Kurios: „Speed Gen“ englischer Vollblüter geht auf Shetland-Stute zurück
Wissenschafter des University College Dublin und der University of Cambridge haben die Herkunft des „Geschwindigkeits-Gens“ bei englischen Vollblütern näher untersucht – und eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Das Gen geht auf eine englische Shetlandstute zurück, die vor 300 Jahren lebte. Kein Witz.
Im Jahr 2010 konnten Wissenschaftler das sogenannte Geschwindigkeits-Gen („Speed Gen“) bei Pferden identifizieren – eine Entdeckung, von der sich die Rennpferdezucht neue entscheidende Impulse erhofft. Britische Forscher gingen nun noch einen Schritt weiter – und wollten, wie die Website physorg.com berichtet, den Ursprung dieses Gens erforschen. Projektleiterin war Dr. Emmeline Hill, die bereits an der Entdeckung des ,Equinome Speed Gen’-Tests beteiligt war – ein Test, der angewandt wird, um die optimale Distanz für Rennpferde zu ermitteln. Dr. Hill: „Wir wollten einfach herausfinden und verstehen, woher die Geschwindigkeit beim englischen Vollblut kommt“, so die Forscherin, die am Institut für Landwirtschaft und Ernährung des University College Dublin arbeitet.
Dr. Hill und ihr Team analysierten die DNA von rund 600 Pferden aus 22 verschiedenen Zuchten in Europa, Asien und Nordamerika, weiters DNA-Proben, die aus den Skeletten von zwölf herausragenden Vollbluthengsten, die zwischen 1764 und 1930 geboren wurden,entnommen wurden. Auch die Proben von 40 Eseln und zwei Zebras wurden untersucht. Aus dem gesamten genetischen Material konnten die Forscher letztlich zwei verschiedene Genarten herausfiltern: Das T-Speed Gen, das auf Pferde zurückgeht, die wenige Rennen zwischen zwei und vier Meilen im direkten Duell bestritten, konnte als Kopie des original Speed Gens identifiziert werden, dem Myostation-Speed Gen der Art C. Dieses originale C-Speed Gen ist für schnelle Rennen mit kurzen Distanzen am besten geeignet, was es in der Rennpferdezucht so begehrt macht.
Um das C-Gen weiterzuverfolgen, wurden Proben von über 20 Pferderassen untersucht, darunter typische englische und irische Rassen. Zusätzlich wurde die Vielfalt der beiden Gene gegenüber gestellt, wobei nur ein einziges C-Gen aber elf verschiedene Arten des T-Gen gefunden werden konnten. Kurioserweise wurde dabei das Shetlandpony als die Rasse mit der höchsten Frequenz dieses C-Gens identifiziert. Dr. Hill: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Speed-Gen vor rund 300 Jahren durch eine einzige britische Stute in die Vollblut-Rasse gelangt ist – und diese Stute mit hoher Wahrscheinlichkeit vom damaligen lokalen britischen Pferdeschlag abstammte, der bereits vor Jahrhunderten herausragende Rennpferde hervorbrachte, lange vor der formellen Gründung des englischen Vollbluts.“ Und dieser Pferdeschlag lebt bis heute – auch in genetischer Hinsicht – im Shetlandpony fort und wird von diesem repräsentiert. Shetties als Speed-Könige – wer hätte das gedacht....
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