Jakobskreuzkraut – eine Gefahr für Pferde
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen informiert in einer neuen Broschüre über die Gefahren, die das Jakobskreuzkraut besonders für Pferde mit sich bringt. Die Pflanze ist giftig und z. T. auch in Österreich stark verbreitet.
Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea), eine gelb blühende Giftpflanze, hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland und teilweise auch iin Österreich stark verbreitet. Besonders auf wenig genutzten Weiden, Brachflächen, Wegrändern und Böschungen breitet sich diese zweijährige Giftpflanze weiter aus. Wie man diese Gefahr erkennen und bekämpfen kann, hat nun die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einer informativen Broschüre zusammengestellt.
Vermehrung & Gefahren
Jakobskreuzkraut, auch als Jakobsgreiskraut bekannt, hat löwenzahnähnliche Blätter. Die Pflanze ist giftig und verursacht Leberschäden. Die jüngsten Pflanzen und die gelben Blüten sind am giftigsten. Pferde und Rinder reagieren auf das Kraut empfindlicher als Schafe und Ziegen. Besonders gefährlich für die Tiere ist die Zeit vor der Blüte, denn die jungen, besonders giftstoffreichen Blätter werden auf der Weide gefressen. Sobald die Pflanzen blühen, dann ist die Pflanze etwa einen Meter groß und hat gelbe, margeritenartige Blüten, rühren die Tiere sie nicht mehr an. Wenn die Blüten Samen bilden, weil die Weide nicht gemäht wird, ist die Ausbreitung im kommenden Jahr vorprogrammiert.
Mühsame Bekämpfung
Auf regelmäßig gemähtem Grünland hat das Jakobskreuzkraut keine Chance, sich zu vermehren. Optimale Bedingungen findet es auf Weiden, die nicht regelmäßig nachgemäht werden. Besonders häufig ist es auf wenig gepflegten Pferdeweiden zu finden. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt, durch regelmäßiges Nachmähen der Weideflächen die Samenbildung der Pflanzen zu verhindern. Um das Jakobskreuzkraut zu bekämpfen, muss es ausgerissen oder ausgestochen und die Pflanzenreste entsorgt werden, damit die Weidetiere diese nicht mehr fressen können. Dabei sollten die Wurzeln mit entfernt werden, da Jakobskreuzkraut auch aus im Boden verbliebenen Wurzelresten erneut austreiben kann. Die Samen des Jakobskreuzkrautes können sich aber nur in lückigen Narben etablieren. Fehlstellen sollten daher schnellstmöglich durch Nachsaat repariert werden. Nachsaaten ab Mitte August gelingen in der Regel durch günstige Witterungsbedingungen mit ausreichender Bodenfeuchte relativ sicher.
Die neue Broschüre
Umfangreiche Informationen über diese Pflanze enthält die 28-seitige Broschüre “Jakobskreuzkraut – eine Giftpflanze auf dem Vormarsch”, die die Landwirtschaftskammer und das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen gemeinsam herausgegeben haben. Die Autoren, Dr. Clara Berendonk von der Landwirtschaftskammer und Dr. Andreas Neitzke vom Landesamt, erläutern nicht nur die Biologie dieser heimischen Giftpflanze und die Ursachen ihrer zunehmenden Verbreitung, sondern gehen auch umfangreich auf die mögliche Gefährdung von Nutztieren, wie Pferden und Rindern, ein.
Die Broschüre steht hier zum Download zur Verfügung.
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
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