Pferd verunglückt: Tierschützer fordern Fiaker-Verbot für New York
Ein neuerliches Unglück eines Fiakerpferdes in New York City am Freitag hat zu einer heftigen Konfrontation zwischen Befürwortern und Gegner des Fiaker-Gewerbes geführt – Tierschutz-Aktivisten fordern seit längerem das völlige Verbot von Fiakern in New York.
Am Freitag Abend (4. November 2011) ereignete sich auf der Kreuzung der 60th Street und Broadway ein aufsehenerregender Unfall: Ein Fiakerpferd war an der Kreuzung aus noch nicht restlos geklärten Umständen zusammengebrochen. Tierschützer sprachen von einem weiteren Fall von Tierquälerei und Überforderung, ein Vertreter der ,Horse and Carriage Association of New York‘ widersprach dem jedoch in einem Statement gegenüber CBS2: „Das Pferd ist nicht zusammengebrochen oder kollabiert. Nach den Sturmschäden der letzten Tage im Central Park sind die meisten Pferde die letzten Tage im Stall geblieben – das Pferd war daher bei der heutigen Fahrt daher etwas übermütig und fing zu bocken an. Dabei hat sich ein Hinterbein bei der Stange verfangen und das Pferd ging zu Boden. Das Pferd blieb dabei aber ganz ruhig, während es die umstehenden Personen wieder befreiten. Das Pferd blieb bei der ganzen Sache unverletzt und konnte selbst in seinen Stall zurückgehen.“
Dies ist bereits der zweite Vorfall innerhalb weniger Tage, der das Fiakergewerbe in New York City in die Schlagzeilen brachte. Bereits am 23. Oktober sorgte der Tod des 15-jährigen Fiakerpferdes Charlie für heftige Diskussionen zwischen Tierschützern und Politikern. Charlie war am Weg zu seiner Arbeit im Central Park zusammengebrochen. Wie spätere Untersuchungen ergaben, war Charlie in schlechtem gesundheitlichem Zustand und hätte nicht zu seiner Arbeit eingesetzt werden dürfen – er litt an einem Magengeschwür und hatte außerdem einen gebrochenen Zahn, so die Tierschutzorganisation ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals).
Charlies Tod sorgte für enormes Medieninteresse – und sogar das renommierte Wall Street Journal stellte in einem Artikel die provokante Frage: Soll man Fiaker verbieten? Bürgermeister Michael Bloomberg – der seit vielen Jahren seine schützende Hand über die Fiaker von New York hält – musste zu dem Fall Stellung nehmen: Die Fiaker seien ein historisches Erbe der Stadt und eine beliebte Touristenattraktion, die auch wirtschaftlich für New York wichtig sei. „Viele dieser Pferde wären nicht am Leben, wenn sie diesen Job nicht machen würden“, so Bloomberg. Bei einer Online-Umfrage des ,Wall Street Journal‘ befürworteten jedoch mehr als 76 % der Befragten das Verbot von Fiakern in New York City.
Die politische Debatte um die Abschaffung der Fiaker dürfte somit weitergehen – auch wenn der aktuelle Fall glücklicherweise glimpflich ausging…
Eine New Yorkerin hat mit ihrer Handykamera die dramatischen Szenen des Unfalls eingefangen und auf Youtube veröffentlicht….
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