Pferde-Drama in Irland – eine Pferdenation am Tiefpunkt
Die Wirtschafts- und Schuldenkrise hat auch dramatische Auswirkungen auf die Pferdenation Irland: Viele Iren können sich ihre Pferde nicht mehr leisten – immer mehr Vierbeiner landen auf Gnadenhöfen oder werden einfach ausgesetzt, im Winter droht ihnen der Hungertod.
Das Nachrichtenportal Spiegel-online macht in einem erschütternden Bericht auf eine besonders traurige Facette der akuten Finanzkrise Irlands aufmerksam: Zahlreiche Pferdebesitzer, die sich in den Boomjahren Pferde als Statussymbol angeschafft hatten, können sich die Haltung der Vierbeiner nicht mehr leisten – geschätzte 20.000 Pferde sind auf der krisengeschüttelten Insel überflüssig geworden, schätzen Tierschützer. Die Pferde landen im günstigsten Fall auf Gnadenhöfen oder in Tierschutzhäusern – häufig werden sie einfach irgendwo ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. „Es ist eine Schande", wird Tierschützerin Oral Aungier, zitiert: „Was hier passiert, gefährdet unseren Ruf als Pferdenation!" Nahe Dublin sind im vergangenen Jahr 14 Pferde am Hunger gestorben; es war "ein furchtbarer Anblick", so Aungier weiter. Allein ihre Organisation musste in diesem Jahr 49 Tiere erschießen oder einschläfern lassen, mehr denn je. Sie waren ausgezehrt, verletzt, krank oder sind misshandelt worden.
Irland ist seit jeher pferdeversessen – und Irlands bis vor kurzem wohlhabende Mittel- und Oberschicht hat ihren Reichtum nur allzu gern in Pferden angelegt. Nirgendwo in Europa leben pro Kopf der Bevölkerung mehr Pferde als auf der grünen Insel. Beteiligungen an teuren Rennpferden waren eine beliebte Form der Spekulation. Damit ist nun Schluss – Irland ist am harten Boden der Wirtschaftskrise angelangt. Der Pferdemarkt ist großteils zusammengebrochen – weite Teile der Bevölkerung können es sich schlicht nicht mehr leisten, ihre Pferde durchzufüttern. Sogar ein nationales Tötungsprogramm ist im Gespräch, um die Tiere „auf humane Weise", wie es heißt, zu töten und zu entsorgen. Dafür plädiert sogar eine Studie des University College Dublin (UCD). Erwogen wird auch, eine Amnestie für ll jene überforderten Pferdebesitzer zu gewähren, die eklatant gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen – beschlossen ist allerdings noch nichts.
Aus dem einstigen Pferde-Paradies Irland ist – unter dem Druck der Krise – leider ein Ort geworden, an dem ein Pferdeleben nicht mehr viel wert ist. Auf dem Smithfield in Dublin, einem traditionsreichen Pferdemarkt, werden mittlerweile Pferde gegen ein Handy eingetauscht – oder um 20 Euro pro Stück verscherbelt….
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