Pferde absichtlich vom Hufschmied verletzt – nur 270,– Euro Strafe
Die Eigentümerin zweier Pferde, die von ihrem früheren Schmied absichtlich verschnitten und damit lahm gemacht wurden, hat die zuständige Behörde, das Farriers Registration Council, vehement angegriffen, weil diese kein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen hatte. Die Besitzerin ist vom Urteil entsetzt – und spricht von einem Skandal ....
Der beschuldigte Hufschmied, Mark Wellfair aus Gloucestershire, wurde vom Disziplinarkomittee des Farriers Registration Councils am 24. April lediglich mit einem dreimonatigen Berufsverbot, das bis 23. August gültig ist, belegt – das berichtet das Magazin ,Horse&Hound'. Das Urteil des Gerichtes Cheltenham vom 21. Juli 2011 lautete auf vorsätzliche kriminelle Schädigung von Cassandra Price's Pferden. Er wurde auf Ehrenwort entlassen und zu 220 Pfund Schadenersatz (ca. 270,– Euro) und 85 Pfund Kostenersatz (ca. 105,– Euro) verurteilt. Cassandra Price ist über das milde Urteil bestürzt: „Ich fühle mich vom System völlig im Stich gelassen, die Grausamkeit an meinen Pferden war schrecklich", meinte die entsetzte Pferdebesitzerin.
Wellfair hatte die Pferde von Cassandra Price fünf Jahre lang beschlagen, ehe sie 2011 den Schmied wechselte – wofür sich dieser auf besonders perfide Art rächte: Am 7. und 23. Februar 2011 betrat er die Weide und entfernte je ein Hufeisen von ihrem 5-jährigen VS-Pferd Eric und, beim zweiten Mal, von ihrem hochklassigen VS-Pferd Arron. Die Eisen wurden mit der Zange abgezogen und die Hufe gekürzt, wobei große Teile der Hufwand entfernt wurden. In Arron's Fall wurde die Lederhaut blankgelegt, was den Huf bluten ließ. Beide Pferde benötigten Notbeschläge, Arron wird lebenslang Klebeeisen brauchen. Ein Tierarzt bestätigte, dass beiden Pferde dadurch erhebliche Schmerzen und unnötiges Leid zugefügt wurden.
„Mark sagte aus, dass er mir Schwierigkeiten machen wollte, aber das Leid, das er meinen Pferden angetan hat, war entsetzlich und widerlich. Sie vertrauten ihm, weil er ihr Schmied gewesen war", sagte Fr. Price. Sie sei bitter enttäuscht, weil die Anzeige der Polizei auf bloße Sachbeschädigung und nicht auf Tierquälerei gelautet hatte – und dass er nicht lebenslanges Berufsverbot erhalten habe.
Ein Sprecher der Schmiede-Innung sagte: „Ein dreimonatiges Berufsverbot ist recht selten und eine ernste Strafe, die das Komittee als fair erachtet, wenn man die Genesungszeit, die Rufschädigung am Gewerbe und die Reuigkeit und Geständigkeit des Hrn. Wellfair mit in Betracht zieht." Weiters wurde gesagt, dass man ein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen hätte, wenn Hr. Wellfair Gleichgültigkeit gegenüber dem von ihm verursachten Tierleid gezeigt hätte. Dieser war für keine Stellungnahme erreichbar. Unter Pferdefreunden sorgt das Urteil und die geringe Strafe für blankes Entsetzen, was wohl nicht weiter verwunderlich ist ….
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