London-Olympia: Historischer Sieg für Laura Bechtolsheimer in der Weltcup-Kür
Spannend und umkämpft wie selten zuvor war die Entscheidung in der Weltcup-Qualfikation bei der London International Horse Show: Die drei erstplatzierten Reiter lagen innerhalb von 0,5 Prozentpunkten, der Sieg ging erstmals in der Geschichte an eine britische Reiterin – Laura Bechtolsheimer.
Enger kann eine Entscheidung eigentlich nicht ausfallen: Die drei Erstplatzierten der gestrigen Weltcup-Kür in der ehrwürdigen Olympia-Halle von London lagen innerhalb von nur 0,5 Prozentpunkten und übertrafen allesamt die 83-Prozent-Marke. Und alle drei kamen aus Großbritannien – was nicht nur Chefrichter Stephen Clarke ins Schwärmen brachte: „Mit diesem Ergebnis ist ein Traum für den britischen Dressursport wahr geworden. Die Reiter waren einfach fantastisch – und haben uns Richtern die Reihung nicht einfach gemacht."
Für die dreifache Vize-Weltmeisterin Laura Bechtolsheimer mit Mistral Hojris war es ein historischer Sieg: Erstmals seit seiner Einführung im Jahr 2004 ging die Weltcup-Qualifikation von London-Olympia an eine britische Reiterin – und es war auch der erste britische Sieg in einer Weltcup-Kür. Kein Wunder, dass die Britin nicht nur mit ihrem Ritt, sondern auch mit der Gesamtnote von 83,975 % hochzufrieden war: „Ich hatte einen großartigen Ritt. ,Alf‘ hat alles richtig gemacht – es ist schon etwas ganz Besonderes, am Ende der Saison hier in Olympia vor heimischem Publikum zu gewinnen“, so Laura Bechtolsheimer nach ihrem Triumph.
Als Siegerin der Herzen darf sich die Zweitplatzierte Charlotte Dujardin mit Valegro fühlen – die Siegerin des Grand Prix zeigte eine mitreißende, wenngleich nicht gänzlich fehlerfreie Darbietung und wurde vom Publikum mit Beifallsstürmen bedacht: „Valegro war heute ein wenig heißer als im Grand Prix und es gab ein paar kleine Fehler – ich muss die Kür einfach noch besser in den Griff bekommen. Aber allein hier mitzureiten war noch im letzten Jahr ein Traum von mir“, so Charlotte Dujardin, die auf eine Gesamtnote von 83,700 % kam. Ein Wermutstropfen war die doch recht unterschiedlichen Wertnoten, die ihr letztlich auch den Sieg kosteten – während der dänische Richter Leif Törnblad nur 79,250 % vergab, erhielt das Paar vom Franzosen Jean Michel Rodier 87,875 %.
Enorme Anspannung und höchste Konzentration war Carl Hester und Uthopia bei ihrer Vorstellung deutlich anzumerken. Nach dem nicht gänzlich geglückten Grand Prix wollte sich das vielgelobte Paar rehabilitieren – und das gelang in eindrucksvoller Manier: Ihre Kür war ohne Fehler – und Uthopia entfaltete in der Arena seine ganze Dynamik, Eleganz und Ausdruckskraft. „Es war das Beste, was wir zeigen konnten“, so Hester nach seinem Ritt, der mit 83,450 % und damit Platz drei honoriert wurde. „Ich hatte einen tollen Ritt mit vielen Höhepunkten – ich hätte Laura und Charlotte heute wirklich gerne geschlagen, aber ich glaube nicht, dass ich noch irgendwas hätte besser machen können.“
Die britische Sternstunde komplettierte auch noch Richard Davison mit Hiscox Artemis, der mit 75,050 % Platz vier belegte. Erst auf dem fünften Rang folgte die beste deutsche Reiterin – Nadine Capellmann kam mit Elvis VA auf 74,600 %.
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.
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