Pferde füttern im Winter – Tipps & Tricks
Was man in der kalten Jahreszeit füttern muss, um Mängel zu vermeiden und das Wohlbefinden und die Gesundheit des Pferdes zu fördern? Pferdplus hat recherchiert.
Neben Rasse und Alter hängt die Fütterung vom Pferdetyp ab: ein Freizeitpferd, das im Winter wenig bewegt wird, ein Oldie, der im Offenstall lebt, oder aber ein Hochleistungsportler, der im Training steht. Prinzipiell gilt: Pferde haben im Winter einen höheren Energiebedarf, weil ein Teil der mit dem Futter zugeführten Energie in Körperwärme umgewandelt wird. Je nach Leistung kann die Kraftfuttergabe um rund ein Drittel, in einigen Fällen sogar um die Hälfte erhöht werden. Bei Temperaturen unter minus 15 Grad Celsius, steigt der Energiebedarf auf bis zu 2,5 % pro Grad Celsius.
Raufutter als Basis
Heu liefert wertvolle Nährstoffe, ist wichtig für die Dickdarmfunktion und bietet dem Pferd eine sinnvolle Beschäftigung. Empfohlen wird eine tägliche Menge von ca. 1,5–2 kg/100 kg Körpermasse. Für alte Pferde mit Zahnproblemen, Heuallergiker und Pferde die unter chronischer Bronchitis leiden, empfiehlt sich der Einsatz von Heucobs. Sie sind zwar arm an Vitamin D2, aber reich an Beta-Carotin und bieten ein ideales Kalzium-Phosphor- Verhältnis. Um Schlundverstopfungen zu vermeiden, sollten sie eingeweicht verfüttert werden. Stroh kann als Zusatzfuttermittel (Kaubeschäftigung) verfüttert werden, jedoch nicht mehr als 1kg/100kg Körpermasse am Tag, da es sonst, bei wenig Bewegung, schnell zur Verstopfung führen kann. Pferde in Offenstall-Haltung sollten bezüglich ihres Futterzustands immer genau beobachtet werden – alte und rangniedrige Pferde bekommen oft, verscheucht von den eigenen Artgenossen, zuwenig Futter, was im Winter rasch zu Problemen führen kann.
Immunsystem stärken
Unweigerlich mit der kalten Jahreszeit verbunden ist der Fellwechsel, der bei manchen Pferden mit Mattigkeit und einem geschwächten Immunsystem einhergeht.
Zusatzfutter - Empfehlung: Kupfer: 7-10 mg/kg Futtertrockensubstanz – wichtig für die Pigmentierung der Haut; Zink: 50 mg/kg Futtertrockensubstanz – unterstützt Bildung und Schutz der Haut; Selen: 0,15 mg/kg Trockensubstanz – positive Wirkung auf den Stoffwechsel.
Öle
Sie haben eine unterstützende Wirkung im Fellwechsel. Wichtig dabei: Ungesättigte Öle bevorzugen – sie werden besser im Darm resorbiert. Außerdem bei der Qualität auf „kaltgepresst“ achten. Fette sind wichtig für die Speicherung von fettlöslichen Vitaminen und dienen zusätzlich auch als Wärmeschutz.
Mash
Diese Mischung basiert meist auf Weizenkleie und wird aufgequollen, 2-3mal/Woche verfüttert; am besten warm, wodurch es auch appetit- und verdauungsanregende Wirkung hat. Man kann es selber mischen oder fertig kaufen. Zum Selbermachen: 0,5 bis 1kg Weizenkleie (alternativ: Gemisch aus Haferschrot, Leinsamen und Weizenkleie) und 50g Viehsalz mit 3-4l kochendheißem Wasser übergießen und ca. 30 Minuten stehen lassen. Mindestens auf unter 40 Grad Celsius abkühlen lassen bevor man es verfüttert.
Karotten, Äpfel & Co
Enthalten wichtige Vitamine, sollten aber immer sauber, nicht gefroren (Kolikgefahr!) und max. 2kg/Tag verfüttert werden. Äpfel bestehen zu 85% Wasser. Die Pektine in der Schale wirken gegen Durchfall und Kotwasser. Karotten haben einen hohen Beta-Carotingehalt (Gesunderhaltung von Haut und Schleimhaut, positiven Einfluss auf die Sehkraft). 2kg/100 kg KM decken den Tages- Beta-Carotinbedarf. Birnen sollten nur in geringen Mengen gefüttert werden, da sie nachgären (Kolikgefahr!). Rote Beete bietet einen hohen Anteil an Vitaminen und Spurenelementen, da sie aber sehr nitrat – und nitrithaltig sein kann, nicht mehr al 2kg/Tag. Auch Orangen werden im Winter gerne dem vierbeinigen Partner gefüttert. Prinzipiell benötigen gesunde Pferde kein zusätzliches Vitamin-C, da es der Körper selbst ausreichend synthetisiert. Bei erkälteten oder stark gestressten Pferden kann man Vitamin- C in Form eines Pulvers (20 g täglich) zufüttern.
Zuckerrübenschnitzel
Die Schnitzel sind eiweiß- und phosphorarm, aber energie- und kalziumreich und gut als Kraftfutter-Ersatz einzusetzen. Allerdings sollten auch Zuckerrübenschnitzel mindestens 2 Stunden vor dem Verfüttern eingeweicht werden (pro 1kg Schnitzel fügt man 4 Liter Wasser hinzu).
Tee & Kräuter
Flüssigkeit ist gerade im Winter enorm wichtig. Tee kann man über das Kraftfutter gießen – sichtig: Tee ohne zusätzliche Aromastoffe verwenden. Kräuter helfen dabei, das Wohlbefinden des Pferdes zu steigern (Thymian kann z. B. bei Husten helfen).
Futter optimal lagern
Die richtige Lagerung des Futters ist im Winter besonders wichtig – falsch gelagertes Futter kann verderben und zum Gesundheitsrisiko für Pferde werden. Grundsätzlich empfiehlt sich eine trockene, von Wind und Regen geschützte und schadgasfreie Raumlagerung. Außen gelagertes Stroh oder Heu sollte man vor der Verfütterung einer Sinnenprüfung unterziehen. Damit die Ballen nicht durch den Boden feucht bzw. verdreckt werden, kann man sie auf Paletten stapeln. Kraftfutter wird meist in Tonnen gelagert. Diese sollten in trockener Umgebung stehen und verschließ- und belüftbar sein. Für die Aufbewahrung von Saftfutter eignen sich Kisten, in denen das Futter kühl, aber frostfrei, aufgehoben ist. Auch Flüssigkeiten sollten frostfrei gelagert werden. Selbst wenn man sein Pferdefutter für gut gelagert hält, kann es nicht schaden, die Futtermittel hin und wieder auf Verschmutzung oder Schimmel zu überprüfen.
Die komplette Geschichte finden Sie in Pferdplus 1/2011
Autor: Viola Windsteig
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