Haflinger
Die Geschichte des Haflingers ist zweifellos eine Erfolgsstory, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Tiroler Alpen ihren Ausgang nahm. Heute ist das sympathische Sport- und Freizeitpferd auf der ganzen Welt beliebt und geschätzt.
Namensgeber der Haflingerrasse ist das Dorf Hafling in der Nähe von Meran, Begründer der Rasse ist der 1874 geborene Hengst „249 Folie“, der vom halborientalischen Vererber „133 El Bedavi XXII“ abstammte. 249 Folie – ein Goldfuchs – wurde als arabisches Halbblut registriert und zeugte so qualitätvolle Pferde, dass die Zucht mit seinen Nachkommen vom damaligen Ackerbauministerium gefördert wurde. Sein einflussreichster Sohn war zweifellos der 1887 geborene Hengst „14 Folie I“, ein Lichtfuchs, der die Zucht des Haflingers entscheidend prägte: Sechs der insgesamt sieben Hengstlinien der modernen Haflingerzucht gehen auf 14 Folie I zurück, nämlich die A-Linie von 999 Anselmo, die B-Linie von Bolzano, die M-Linie von Massimo, die N-Linie von Nibbio, die S-Linie von Stelvio und die St-Linie von 1074 Student. Einzig die W-Linie von 401 liz Willi (1921 geboren) geht auf liz. 252/233 Hafling (geboren 1897) zurück.
Zuchtgebiete
Die Hauptzuchtgebiete des Haflingers sind Österreich, Deutschland und Italien. Mittlerweile werden Haflingerpferde bereits in rund 70 Nationen gezüchtet, man schätzt den weltweiten Bestand der Rasse auf über 250.000 Pferde. Eine Sonderstellung nimmt der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol ein, der unter der Führung von ÖR Otto Schweisgut nach dem Zweiten Weltkrieg auf strengste Selektion setzte, den Haflinger international bekannt machte und mit dem Fohlenhof Ebbs auch eines der wichtigsten Zuchtzentren weltweit betreibt. Mit ca. 1.500 Zuchtstuten ist der Tiroler Verband der größte innerhalb Österreichs.
Wichtigste internationale Dachorganisation für die Haflingerzucht ist die Welt Haflinger Vereinigung mit Sitz in Ebbs, die das Zuchtziel des Haflingers als modernes, vielseitiges Freizeitpferd definiert und auch die wesentlichen Zucht- und Beurteilungsrichtlinien festlegt. Sie wurde 1976 von Otto Schweisgut mitbegründet, der bis zum Jahr 2000 auch deren Präsident war, seit 2005 liegt die Leitung bei dessen Sohn Johannes Schweisgut.
Zuchtziel
Das Zuchtziel der Welt Haflinger Vereinigung beschreibt den Haflinger als harmonisches, universell verwendbares, elegantes Freizeitpferd mit trockenem, ausdrucksvollem Kopf und großem Auge. Die Größe soll zwischen 140 und 150 cm betragen, erwünscht ist außerdem ein hervorragender Charakter und ein ausgeglichenes Temperament. Zulässig ist ausschließlich die Fuchsfarbe (von Lichtfuchs bis Kohlfuchs) mit lichtem Langhaar. Der Fremdblutanteil darf 1,56 % nicht überschreiten.
Seinen weltweiten Siegeszug verdankt der Haflinger wohl nicht nur seinem Charme und seiner Ausstrahlung, sondern vor allem auch seiner vielseitigen Verwendbarkeit als Sport- und Freizeitpferd, das in nahezu allen Disziplinen verwendbar ist – vom Fahren bis hin zu Westernreiten und Springsport. Aufgrund seiner sympathischen, kompakten Größe ist er für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet.
Links:
http://www.pferdezucht-austria.at (ZAP und Arbeitsgemeinschaft der Haflingerzüchter Österreichs)
http://www.haflinger-tirol.com (Haflinger Pferdezuchtverband Tirol)
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