Neue Anästhesie-Methode für Pferde bringt deutliche Fortschritte

Die Narkose bei Pferden war bislang unsicher und problematisch – die neue Technik soll deutliche Verbesserungen bringen. Foto: Archiv

Kalifornische Tierärzte haben eine Anästhesie-Technik für Pferde entwickelt, die besser und sicherer als bisherige Methoden ist. Eine Kombination der Wirkstoffe Guaifenesin und Propofol konnte negative und sogar gefährliche Begleiterscheinungen, die ansonsten auftreten können, nahezu vollständig ausschließen.

Das Anästhesie-Team der Veterinärmedizinischen Universität in Davis (Kalifornien) hat herausgefunden, dass eine Wirkstoff-Kombination besser als das Mittel Propofol allein wirkt – das berichtete das Portal Horsetalk.co.at. Die Forschergruppe, die von Tierarzt Dr. Robert Brosnan geleitet wurde,  verwendete eine Kombination der Wirkstoffe Guaifenesin und Propofol zur Narkotisierung von Pferden – dabei konnten negative Auswirkungen, die beim Einsatz von Propofol als alleiniges Narkosemittel auftreten können, deutlich reduziert werden.

Wie Dr. Brosnan erklärte, ist die Anästhesie bei Pferden generell mit einem deutlich höheren Risiko verbunden ist als etwa bei Hunden, Katzen oder auch Menschen. Ein Grund dafür ist, dass für die Anästhesie bei Pferden weniger geeignete Medikamente zur Verfügung stehen – und dass einige davon ernste Nebenwirkunen hervorrufen können, die bei anderen Tierarten nicht zu beobachten sind.

Propofol ist ein Narkosemittel, das bei Tieren und Menschen routinemäßig eingesetzt wird und hat wichtige positive Eigenschaften, die anderen Präparaten fehlen. Beim Menschen und auch bei den meisten Tieren führt Propofol zu einer sanften und dennoch raschen Bewußtlosigkeit – bei Pferden jedoch kann Propofol ein heftiges Ausschlagen bzw. Paddeln der Vorder- und Hinterbeine verursachen, was sowohl für das Pferd selbst als auch für die behandelnden Personen gefährlich ist und zu Verletzungen führen kann. Aufgrund dieser negativen Begleiterscheinung war die routinemäßige Anwendung von Propofol als Anästhetikum bei Pferden bislang unsicher und wenig praxistauglich.

Die kalifornischen Tierärzte haben eine Methode entwickelt, mit der das gefürchtete Ausschlagen infolge einer Propofol-Anwendung zuverlässig verhindert werden kann – nämlich durch den Einsatz von Guaifenesin, das in Kombination mit Propofol eingesetzt wird. Im Rahmen der Studie wurde bei acht erwachsenen Pferden zuerst Guaifenesin verabreicht, daran anschließend Propofol (2 mg/kg). Die Narkose wurde zwei Stunden lang mit Isofluran oder Sevofluran aufrechterhalten. Das Ergebnis war überzeugend: Guaifenesin konnte die negativen Begleiterscheinungen von Propofol zuverlässig verhindern. Guaifenesin (90 mg/kg), gefolgt von Propofol (3 mg/kg) sollte nach dem abschließenden Urteil der Wissenschaftler ausreichen, um 99 % der erwachsenen, gesunden Pferde sicher und problemlos zu narkotisieren – auch der Abbau der Wirkstoffe erfolgte rasch. Das Resümee von Dr. Brosnan: Mit der neuen Narkosetechnik können Pferde ebenso so sanft und sicher wie andere Tierarten betäubt werden. Diese spezielle Anästhesie-Methode erhält sowohl die positiven Eigenschaften von Propofol wie eine rasche Bewußtlosigkeit und eine bessere, raschere Erholung nach der Narkose – und ermöglicht Tierärzten darüberhinaus ein sicheres und gefahrloses Arbeiten.

Die Forschungsergebnisse wurden im ,American Journal of Veterinary Research‘ unter dem Titel ,Anästhesie mit Guaifenesin und Propofol bei erwachsenen Pferden‘ veröffentlicht – hier finden Sie eine Zusammenfassung.

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