Horsemanship -Training für mehr Vertrauen zwischen Pferd und Reiter?!
Natural Horsemanship? Hilfe oder Hokuspokus? Pferdplus Mitarbeiter Manfred hat es ausprobiert und erstmals mit seinem Pferd bei einem Kurs von Reinhard Mantler mitgemacht. Was halten Sie davon? Sein Hannoveranerwallach neigte zu Panikreaktionen, Ungehorsam und zum Durchgehen. Nun scheint die Pferd-Reiter-Beziehung eindeutig besser. Lesen Sie hier, wie es den beiden ergangen ist.
Manfred/Pferdplus berichtet:
Ich habe mich vorher noch nie mit diesem Thema beschäftigt. Der Beweggrund dabei sein zu wollen, waren die physischen und psychischen Probleme meines Last Boyscout. Der 10-jährige Hannoveranerwallach ist sehr sensibel und dabei ein „richtiges Scheißerl“, das leicht panisch wird und sein Heil in der Flucht sucht. Seine Angst frisst er in sich hinein und macht sich im Kopf und auch von der Muskulatur her fest und dann geht nix mehr. Das ist seine eine Seite. Er stellt bei der täglichen Arbeit aber auch öfters Fragen nach der Dominanz, so in Art: „Bist Du überhaupt der Boss oder soll ich die Führung übernehmen?“.
Das war die Ausgangslage. Nun war ich natürlich sehr gespannt, ob Reinhard Mantler und Natural Horsemanship mir dabei eine Hilfe sind.
Da standen wir in der Halle professionell ausgerüstet mit Pferd, Strickhalfter, langem Strick und Führstock. Was kommt jetzt? Im ersten Schritt ging es darum, die Aufmerksamkeit des Pferdes „zu holen“. Als wir das geschafft hatten, wurde am Vertrauen gearbeitet, etwa durch Berühren des Pferdes mit dem Stock, „Wacheln“ mit Fahnen usw. Das gab es schon einige Panikreaktionen und es kam Bewegung in die Gruppe. Erst schnaubten und prusteten die Pferde, aber bald kehrte wieder Friede ein. Erstaunlich, wie rasch das ging. Ich war mal schwer beeindruckt. Bald schafften wir es, unsere Pferde auf Wunsch zu „schicken“ und durch Körpersprache mehr Respekt und Vertrauen zu vermitteln. Obwohl im Herdenverband durchwegs „raue Sitten“ herrschen, hatten manche Teilnehmer Probleme, den Führstock auch wirklich einzusetzen.
Sehr emotional wurde es dann bei der konkreten Vertrauensübung. Last Boyscout wurde in der Halle ausgelassen. Erst ging er brav hinter mir her, quer durch die Halle, zwischen den anderen Menschen und Pferden vorüber. Dann wurde er vorsätzlich in Stress versetzt. Die anderen Teilnehmer trieben ihn von sich weg, bald kam eine Flagge geflogen oder ein Stock mit Fransen. Mein Pferd ergriff die Flucht. In Panik galoppierte er durch die Halle und hatte mich komplett vergessen. Aber bald wurde klar, dass er zu Denken begann. Er hielt nach mir Ausschau, kam zu mir zurück und passte sich meinem Tempo an. Er wurde zusehends lockerer. Das Gangbild und seine Haltung waren komplett anders – ruhiger, gefestigter und entspannter.
Was ich mir anfangs nie gedacht hätte, geschah wirklich. Das Band zwischen Last Boyscout und mir wurde immer stabiler, der Hannoveraner zunehmend ruhiger und die Stimmung in der Gruppe vertrauter und entspannter. Die ganze Methode des Natural Horsemanship scheint mir eine gute, effiziente und doch sehr gewaltfreie Methode der „Pferdekorrektur“ zu sein, nicht so unvorstellbar brutal wie etwa hier http://www.pferdplus.com/news/problempferd-oder-problemreiter-eine-leidige-und-oftmals-leidvolle-frage
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