Munich Indoors: Marcus Ehning siegt im Großen Preis – Nikolaus Luschin Dritter im Voltigieren

Marcus Ehning holte sich den Sieg im Großen Preis von München (Archivfoto: Julia Rau)

Marcus Ehing gewinnt den Großen Preis von München, der Ire Denis Lynch siegt in der Riders Tour-Gesamtwertung. In der ersten Voltigier-Weltcup-Qualifikation holt Nikolaus Luschin holt Rang drei bei den Herren & Stefanie Kowald Rang fünf bei den Damen

Spannend bis zuletzt war die Entscheidung um den Gewinn der DKB-Riders Tour in diesem Jahr. Vor dem Finale bei den Munich Indoors, zugleich der sechsten Station, hatten mit dem führenden Denis Lynch und den auf den Plätzen zwei bis vier folgenden Marcus Ehning, Eva Bitter und Heiko Schmidt noch vier Reiter eine Chance auf den Titel Rider of the Year und die drei Autos für die drei Bestplatzierten besessen.

Duell um den Sieg

Nach einem Abwurf von Heiko Schmidt mit seiner neunjährigen Stute Cassiopeia sowie zwei Abwürfen von Eva Bitter und Satisfaction im ersten Umlauf wurde aus dem Vierkampf ein Duell zwischen Denis Lynch und Marcus Ehning. Im zweiten Umlauf, für den sich die zehn Besten des ersten qualifizierten, unterbot als sechster Starter Marcus Ehning die von Mario Stevens mit D’Avignon vorgelegte Bestmarke von fehlerfreien 39,23 Sekunden deutlich in 35,69 Sekunden mit einem famos springenden Sandro Boy. Als letzter Starter des zweiten Umlaufs unternahm der im westfälischen Münster lebende Ire Denis Lynch gar nicht mehr den Versuch, dieses Ergebnis noch zu unterbieten: „Ich wusste, dass mir ein Platz unter den ersten Vier zum Sieg in der Riders Tour genügen würde. Marcus war sogar so nett gewesen und hat mir noch einen Tipp auf dem Abreiteplatz gegeben, nicht vor dem letzten Hindernis vorbei zureiten.“ Am Ende wurde Denis Lynch mit Abbervail van der Dingshof Dritter. Marcus Ehning, der bereits bei allen zehn Auflagen der Riders Tour teilgenommen hat und sich neunmal unter den Top Ten platzierte, davon viermal an zweiter Stelle, schien nicht sehr traurig darüber zu sein, dass er erneut den Titel nicht gewinnen konnte, „Ich bin mit meinem Sieg im Grossen Preis hervorragend zufrieden. Es hat wieder so viel Spaß gemacht, Sandro Boy mit seinen 17 Jahren zu reiten. Er ist ein ganz außergewöhnliches Pferd.“
Weltmeister Phlippe Le Jeune hatte bereits im ersten Umlauf zwölf Strafpunkte, ebenso der tags zuvor im Championat mit Sebastian zweitplatzierte Christian Ahlmann. Der Sieger des Championats, der Australier Chris Chugg, konnte sich mit Vivant mit einem schnellen Vier-Fehler-Ritt für den  zweiten Umlauf qualifizieren, hatte dort aber auch einen Abwurf und wurde Siebter.

Rang drei für Nikolaus Luschin im Voltigieren

Die Munich Indoors boten dieses Jahr auch noch eine Welt-Premiere: Mit der ersten Qualifikation wurde der FEI Voltigier-Weltcup aus der Taufe gehoben. Teilnahmeberechtigt sind die besten sechs bis acht Damen bzw. Herren der FEI-Weltrangliste – zusätzlich gibt es Wildcards für jede Qualifikation. Für das erste Weltcup-Finale der Voltigierer, das von 27. April bis 1. Mai 2011 in Leipzig stattfinden wird, qualifizieren sich jeweils die besten sechs Einzelvoltigierer aus der Qualifikationsphase.
Leider fehlte ein ganz Großer des deutschen sowie des internationalen Voltigiersports bei dieser  Premiere: Kai Vorberg, Weltmeister von 2004 und 2006 und Vize-Weltmeister von Kentucky, mußte nach einem akuten Bandscheibenvorfall alle Turnierteilnahmen absagen – darunter auch die in München. So siegte ungefährdet – nach zwei eindrucksvollen Kür-Darbietungen – der regierende Weltmeister Patric Looser aus der Schweiz, auf seinem WM-Pferd Record RS von der Wintermühle mit 8,770 Punkten vor dem Tschechen Lukas Klouda (7,943) sowie dem Österreicher Nikolaus Luschin, der auf 7,786 Zähler kam.
Im Damenbewerb gab es ebenfalls einen unangefochtenen Sieg für die WM-Dritte von Kentucky, die Deutsche Simone Wiegele, mit Arkansas, die auf Gesamtnote 8,750 kam. Auch die Plätze zwei und drei gingen an Voltigererinnen des Gastgeberlands: Rang zwei holte die Vize-Weltmeisterin von Kentucky, Antje Hill, die ebenfalls auf Arkansas an den Start ging und auf 8,373 Punkte kam, Rang drei an Pia Engelberty mit Record RS von der Wintermühle (7,960). Mit einer starken Leistung holte Stefanie Kowald auf Lennox mit Platz fünf (7,830) das beste Resultat für Österreich, Julia Ulrich kam auf Rang acht (6,683).
Birgit Popp/Pferdplus

Ergebnisse
Internationale Springprüfung Kl. S mit Stechen – Großer Preis
1. Marcus Ehing (GER) mit Sandro Boy 0/35,69 Sekunden im 2. Umlauf
2. Mario Stevens (GER) mit D’Avignon 0/39,23
3. Denis Lynch (IRL) mit Abbervail van het Dingeshof 0/40,69
4. Angelica Augustsson (SWE) mit Mic Mac du Tillard 0/40,92
5. Balazc Krucso (HUN) mit KN Nemo 0/43,16
6. Philipp Weishaupt (Deutschland) mit Souvenir 4/33,31

DKB-Riders Tour
1. Denis Lynch (IRL)
2. Marcus Ehning (GER)
3. Heiko Schmidt (GER)

Voltigier-Weltcup-Qualifikation Herren
1. Patrick Looser (SUI) mit Record RS v.d. Wintermühle - 8,770
2. Lukas Klouda (CZE) mit Record RS v.d. Wintermühle - 7,943
3. Nikolaus Luschin (AUT) mit Flashlight RS v.d. Wintermühle - 7,786

Voltigier-Weltcup-Qualifikation Damen
1. Simone Wiegele (GER) mit Arkansas - 8,750
2. Antje Hill (GER) mit Arkansas - 8,373
3. Pia Engelberty (GER) mit Record RS v.d. Wintermühle - 7,960
5. Stefanie Kowald (AUT) mit Lennox - 7,830
8. Julia Ulrich (AUT) mit Lennox - 6,683

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