Hufrehe: Neue Erkenntnisse durch australisches Forscherteam
Neue Hoffnung für die Besitzer von reheerkrankten oder -gefährdeten Pferden: Wissenschaftler der Animal Health Foundation (AHF) an der Universität Queensland melden eine wichtige Entdeckung im Verständnis der Insulin-indizierten Form der Hufrehe.
Dr. Melody de Laat und Dr. Chris Pollitt der Universität Queensland (Abteilung zur Erforschung der Equinen Laminitis) haben herausgefunden, dass Rezeptoren, die den so genannten „IGF-1“ binden sollen, bei Pferden mit hohem Insulinspiegel anstelle des IGF-1 Insulin binden. Diese Entdeckung könnte es Forschern ermöglichen, neue Strategien zu entwickeln, um die Bindung von Insulin an die IGF-1-Rezeptoren zu verhindern, sodass es zu keinem Auftreten der Erkrankung kommt. Der IGF-1-Rezeptor ist erwiesenermaßen verantwortlich für die Metastasierung bösartiger Tumore beim Menschen. Es werden laufend Medikamente entwickelt, um diesen Rezeptor zu blockieren. Nach der Entdeckung des australischen Forscherteams könnten diese Medikamente auch bei Pferden, die aufgrund eines sehr hohen Insulinspiegels – wie z.B. bei Vorliegen des EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder Morbus Cushing - für eine Hufreheerkrankung prädestiniert sind, erfolgreich eingesetzt werden.
Zum Hintergrund
Insulin wird in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse, den so genannten „Langerhans´schen Inseln“ gebildet und dient der Senkung des Blutzuckerspiegels. Dadurch wird der Blutzucker entweder direkt in Energie umgewandelt und dem Stoffwechsel zur Verfügung gestellt, oder in Form von Glykogen (v.a. im Muskel und der Leber) gespeichert. Dr. Pollit und sein Team haben kürzlich herausgefunden, dass Insulin einer der Hauptgründe für das Entstehen einer Hufrehe ist; sie wussten allerdings bislang nicht warum.
Der Pferdefuß ist in seinem Stoffwechsel stark abhängig vom Blutzuckergehalt, aber nicht von Insulin um diesen Blutzucker umzusetzen. Pferde haben eine Vielzahl von IGF-1-Rezeptoren in ihren Füßen, aber keinerlei Insulin-Rezeptoren. Das Team um Dr. Pollit nimmt nun an, dass das vorliegende Insulin die Struktur des IGF-1 nachahmt, und somit an die IGF-1-Rezeptoren bindet.
Dadurch kommt es zur Wucherung der – von der Kronlederhaut produzierten, pro Monat zwischen 8 und 10mm in Richtung Sohle wachsenden Zellen; was - in Kombination mit dem Gewicht des Pferdes beim Auffußen - eine Beschädigung des Hufbeinträgers (Verbindung zwischen Hufbein und der Hornkapsel) zur Folge hat, sodass das Hufbein nicht mehr in seiner Position gehalten werden kann und das Krankheitsbild der Hufrehe entsteht.
Fachliche Betreuung: Dr. Barbara Mandler-Fritz
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