechs Galoppsprüngen aufgebaut, Julia Kayser jedoch zog mit fünf fleißigen Galoppsprüngen durch, kam dadurch nicht ganz ideal auf den mächtigen Einsprungoxer und kassierte dort auch einen ärgerlichen Fehler. Den Weg auf den Schlussoxer ritt sie auf der Außenbahn und dennoch hatte sie nicht einmal neun Zehntel Rückstand auf den siegreichen Niederländer, der sich über den Neuwagen freuen konnte. Mit ihrem achten Endrang lieferte Julia Kayser abermals das beste heimische Ergebnis. Rang zwei und drei ging mit Suzanne Tepper und Jur Vrieling ebenfalls nach Holland.

Favoritensieg im Grand Prix Special

Nach ihrem gestrigen vierten Platz, präsentierte sich Ulla Salzgeber (GER) mit ihrer „Wakana“ im heutigen Grand Prix Special unschlagbar und gewann mit 69,917 % diese internationale Dressurprüfung. Die gestern im Grand Prix B Zweitplatzierte Anna Merveldt (IRL) reihte sich auch heute am zweiten Endrang (66,292 %). Mit 64,375 % wurde Michal Rapczewicz (POL) vor dem besten Österreicher Hannes Mayr (64,208 %) Dritter.

Gänsehautfeeling in der Mächtigkeit

An Nervenkitzel kaum noch mehr zu überbieten war die Mächtigkeit, die auch heuer wieder die große Austragungshalle der Salzburg Messe mit Zuschauern füllte. Fast bis letzten Sitzplatz war die Arena ausverkauft, was eine spannungsgeladene Atmosphäre schaffte und eine Stimmung der Extraklasse garantierte. Immerhin jagten zwei heimische Höhenflieger den führenden der High Fly Tour Maximilian Schmidt, der mit seinem „Damhus Los Del Rio“ einen wahren Mächtigkeitscrack unter dem Sattel hatte. Zum Einen setzten hier aber der Gesamtsieger von 2008 Thomas Gebath mit seiner „Cinderella“ dagegen und zum Anderen wollte Lokalmatador und Sieger der heurigen Etappe in Maria Wörth (K), Thomas Metzger, seinen Heimvorteil nutzen.
Leider war ihm der Erfolg vor heimischen Publikum nicht gegönnt und musste im ersten Stechen über 1,90 Meter ausscheiden (7.Platz). Auch der Niederösterreicher Thomas Gebath schaffte es leider nicht in das vierte und entscheidende Stechen: Bei 2,10 Meter kassierte er aufgrund einer unpassenden Distanz einen Abwurf und wurde schlussendlich Vierter. Drei Wagemutige konnten dieses dritte Stechen über 2,10 Meter ohne Fehler überwinden: Maximilian Schmidt, Matthew Williams (AUS) und Natale Chiaudani (ITA), der auf die entscheidende Runde über 2,20 Meter verzichtete und Dritter wurde. Die beiden jungen Wilden riskierten und nahmen die finale 2,20 Meter-Hürde in Angriff. Der Australier kassierte trotz einer passenden Distanz einen sehr ärgerlichen Vorhandfehler und somit konnte der 20-jährige Jungspund aus Bayern die Mächtigkeit für sich entscheiden. Sichtlich angespannt von der geladenen Atmosphäre war sein 18-jähriger Oldenburgerwallach sehr quirlig am Sprung, was sein Reiter jedoch optimal ausglich. Unter tosendem Applaus der Zuschauer schaffte er die rekordverdächtige Höhe von 2,20 Meter und holte sich nicht nur den Sieg im Finale, sondern den Gesamtsieg der High Fly Tour (180 Punkte) samt Neuwagen der Marke Smart. Thomas Metzger wurde mit 108 Gesamtpunkten Zweiter und Thomas Gebath Dritter (90 Punkte).
Mag. Theresa Deisl/Pferdplus

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