Leckerli fürs Pferd – darauf sollten sie achten

Auch bei Leckerli ist der Energiegehalt zu berücksichtigen. Foto: Archiv

Eine kleine Belohnung zur rechten Zeit schafft Freude und Zufriedenheit. Doch worauf muss man achtgeben, wenn man sein Pferd mit Leckerli verwöhnt?
 
Es ist erst einige Jahre her, da war der Würfelzucker noch DIE Belohnung für Pferde schlechthin. Aber die Abkehr vom Zucker ist durchaus sinnvoll: Zwar spielt Karies bei Pferden nur eine untergeordnete Rolle, weil die Zähne ständig nachwachsen, aber problematisch wird es, wenn der süße Speichel vom Zuckerstückchen vernaschen auf die Krippe und Zäune tropft. Viele Pferde lecken dann diese Flächen ab und gewöhnen sich so leicht Untugenden wie Holzknabbern und Koppen an. Auch der Zahnstein ist bei Pferden ein Thema – die Entfernung ist recht aufwändig und für die Pferde nicht angenehm. Gefördert wird die Zahnsteinbildung durch melassehaltige Futtermittel, daher sind melassefreie Leckerli vorzuziehen.

Industrielle Leckerli
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Leckerli auf dem Markt – hier nur ein paar kleine Tipps und Hinweise, die man beachten sollte:
– auch Leckerli enthalten Energie – also nur in begrenzten Mengen einsetzen oder ein anderes Futter reduzieren
– achten Sie darauf, was in den Leckerli enthalten ist – sollte beispielsweise angegeben sein „angereichert mit Vitaminen und Mineralstoffen“, bedenken Sie, dass damit eine ausgewogene Ration verschlechtert werden kann
– bei Kräuter-Leckerli müssen Sie davon ausgehen, dass diese relativ viel Kalzium enthalten
– in kleinen Mengen können die Leckerli bedenkenlos verfüttert werden

Natürliche Leckerli
Möhren sind aufgrund des hohen Anteils an ß-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, eine sehr gesunde Belohnung für Pferde. Eine Überversorgung mit ß-Carotin ist nicht möglich, da die Pferde nur so viel in Vitamin A umwandeln wie benötigt wird. Möhren müssen sauber sein, dürfen nicht gefroren gefüttert werden und wegen der hohen Nitratmenge müssen die grünen Bestandteile der Möhre abgeschnitten werden. Wichtig ist auch, die Möhren nicht zu zerkleinern – Gefahr einer Schlundverstopfung!
Rüben sind ein schmackhaftes Futter für die Pferde, insbesondere die Zuckerrüben. Bei größeren Mengen sind die Futterrüben vorzuziehen – sie haben einen geringeren Zuckergehalt (Gehalts- und Masserüben).
Auch Äpfel können in größeren Mengen verfüttert werden. Höchstmengen sind aus der Literatur nicht bekannt. Mit 2 bis 3 kg können Sie gar nichts falsch machen. Da die in Äpfel enthaltenen Pektine nicht im Dünndarm, sondern im Dickdarm relativ schnell verdaut werden, sollte man bei empfindlichen Pferden nicht zu große Mengen auf einmal füttern – es kann du Durchfall kommen. Ebenso nicht zu klein geschnittene Äpfel geben – Gefahr derSchlundverstopfung!
Bananen fressen die meisten Pferde gern – aber ohne Schale! Diese ist zwar nicht giftig, wohl aber die Chemikalien, mit denen sie behandelt wurde.

Brot für Pferde
– Achtung: frisches Brot kann zu Blähungen führen – nur in kleinen Mengen und nicht an empfindliche Pferde verfüttern
– Brot möglichst schnell trocknen, damit es nicht anfängt zu schimmeln
– verschimmeltes Brot darf auch bei gering sichtbarem Schimmelbefall auf keinen Fall verfüttert werden – Kolikgefahr
– hoher Energiegehalt – bei größeren Mengen unbedingt Kraftfutter abziehen.
Die wichtigsten Grundsätze:
– Mindestmenge an Grundfutter 1 kg (besser 1,5 kg) Trockenmasse pro 100 kg Lebendgewicht des Pferdes
– kleine Kraftfuttermengen pro Mahlzeit (möglichst nicht mehr als 1 kg)
– immer die Gesamtration im Auge behalten, nicht wahllos Zusätze füttern

Energiegehalte der Futtermittel

FuttermittelEnergiegehalt MJ/kg FutterMenge, die 1 kg Hafer eresetzt (in kg)
Hafer11,2-
Brot130,9
Karotten1,86,2
Zuckerrüben3,33,4
Gehaltsrüben25,6
Masserüben17,5
Äpfel1,55

 

 

 


Die komplette Geschichte finden Sie in Pferdplus 05/2010
Autor: Otfried Lengwenat

Pferdplus Probeheft
Ich möchte kostenlos und unverbindlich ein Pferdplus Probeheft bestellen.