Helmpflicht für Dressurreiter in den USA beschlossen
Die United States Equestrian Federation (USEF) führt ab 1. März eine Helmpflicht für Dressurreiter unter 18 Jahren auf allen nationalen Turnieren ein. Für Vielseitigkeitsreiter gilt die Helmpflicht ab sofort.
Der Vorstand (Board of Directors) hat auf der USEF-Hauptversammlung am 23. Jänner die neuen Bestimmungen für Sicherheitshelme in Dressur- und Vielseitigkeitsprüfungen offiziell abgesegnet – und damit auch international für Aufsehen gesorgt: „Wenn die Technologie vorhanden ist, Kopfverletzungen zu vermindern – dann ist jetzt die Zeit, sie auch einzusetzen“, mit diesem klaren Statement hat USEF-Präsident David O’Connor die durchaus spektakuläre Regeländerung kommentiert. Und er meinte weiter: „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass unsere Organisation diesen wichtigen Schritt gesetzt hat. Es ist ein mächtiges Signal der Veränderung.“
Dressur und Vielseitigkeit betroffen
Beschlossen wurden zwei wesentliche Neuerungen in den Regulativen: Die erste betrifft die Sparte Vielseitigkeit: Hier müssen ab sofort alle Reiter bei nationalen Vielseitigkeitsprüfungen auf sämtlichen Austragungsplätzen – somit erstmals auch im Dressurviereck – einen Sicherheitshelm nach den Standards der American Society for Testing and Materials (ASTM) und des SEI (Safety Equipment Institute) tragen.
Die zweite Reglementänderung für die Sparte Dressur besagt, dass alle Dressurreiter unter 18 Jahren bei nationalen Dressurturnieren auf sämtlichen Austragungsplätzen ab dem 1. März 2011 einen Sicherheitshelm tragen müssen – ganz gleich, auf welchem Niveau sie reiten (also auch bei Prüfungen auf FEI-Niveau).
Die Helmpflicht gilt weiters für ältere Reiter (also über 18 Jahre), die in national ausgeschriebenen Prüfungen an den Start gehen. Bei Prüfungen auf FEI-Niveau – die also auch nach den geltenden FEI-Bestimmungen ausgetragen werden – haben Reiter über 18 Jahren jedoch weiter die Wahlmöglichkeit zwischen Zylinder und Sicherheitshelm im Bewerb – und müssen auch auf den Abreiteplätzen nicht zwingend einen Helm tragen. In den USA ist jedoch zu beobachten, dass trotz dieser Ausnahme immer mehr Reiter sowohl am Abreiteplatz als auch im Wettkampfviereck Sicherheitshelme tragen.
Seit dem schweren Unfall der US-Olympiareiterin Courtney King-Dye, die sich Anfang März 2010 bei einem Trainingsunfall in Florida schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte, weil sie keinen Sicherheitshelm trug, war die Debatte um mehr Sicherheit im Dressursport nicht mehr verstummt. Im Juni 2010 hatte sich auch das FEI Dressurkomitee damit befasst und eine nachdrückliche Empfehlung ausgesprochen, dass sämtliche Reiter auf internationalen Dressurturnieren sowohl am Abreiteplatz als auch beim Training einen Sicherheitshelm tragen.
Es dürfte jedoch nur mehr eine Frage der Zeit sein, bis auch die FEI die Helmpflicht für Dressurreiter noch weiter verschärft – nach der Entscheidung der USEF steht der Internationale Dachverband hier zweifellos unter Zugzwang.
Hier die Presseinformation der USEF!
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