Helmpflicht für alle Dressurreiter in Kanada ab 1. Jänner 2012

Bislang sah man nur wenige Dressurreiter – hier Steffen Peters – mit Helm. Foto: Julia Rau

Als erstes Land der Welt führt Kanada eine generelle Helmpflicht für Dressurreiter ein,  die für alle Altersgruppen, Turnierkategorien und Prüfungslevels gilt. Die Helmpflicht tritt mit 1. Jänner 2012 in Kraft.

„Ich bin sehr stolz auf unser Dressurkomitee, das sich zu diesem Schritt entschlossen hat“, so der Präsident des Kanadischen Pferdesportverbandes (Equine Canada), Michael Gallagher. „Ich glaube, wir sind weltweit die erste Federation, die diese Regel für alle Prüfungslevels und Altersgruppen einführt – und ich kann garantieren, dass wir nicht die letzte sein werden.“

Die neue Regel ist eine Modifikation jener Bestimmung, die im Mai 2011 beschlossen wurde und mit der eine Helmpflicht u. a. für Junge-Pferde-Prüfungen und Materialprüfungen eingeführt worden war. Diese Bestimmung wurde nun vom Dressurkomitee auf sämtliche Levels und Turnierkategorien ausgeweitet.

„Die Verwendung von Helmen ist ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit unserer Mitglieder“, so John Harris, Leiter der Sicherheits-Task-Force im Kanadischen Pferdesportverband. „2012 werden wir in unserer gesamten Organisation das Thema Sicherheit diskutieren und nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Das gesundheitliche Wohl unserer Mitglieder muss in unserem Verband immer absolute Priorität haben.“

„Ich bin sehr begeistert davon, dass Kanada die Verwendung von Sicherheitshelmen so fördert“, meint auch die kanadische Olympiareiterin Ashley Holzer, die bereits seit längerer Zeit einen Helm bei Turnieren verwendet. „Helme schützen vor Kopfverletzungen – die neue Regel wird die Sicherheit aller Reiter erhöhen, und das finde ich großartig.“

Lyndsey White, Mitbegründerin der Website www.riders4helmets.com zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Wir von Riders4helmets sind sehr froh, dass der Kanadische Pferdesportverband mit der allgemeinen Helmpflicht vorzeigt, dass die Sicherheit der Reiter wichtiger ist als die Tradition. Der Unfall von Courtney King-Dye hat uns allen vor Augen geführt, dass Sicherheit nichts mit dem eigenen Leistungsniveau zu tun hat. Jeder Reiter kann schwere Kopfverletzungen erleiden – sogar ein Olympiareiter. Dem Kanadischen Pferdesportverband gebührt großes Lob für diesen historischen Schritt.“

Courtney King-Dye – die bei ihrem schweren Trainingsunfall im März 2010 keinen Helm trug und noch immer mit den Folgen ihrer Kopfverletzungen kämpft – hat sich seither mehrfach für das Tragen von Helmen bei Dressurturnieren ausgesprochen. So schrieb sie vor kurzem in einer E-Mail: „Ich bekomme jede Woche Mails von Personen, denen der Helm das Leben gerettet hat. Ich habe das Gefühl, dass mein Unfall in gewisser Weise einem höheren Zweck dient. In jedem Sport muss man das Unerwartete erwarten.“

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