Indien – Im Land der Marwaris

Die Inder mit ihren prachtvoll geschmückten Marwari-Pferden beeindruckten zutiefst. Foto: Sandra Bhend/Fotoreise Slawik 2011

Die indischen Marwari-Pferde zählen zu den ungewöhnlichsten und faszinierendsten Pferderassen der Welt. Sandra Bhend hat sie auf einer Fotoreise mit Christiane Slawik näher entdeckt.

Schon am ersten Tag kamen und Christine und ich nicht mehr aus dem Staunen heraus. Da unser Gastgeber Bonnie eine beachtliche Stutenherde, einige Jungtiere und natürlich auch ein paar prachtvolle Hengste besaß, gab es reichlich Möglichkeiten, die prächtigen Marwaripferde mit ihren unverwechselbaren Sichelohren zu fotografieren. Dabei staunten wir über die Farbenvielfalt der indischen Rasse. Neben den Grundfarben in den verschiedensten Schattierungen, waren auch Falben, stichelhaarige Tiere und die unterschiedlichsten Schecken mit dabei. Bonnie hat die Pferde schließlich mit indischen Halftern ausgestattet, was die Bilder noch um einiges authentischer werden ließ. Wie an hohen Festtagen, wurden die Pferde feinsäuberlich auf Hochglanz gebracht. Die kostbaren Schabracken, echten Silberverzierungen und teuren Zaumzeuge, farbenfrohe Schals und kleinen Glöckchen wurden aus der Sattelkammer geholt, um damit die zwei überaus geduldigen Marwarihengste zu schmücken. Mit dem entsprechenden Hintergrund bot sich danach ein Bild wie aus einem indischen Märchen.
Doch nicht nur die Pferde und die Kulisse zum Fotografieren beeindruckte uns, auch die Tanzshow der Pferde, gemeinsam mit Kamelen, hatte uns die Sprache verschlagen. „Mit Worten nicht mehr zu beschreiben!“ Was zudem faszinierte war die Geduld und Hingabe, die man dort für die Ausbildung der Pferde aufbringt. Mit viel Ruhe, Zeit, Einfühlungsvermögen und Lob werden die Marwaris zum Teil bis zu Lektionen der hohen Schule ausgebildet – hauptsächlich vom Boden aus! Im Gegenzug haben die Pferde eine erstaunliche Anhänglichkeit und Menschenbezogenheit. Es scheint als sei die Beziehung zum Menschen wichtiger als die zu ihren Artgenossen.
Auch unter dem Sattel überzeugten die wackeren Pferde. Kilometerweit trugen sie ihre Reiter durch sandiges Gelände, blühende Senffelder und kleine Dörfchen durch die Ausläufer der Wüste Thar. Nervenstark brachte sie kein Lärm oder lautes Gehupe der Tuktuks am Markt aus der Ruhe. Außerdem bewiesen sie besonderen Bewegungseifer – selbst der 12-minütige Galopp brachte keines der Tiere außer Atem. Auch die Menschen, die wir in diesen Tagen kennenlernten durften, beeindruckten tief mit ihrer fröhlichen und herzlichen Art. Die imponierenden Pferde, der Reichtum an Farben und Mustern, aber auch die Inder als wahre Pferdekenner haben uns zutiefst bewegt und für alle stand fest, dass diese Reise zu den Marwaris keineswegs die letzte war….

Vollständige Reportage in Pferdplus 09/2011
Autor: Sandra Bhend

Weitere Informationen:

Christine Slawik
E-Mail: info [at] slawik [dot] com

www.slawik.com

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