Pferdekauf – die besten Tipps
Der Kauf eines Pferdes ist eine knifflige und auch verantwortungsvolle Entscheidung. Wir haben hier einige wertvolle Tipps zusammengestellt, damit Sie beim Pferdekauf keine unangenehmen Überraschungen erleben.
Der richtige Zeitpunkt: Sie sollten sich möglichst nicht zu früh ein eigenes Pferd kaufen. Erst, wenn man im Umgang mit Pferden und auch beim Reiten so sicher ist, dass man auch ohne Hilfestellungen eines Reitlehrers oder einer anderen fachkundigen Person gut zurecht kommt, sollte man mit der Suche nach einem eigenen Pferd beginnen.
Das gilt vor allem auch für Kinder: Wenn der Umgang mit dem Pferd statt Spaß und Freude eher Stress und Angst hervorruft, verlieren sie schnell die Freude am eigenen Pferd bzw. Pony. Lieber zuerst bei einer Reitbeteiligung bzw. einem Pflegepferd Erfahrungen sammeln. Wenn das gut klappt, ist man bereit für ein eigenes Pferd.
Was will ich? Sehr wichtig ist es, sich vor dem Kauf eines Pferdes genau zu überlegen, welche Ansprüche es in Zukunft erfüllen soll. Seine Ausbildung und Anlagen sollen den sportlichen Ambitionen seines neuen Besitzers entsprechen. Es wäre schlecht, ein hochsensibles, teures Turnierpferd zu kaufen, wenn man eigentlich einen ruhigen und verlässlichen Partner für gemütliche Ausritte sucht. Eine Paarung, die oft zu Problemen führt, ist ein unerfahrener Reiter mit einem jungen, unerfahrenen Pferd. Überlassen Sie die Pferdeausbildung in diesem Fall lieber den Könnern und suchen Sie sich ein gut ausgebildetes Pferd, von dem Sie Ihrerseits noch einiges lernen können. Bleiben Sie bei der Einschätzung Ihres Könnens absolut ehrlich, denn umso genauer man weiß, was man sucht, umso größer ist die Chance, viel Freude mit seinem eigenen Pferd zu haben.
Die Kosten: Bevor man sich ein Pferd kauft, muss man sich darüber im Klaren sein, dass nicht nur die Anschaffung an sich ins Gewicht fällt, sondern auch die laufenden monatlichen Kosten zu berücksichtigen sind, die oft schon nach relativ kurzer Zeit den Kaufpreis übersteigen können. So fallen nicht nur Beträge für Einstellgebühr bzw. Einstreu und Futter an, sondern auch Kosten für tierärztliche Behandlungen oder den Hufschmied: Je nach dem, ob nur ausgeschnitten wird oder ein Spezialbeschlag notwendig ist, sind alle acht Wochen ca. 50–150 Euro dafür zu veranschlagen. Auch für weitere ungeplante Ausgaben (Ausrüstung, Zusatzfutter, Reitunterricht...) sollte ein gewisser Fixbetrag eingerechnet werden.
Wo finde ich mein Pferd? Verkaufspferde findet man am besten im Kleinanzeigenteil von Pferdefachzeitschriften oder auf einschlägigen Internetseiten. Beides bietet Pferdplus – hier geht es weiter zu unseren Kleinanzeigen. Aber auch bei Pferdehändlern oder direkt beim Züchter kann man fündig werden. Es ist anzuraten, sich schon am Telefon genauer über die Pferde zu erkundigen und sich danach zu entscheiden, welche Pferde man sich wirklich vor Ort genauer ansehen möchte.
Immer mit der Ruhe: Lassen Sie sich bei der Suche Zeit. Schnellschüsse werden leider oft zum sprichwörtlichen „Schuss in den Ofen“. Natürlich sind auch die Pferdeverkäufer geschäftstüchtig und versuchen, ihre Pferde möglichst schnell an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Aber lassen Sie sich nicht hetzen! Sollte an diesem Pferd wirklich schon ein anderer Interessent dran sein, wird sich für Sie sicher trotzdem ein passendes Pferd finden lassen!
Nicht alleine: Wenn Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben ein Pferd kaufen, ist es am Besten, sich von einer fachkundigen Person Ihres Vertrauens begleiten bzw. beraten zu lassen. Diese kann die Vor- und Nachteile eines Pferdes objektiv bewerten und auch einschätzen, ob der angesetzte Preis reell oder vielleicht ein bisschen überzogen ist.
Ausprobieren: Verbringen Sie ein wenig Zeit mit dem Pferd, das Sie sich ansehen. Streicheln Sie es, berühren Sie es an verschieden Stellen und versuchen Sie, seine Beine aufzuheben. Seien Sie dabei aber vorsichtig – nicht jedes Pferd ist wirklich so brav, wie vielleicht angekündigt.
Nutzen Sie unbedingt die Möglichkeit eines Proberittes, wenn das Pferd für Sie in Frage kommen könnte. Schließlich soll ja auch das Reitgefühl passen – auf dem einen Pferd fühlt man sich vielleicht wohler als auf einem anderen.
Wenn Sie im Reiten fremder Pferde nicht so versiert sind, ist es ebenfalls ratsam, jemanden mitzunehmen, der vor Ihnen das Pferd ausprobiert. Dadurch kann diese Person auch beurteilen, ob Sie einen Proberitt wagen können oder nicht.
Immer mit ,TÜV‘: Kaufen Sie ein Pferd nicht ohne tierärztliche Untersuchung. Je nach Preis des Pferdes kann man sich für eine Untersuchung im kleineren oder im größeren Rahmen entscheiden. Es kann zwar trotz Röntgen niemand genau in ein Pferd hinein sehen und somit auch nicht jede mögliche spätere Erkrankung ausschließen, jedoch sollte dem Pferd zumindest ein guter allgemeiner Gesundheitszustand attestiert werden. Lesen Sie dazu auch den Artikel ,Ankaufsuntersuchung beim Pferd'.
I´ll be back: Sollten Sie ein Pferd gefunden haben, das Ihnen zusagt, sollten Sie es möglichst noch einige Male besuchen und reiten, bevor Sie es kaufen. Schließlich wird ein Pferd im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Jahre alt – ein langer Zeitraum, in dem man möglichst gut harmonieren sollte, um viel Freude und Spaß in seiner Freizeit zu erleben.
Kaufabschluss: Beim Pferdekauf gilt auch ein mündliches Abkommen bzw. ein Handschlag als abgeschlossener Vertrag. Viel besser ist es jedoch, einen schriftlichen Kaufvertrag aufzusetzen und gemeinsam mit dem Verkäufer zu unterzeichnen. In Streitfällen ist dann viel leichter zu argumentieren. Formulare für Kaufverträge finden Sie hier. Lesen Sie dazu auch den Artikel ,Recht beim Pferdekauf'.
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