Queen-Enkelin Zara Phillips reitet bei Olympia

Zara Phillips darf sich über ihren Platz im britischen VS-Team freuen. Archivfoto: Julia Rau

Die Bekanntgabe des britischen Vielseitigkeits-Teams für die Olympischen Spiele in London hat für manche Überraschung gesorgt: Die Enkelin von Queen Elizabeth II, Zara Phillips, hat es in den Kader geschafft – dafür nicht Nicola Wilson, die in den letzten Jahren eine verlässliche Stütze des britischen VS-Teams war.

Die Bekanntgabe des britischen Vielseitigkeitsteams wurde bereits mit Spannung erwartet – denn die Startplätze sind in der Hochburg des Military-Sports heiß begehrt und wild umkämpft. Folgende fünf ReiterInnen haben den Sprung in das Olympia-Team von Großbritannien geschafft:
    •    Tina Cook mit Miners Frolic
    •    William Fox-Pitt mit Lionheart
    •    Piggy French mit Jakata or DHI Topper W
    •    Mary King mit Imperial Cavalier
    •    Zara Phillips mit High Kingdom

Für eine Überraschung sorgte nicht nur der Beritt von William Fox-Pitt – für nicht wenige Beobachter wäre nicht Lionheart die erste Wahl gewesen, sondern Parklane Hawk, mit dem Fox-Pitt im Vorjahr Burghley und Ende April 2011 die Vier-Sterne-Vielseitigkeit in Kentucky/USA gewonnen hatte.

Eine weitere Überraschung war die Nominierung von Zara Phillips (die nach ihrer Hochzeit eigentlich Zara Tindall heißt, doch dieser Name hat sich in Großbritannien noch nicht durchgesetzt). Die Enkelin der Queen und Tochter von Prinzessin Anne war 2005 in Blenheim Einzel-Europameisterin, 2006 in Aachen Einzel-Weltmeisterin und Mannschafts-Silbermedaillengewinnerin und holte 2007 EM-Gold mit dem britischen Team in Pratoni del Vivaro. Für ihre Nominierung gab wohl letztendlich die starke Vorstellung von Zara Phillips mit High Kingdom bei den Bramham Horse Trials (7.–10. Juni) den Ausschlag, wo die 31-jährige im CIC3*-Bewerb den dritten Platz holte.

Enttäuschung bei Nicola Wilson

Ebendort hat wohl die routinierte Nicola Wilson mit Opposition Buzz ihre Nominierungs-Chancen verspielt – sie kam im gleichen Bewerb nur auf Rang 11, was bei ihren zahlreichen britischen Fans und natürlich auch bei der Reiterin selbst für große Enttäuschung sorgte. „Ich bin natürlich traurig und frustriert, vor allem, weil uns in Bramham eine erstklassige Dressur gelungen ist, aber zwei Abwürfe im Springen haben wohl alle unsere Chancen zunichte gemacht“, meinte sie gegenüber der Tageszeitung ,The Telegraph‘. Nicola Wilson hat mit Opposition Buzz bereits mehrfach ihren Wert für die britische Vielseitigkeitsmannschaft unter Beweis gestellt – sie holte Team-Gold bei der EM 2009 in Fontainebleau, Team-Gold bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky und Team-Bronze bei der EM 2011 in Luhmühlen. Nicola Wilson war mit ihrem routinierten Buzz in den letzten Jahren eine verläßliche Teamreiterin und hat nicht selten eine bessere Einzelplatzierung vergeben, weil sie kein Risiko eingehen und ein sicheres Mannschafts-Resultat ins Ziel bringen wollte – ein Umstand, der ihr in der Szene enorme Sympathien eingebracht hatte. Wilson weiter: „Aber so ist es nun mal, ich kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Buzz ist ein fantastisches Pferd und hat viele meiner Träume wahr gemacht. Die Auswahlkommission hat in der Vergangenheit immer einen tollen Job gemacht und hat auch diese Entscheidung basierend auf ihren Erfahrungen und auf den Informationen, die zur Verfügung standen, getroffen.“

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