Österreichisches Freispring-Championat in Stadl-Paura

Am 26. Oktober 2011 ging traditionell das 9. Freispring-Championat für österreichische Warmblut-Pferde über die Bühne und lockte etliche Zuschauer in die große Veranstaltungshalle des Pferdezentrum Stadl-Paura.

Am Vormittag starteten in der festlich geschmückten Halle die vierjährigen Pferde in der Springgasse, wobei die meisten Pferde sehr routiniert an die Aufgabe heran gingen. Als Sieger dieser Klasse ging der Fuchshengst Franz Josef PZW, abstammend von Fire van de Heffinck, von Josef Wessely hervor.

Sieger der vierjährigen Pferde: Franz Josef PZW v. Fire van de Heffinck, Bes. Josef Wessely. Foto: Stefan Seiberl Franz Josef PZW bestach durch sein Selbstbewusstsein und seine Selbständigkeit in der Springgasse und zeigte viel Übersicht, wodurch er von den Richtern Franz Steiner und Heinz Jörg Wächter in allen drei Bewertungskriterien – Technik, Vermögen und Bereitschaft – die höchste Wertung bekam und die Gesamtsumme von 26,50 erreichte. Auf Platz zwei folgte die elegante Stute Nakota (von Earl x Caretello B) von Ferdinand Maier, die vor allem durch ihr schnelles Bein und das schnelle Abfußen beeindruckte. Sie erhielt eine Gesamtsumme von 26,10. Der dritte Rang ging an Ancona (Z. u. B.: Johann Schachinger), die sehr gleichmäßige Durchgänge mit wenig Unterstützung zeigte. Auch die gute Reaktion der A Jungle Prince-Tochter auf Stangenkontakt floss in die Gesamtbewertung von 25,50 Punkten ein.

Siegerin der dreijährigen Pferde: Calanda v. Question d'Honneur, Bes. Franz Gold. Foto: Stefan Seiberl Nach einer kurzen Mittagspause ging es mit den Dreijährigen weiter. Hier fiel die Entscheidung äußerst knapp aus. Auf dem ersten Rang war aufgrund der höchsten Einzelnote schließlich die Stute Calanda (Question d´Honneur x Calando I) von Franz Gold zu finden. Sie bestach mit einer guten Flugkurve und herausragendem Vermögen, das zu einer Gesamtsumme von 25,10 führte. Ebenfalls mit einer Gesamtbewertung von 25,10 Punkten landete die Quadrigus M-Tochter La Rochelle R von Johann Reisenthaler auf Platz zwei, die sich in der Springgasse willig und zugleich vorsichtig präsentierte. Rang drei ging an den Wallach Amadeus, abstammend von Alexander der Grosse Z, im Besitz von Harald Rehschützer. Der Wallach, von den Richtern als „Gummiball“ bezeichnet, begeisterte vor allem durch sein auffallend gutes Hinterbein und erhielt dafür eine Gesamtsumme von 25,00.

Siegerin der zweijährigen Pferde: Calma v. Calme P, Bes. Christine Hommel. Foto: Stefan Seiberl Bei den zweijährigen Pferden stand die Stute Calma (Calme P x Abrek) ganz vorne. Die Schimmelstute im Besitz von Christine Hommel überzeugte die Richter mit ihrer guten Einstellung und dem gezeigten Vermögen und erhielt dafür die Gesamtsumme von 24,60 Punkten. Mit einer Bewertung von 24,10 folgte die Monte Bellini-Tochter Jacarda von Johannes Oberndorfer auf Platz zwei. Rang drei ging an den Hengst Arci, abstammend von Attaché Luc AH (Z. u. B.: Werner Schreck), der gleichmäßige Durchgänge und eine gute Reaktion zeigte. Die Richter vergaben dafür durchgehend die Wertnote 8,0, was die Gesamtsumme 24,00 ergab.

Sehr viele Zukunftshoffnungen für den österreichischen Springsport wurden an diesem Tag präsentiert, die fachlichen Erklärungen der Richter gaben Einblicke in die Bewertungsgrundlagen – und kamen bei den Zuschauern auch durchwegs gut an. Vermeiden sollte man künftig jedoch den Eindruck (den zumindest manche Zuseher hatten), dass Richter möglicherweise in einem Naheverhältnis zu einzelnen Besitzern stehen – und deren Pferde daher vielleicht auch besonders wohlwollend beurteilen. Diese unglückliche Optik sollte den positiven Gesamteindruck einer solchen Veranstaltung nicht trüben – das haben sich weder Veranstalter noch Richter verdient.
Anna Mogeritsch/Pferdplus

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