Nach peinlichem Rechenfehler: Deutschland erhält EM-Gold
Bei der Vielseitigkeits-EM der Young Rider im tschechischen Pardubice (29. 7.–1. 8.) ist ein Rechenfehler passiert – anstelle der Mannschafts-Silbermedaille bekommt Deutschland nun gleichauf mit Sieger Großbritannien Gold.
Die Entscheidung im Mannschaftsbewerb der Young Rider-EM im tschechischen Pardubice hätte nicht knapper ausfallen können: Nach Dressur, Cross und Parcours lag das britische Young Rider-Team mit 149,80 Gesamtfehlerpunkten nur um einen Zehntel Fehlerpunkt vor dem Team aus Deutschland (149,90 Fehlerpunkte. Im deutschen Team überlegte man kurz, Protest einzubringen - denn die britische Reiterin Emily Llewellyn hatte im Springen einen Oxer umgeworfen und war anschließend einfach im Schritt darüber hinweggeritten. „Dafür hätte man sie eigentlich abläuten müssen“, meinte Equipechef Hans Melzer – doch der deutsche Cheftrainer der Vielseitigkeitsreiter verzichtete letztlich doch auf einen Einspruch: „Das ist nicht unsere Art, eine Medaille zu gewinnen“, meinte er nach dem Championat.
Nun ist es aber doch noch Gold geworden – nicht durch Protest, sondern durch eine nachträgliche Ergebniskorrektur: Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe berichtete, hatte der Coach einer deutschen Reiterin alle EM-Ergebnisse zuhause nachgerechnet – und siehe da: Er entdeckte einen Rechenfehler – die Fehlerpunkte der britischen Teamreiterin Emily Parker wurden irrtümlich ab- und nicht aufgerundet, wie die Website buschreiter.de berichtete. Dadurch lag Großbritannien um einen Zehntel Punkt voran. Nach der Korrektur lagen beide Teams exakt punktgleich auf Rang eins. Und jetzt wird es interessant: Während bei nationalen Bewerben bei Punktegleichheit zweier Teams das bessere Geländeergebnis den Ausschlag gibt, entscheidet bei Europameisterschaften die Majorität der Plätze der einzelnen Teamreiter. Und diese war ebenso identisch wie das Mannschaftsergebnis zuvor: 14 Punkte. Großbritannien belegte die Plätze 1,5 und 8, Deutschland die Ränge 3,4 und 7. Und in einem solchen Fall sehen die FEI-Bestimmungen vor, dass zwei Goldmedaillen zu vergeben sind, und so geschah es dann auch: Die FEI reagierte prompt – und die deutsche Silbermedaille mutierte zu Gold: guter Tausch.
Links:
Den Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung finden Sie hier.
Den Artikel der Website www.buschreiter.de finden Sie hier.
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