Hendra-Virus in Australien: Bereits 14 tote Pferde
Das seltene Hendra-Virus hat in Australien bereits das 14. Todesopfer gefordert – zuletzt starb ein Pferd in der Provinz Queensland. Das Hendra-Virus gibt Forschern bis heute Rätsel auf – es ist extrem gefährlich und kann auch auf Menschen übertragen werden.
Infektionen mit dem Hendra-Virus sind bislang nur in Australien aufgetreten. Benannt ist das Virus nach dem Vorort Hendra der Stadt Brisbane, in der 1994 der erste dokumentierte Ausbruch der Erkrankung stattfand – damals kamen in einem einzigen Pferdestall innerhalb weniger Tage 14 Pferde und sogar ein Mensch zu Tode. Seit seiner Entdeckung im Jahr 1994 erkrankten insgesamt sieben Menschen an dem Virus, vier von ihnen starben.
Hauptträger des Hendra-Virus sind Flughunde, die auf noch nicht restlos geklärtem Weg den Erreger auf Pferde übertragen. Flughunde sind keine Blutsauger, sondern reine Pflanzenfresser – Experten vermuten, dass bei der Nahrungsaufnahme in Bäumen Ausscheidungen auf darunterliegende Weide- und Grasflächen fallen und diese von Pferden aufgenommen werden könnten; eine weitere Möglichkeit wäre eine Übertragung durch Zecken. Die Übertragung des Virus vom Pferd auf den Menschen erfolgt wahrscheinlich durch direkten Kontakt mit dem Nasensekret oder dem Urin von erkrankten Pferden. Generell ist das Virus zwar nicht hochansteckend – hat jedoch eine hohe Sterblichkeitsrate. Nach den praktischen Erfahrungen der letzten Jahre geht man von einer Sterblichkeit von bis zu 70 % aus.
Der jüngste Ausbruch des Virus hat heuer bereits 14 tote Pferde gefordert – zehn in der Provinz Queensland, vier in New South Wales. Die betroffenen Ställe wurden unter strenge Quarantäne gestellt. Das große Verbreitungsgebiet der derzeitigen Infektionswelle hat die Gesundheitsbehörden alarmiert: Allen Pferdebesitzern in den betroffenen Gebieten wird eindringlich geraten, auf typische Symptome der Erkrankung (Infektion der oberen Atemwege, Lungenentzündung, Nierenversagen, neurologische Ausfälle, Lähmungen etc.) besonders zu achten und Verdachtsfälle umgehend den Behörden zu melden.
Menschen in gefährdeten Gebieten wird im Umgang mit Pferden unbedingt geraten, offene Wunden, Kratzer etc. sorgfältig abzudecken und sich nach dem Kontakt mit Pferden gründlich die Hände zu reinigen – insbesondere dann, wenn man mit dem dem Pferdemaul oder der Pferdenase Kontakt hatte (z. B. beim Anlegen bzw. Entfernen einer Trense). Generell sollte man den Kontakt mit Körperflüssigkeiten des Pferdes (Speichel, Nasensekret, Urin etc.) möglichst vermeiden.
In Gegenden mit Flughunden sollten ebenfalls eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden – Pferde sollten von Paddocks und Weiden mit blühenden oder früchtetragenden Bäumen möglichst ferngehalten werden oder zumindest nicht die Abend- und Nachtstunden dort verbringen (Flughunde sind nachtaktiv).
Weitere Infos zum Hendra-Virus gibt‘s auf Wikipedia.
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