Pferdemedizin: Impfung gegen Fohlentod entwickelt
Forscher in den Niederlanden haben eine mögliche Impfung gegen „Rhodococcus equi“ entwickelt – einem Bakterium, das eine tödliche Form der Lungenentzündung bei Fohlen verursachen kann.
Nach einem Bericht von horsetalk.co.nz haben Forscher am Institut für Biomolekular-Wissenschaften und Biotechnologie an der Universität Groningen eine vielversprechende Entdeckung gemacht, die für viele Fohlen lebensrettend sein könnte: Das Bakterium „Rhodococcus equi“ ist einer der häufigsten Auslöser für Erkrankungen in den ersten sechs Lebensmonaten eines Fohlens – insbesondere, wenn sie wenig Widerstandskraft besitzen – bei zahlreichen Fohlen führt die Infektion zu einer Lungenentzündung (Pneumonie). Wird die Infektion zu spät diagnostiziert, kann die Krankheit nicht mehr effizient mit Antibiotika behandelt werden und führt innerhalb weniger Wochen zum Tod.
„Rhodococcus equi“ ist in trockenem und staubigem Erdboden oder Stallmist anzufinden, daher ist es meist auch schwierig, die Verbreitung des Bakteriums einzudämmen. In Ställen mit vielen Fohlen oder hoher Infektionsgefahr wäre eine Fohlenimpfung daher lebensrettend, meinten die Forscher. Zudem stellt das Bakterium auch eine Bedrohung für Menschen oder andere Tiere mit einem schwachen Immunsystem dar.
Robert van der Geize, ein Mitglied der Lubbert Dijkhuizen´s Group am Groningen Biomolecular Sciences and Biotechnology Institute, und seine Kollegen suchten nach „Angriffspunkten“ bei diesem gefährlichen Bakterium – gefunden haben sie diese in Genen, die für die Zerteilung der Steroide verantwortlich sind. Wenn dieses Gen defekt ist, kann der Zerteilungsprozess nicht stattfinden und der Krankheitserreger verliert sozusagen seine Zähne.
Die Groninger Forscher haben möglicherweise einen Erfolg bei der Entwicklung einer mutierten Version des „R. equi“ mit der nötigen Genmutation erzielt. Dieser Mutant besitzt eine schwächere Ansteckungskraft und war nicht fähig, seinen Wirt zu zerstören.
Weitere Tests ergaben, dass eine Impfung von Fohlen im Alter von zwei bis fünf Wochen mit diesem mutierten „R. equi“ zu einer Immunität vor Infektionen durch den Krankheitserreger führt – womit ein effizienter Schutz vor dieser Form der Lungenentzündung zur Verfügung stünde.
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