Neue Studie über den Geruchssinn der Pferde
Verhaltensforscherin Dr. Konstanze Krüger von der Universität Regensburg hat den Geruchssinn der Pferde im Rahmen einer Studie untersucht. Eines der spannenden Ergebnisse: Über den Geruch des Kots können Pferde sowohl Gruppenmitglieder als auch Konkurrenten identifizieren.
Pferdplus-LeserInnen ist Dr. Konstanze Krüger bestens bekannt – in der Dezember-Ausgabe gab’s ein großes Interview mit der renommierten Verhaltensforscherin von der Universität Regensburg, Dr. Krüger zählt zu den renommiertesten Experten in Sachen Pferdeverhalten und Pferdepsychologie und hat durch ihre Arbeiten viel zum heutigen Wissensstand über soziales Verhalten und Kognition bei Pferden beigetragen.
In einer ihrer neuesten Studien ging Dr. Kostanze Krüger mit ihrer Kollegin Birgit Flauger der Frage nach, welche Rolle der Geruchssinn im sozialen Leben von Pferden spielt. Für viele Tierarten, die in komplexen sozialen Strukturen leben, spielt der Geruchssinn eine wichtige Rolle bei der sozialen Orientierung – mit seiner Hilfe können z. B. Familienmitgliedern von Nicht-Familienmitgliedern unterschieden und Konkurrenten identifiziert werden. Solche Fähigkeiten wurden z. B. bei Honigbienen, Ameisen, Lemuren, Erdhörnchen, Mäusen usw. nachgewiesen.
Wie die Regensburger Verhaltensforscher nun herausfanden, scheint auch bei Pferden der Geruchssinn eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des sozialen Status zu spielen – offenbar können auch Pferde aus dem Kot wichtige Informationen ,herauslesen‘.
Sie überprüften diese Hypothese durch zwei Experimente: Experiment 1 sollte klären, ob Pferde anhand des Geruchs den eigenen Kot von jenem anderer Artgenossen unterscheiden können. Dabei wurden den Versuchspferden vier verschiedene Kotproben vorgelegt: 1) Proben mit eigenem Kot, 2) Proben mit dem Kot anderer Pferde aus der eigenen Gruppe, 3) Kotproben von Stuten aus einer fremden Gruppe und 4) Kotproben von Wallachen aus einer fremden Gruppe. Das Ergebnis: Pferde können sehr wohl zwischen dem eigenen und dem Kot fremder Pferde unterscheiden, wobei sie aber nicht nach Familienzugehörigkeit oder Geschlecht differenzieren.
Experiment zwei sollte klären, ob Pferde eine Kotprobe exakt einem bestimmten Gruppenmitglied zuordnen können. Dazu legte man zwei getrennten Pferdegruppen in zufälliger Auswahl Kotproben von Gruppenmitgliedern vor. Das interessante Ergebnis. Pferde beider Testgruppen schenkten den Kotproben jener Pferde die meiste Aufmerksamkeit, die ihnen zuvor mit besonders großer Aggressivität gegenübergetreten waren, von denen also die größte Gefährund ihres sozialen Status ausgegangen war. Daraus schlossen die Forscher, dass sowohl Stuten als auch Hengste mögliche Konkurrenten innerhalb der eigenen Gruppe zuverlässig an dem Geruch ihres Kots erkennen können.
Weitere Infos zur Studie finden Sie hier.
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