Nach zwei tödlichen Stürzen: Australische Abgeordnete möchte Hindernisrennen verbieten
Nach dem Tod von zwei Rennpferden innerhalb einer Woche fordert eine Abgeordnete der Grünen ein vollständiges Verbot von Hindernisrennen im Bundesstaat Südaustralien. Sollte es zu keiner politischen Lösung kommen, könnten die Gerichte entscheiden, so die Abgeordnete.
Zwei tote Pferde innerhalb einer Woche haben in Australien die Diskussionen um Hindernisrennen neu entfacht. Am 28. März war das Pferd Jotilla beim ersten Hindernisrennen der Saison im Bundesstaat Victoria tödlich verunglückt – kaum eine Woche später, am 3. April, kam beim Oakbank Easter Racing Carnival das Pferd Virvacity bei einer Steeplechase ums Leben: Der 10-jährige Wallach stürzte nach einem Sprung und brach sich dabei die Schulter – er musste noch an Ort und Stelle eingeschläfert werden. Die beiden Todesfälle sind Wasser auf die Mühlen von Tierschützern und Rennsport-Kritikern, die den Hindernisrennsport für zu gefährlich halten und für ein bundesweites Verbot plädieren. In Australien sind Hindernisrennen nur noch in den Bundesstaaten Victoria und Südaustralien erlaubt – in allen anderen sind sie verboten.
Die Abgeordnete im Oberhaus von Südaustralien, Tammy Franks von den Grünen, hat als Tierschutz-Sprecherin ihrer Fraktion nun ein Ende der Hindernisrennen in ihrem Bundesstaat gefordert: „Der Tod des Pferdes und die schwere Verletzung des Jockeys, der am 3. April mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste, sind nur ein weiterer Beweis, dass es höchste Zeit ist, diese Art von Rennen in Südaustralien zu verbieten. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Tote und Verletzte in Hindernisrennen weiter dem Ruf des gesamten Rennsports schaden werden, solange diese Rennen durchgeführt werden.“ Allein im letzten jahr starben bei Hindernisrennen im Victoria sechs Pferde, in Südaustralien waren es fünf. Tammy Hanks weiter: „Mit einer Todesrate, die 10 bis 20 Mal höher ist als in den Flachrennen, ist es nicht verwunderlich, dass keine anderen Bundesstaaten in Australien diese Rennen noch zulassen.“ Hindernisrennen sind durch einen Regierungsbeschluss in New South Wales 1997 verboten worden, Tasmanien hat 2007 die Durchführung ausgesetzt.
Tammy Franks weiter: „Letztes Jahr hat das Komitee für Tierschutzrecht in Südaustralien darauf hingewiesen, dass Hindernisrennen möglicherweise dem geltenden Tierschutzgesetz widersprechen. Der zuständige Minister für Sport, Tom Kenyon, hat diese Meinung damals ignoriert – man wird sehen, wie das unsere Gerichte beurteilen“, so Franks in einer Aussendung, die eine entsprechende Klage vorbereitet. „Wenn die Rennsport-Industrie dieses Gemetzel nicht selbst beenden kann, dann werden es vielleicht die Gerichte tun.“
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