Pferdezucht: Revolution in der Künstlichen Besamung?

Das neue KB-Verfahren könnte die Pferdezucht revolutionieren. Archivfoto: Barbara Frisch

Wissenschaftler der Abteilung für Biosysteme der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich haben eine neuartige Form der künstlichen Befruchtung entwickelt: Beim neuen Verfahren handelt es sich um Cellulose-Kapseln, die Hengstspermien und lebende Zellen enthalten und sensibel auf den Zyklus der Stute reagieren.

Wie das Online-Portal Animal Health Online berichtete, ist das neue KB-Verfahren ursprünglich für die Rinderzucht entwickelt worden, doch könnte es auch ohne Probleme in der Pferdezucht eingesetzt werden. Und das wird wohl nicht lange auf sich warten lassen, sollte sich die Methode in der Praxis bewähren.

Die Künstliche Besamung hat sich in der Pferdezucht bestens bewährt und verzeichnet aufgrund diverser Vorteile gegenüber dem Natursprung bereits einen großen Marktanteil. Doch nicht alle künstlichen Befruchtungen haben eine hohe Erfolgsrate: Mittels Ultraschall ist die Empfängnisbereitschaft zwar annäherungsweise feststellbar, den genauen Zeitpunkt des Eisprungs können aber weder Tierhalter noch Veterinär exakt vorherbestimmen.

Bioingenieure um Professor Martin Fussegger der ETH haben dafür eine Lösung im Sinne der Zuchtoptimierung gefunden. Die Cellulose-Kapsel ist mit einem genetischen Netzwerk ausgestattet, das auf den Hormonspiegel zum Zeitpunkt des Eisprungs reagiert. Die winzigen Kapseln werden wenige Tage vorher in den Uterus der Stute eingepflanzt. Aufgrund einer chemischen Reaktion lösen sich die Kapseln zum optimalen Zeitpunkt von innen her auf – die Samenzellen werden freigesetzt und können zur befruchtungsfähigen Eizelle schwimmen. Auf diese Weise soll sich die Erfolgsrate bei der künstlichen Besamung deutlich erhöhen.

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