Pferdkauf – nie ohne Ankaufsuntersuchung!
Wer ein Pferd kauft, sollte dies niemals ohne eine aktuelle Ankaufsuntersuchung tun. Was bringt eine Ankaufsuntersuchung vor einem Pferdekauf und welche Untersuchungen werden dabei durchgeführt?
Durch die neuen Gewährleistungsfristen liegt es nicht mehr alleine im Interesse der Käufer, eine Ankaufsuntersuchung von einem Tierarzt durchführen zu lassen. Auch der seriöse Verkäufer möchte vor dem Verkauf genau wissen, ob sein Pferd auch gesund ist, denn ansonsten könnte es sich sehr rasch nach dem Verkauf wieder auf seinem Hof einfinden.
Wer zahlt?
Deshalb kommt es immer häufiger vor, dass Pferde bereits mit fertigen Gesundheitsattesten angeboten werden. Das ist natürlich ein besonderes Service und schont die Geldbörse des Käufers. Im Prinzip kann man sich darauf verlassen, dass Tierärzte jedes Pferd, das ihnen vorgestellt wird, objektiv untersuchen und beurteilen. Hat man aber das Gefühl, dass das besonders gute Attest eher auf langjähriger Freundschaft zwischen Verkäufer und Tierarzt beruht, als auf stichhaltigen Fakten, dann sollte man doch lieber noch einmal den Tierarzt seines Vertrauens hinzu ziehen.
In der Praxis werden auch oft Ankaufsuntersuchungen von Verkäufer und Käufer gemeinsam in Auftrag gegeben. Entspricht das Pferd, übernimmt der Käufer die Kosten, entspricht es nicht, fallen die Kosten dem Verkäufer zu.
Ist das nicht der Fall, muss der Kaufinteressent für die Ankaufsuntersuchung selbst aufkommen.
Groß & Klein
Je nach veranschlagtem Preis für das Pferd vereinbaren viele zukünftige Pferdebesitzer eine „kleine“ bzw. „große“ Ankaufsuntersuchung mit dem Tierarzt. Die „Kleine“ umfasst die klinische Untersuchung. Der Allgemeinzustand des Pferdes, das äußere Erscheinungsbild, Haut, Haarkleid, Zähne etc. werden kontrolliert. Auch der Puls und die Atmung werden in Ruhe und auch nach einer Bewegungsphase überprüft.
Danach wird der Bewegungsapparat betrachtet und abgetastet und das Pferd im Schritt und im Trab vorgeführt, um das Gangbild zu überprüfen. Auch in der Wendung an der Longe wird das Pferd beobachtet. Dann werden an allen vier Beinen sogenannte Beuge- bzw. Provokationsproben vorgenommen, um die Belastbarkeit der Extremitäten zu testen bzw. Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen ziehen zu können.
Die große Ankaufsuntersuchung inkludiert außerdem noch zehn Röntgenaufnahmen von den wichtigsten Gelenken der Vorder- und Hinterbeine. Dadurch werden die Kosten auch deutlich erhöht. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass auf einem Röntgen möglicherweise schon Anlagen für eine spätere Erkrankung erkannt werden könnten, die sich klinisch zum Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht auswirken.
Abklärung
Wichtig ist, dass mit dem Veterinär im Vorfeld abgeklärt wird, was gemacht werden soll. Dafür gibt es auch einen standardisiertes Untersuchungsprotokoll vom VÖP (Vereinigung österreichischer Pferdetierärzte), das von vielen Tierärzten für Ankaufsuntersuchungen herangezogen wird. Sollte sich im Verlauf der Untersuchung dann doch etwas ergeben, das einer weiteren Abklärung bedarf, kann man dazu immer noch seine Zustimmung geben. Wichtig ist allerdings, dass der Kaufinteressent bei dieser Untersuchung anwesend ist. So kann er sich bereits ein Bild von dem Pferd in einer ungewohnten Situation machen und jederzeit zu Entscheidungen über den Untersuchungsfortgang herangezogen werden. Das Ergebnis einer solchen Ankaufsuntersuchung sollte dann auch unbedingt in die Kaufentscheidung miteinbezogen werden.
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