Reitschultest: Gut für Reitstall Harbach in Kärnten
Am Rande der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt ist mit der Reitanlage der Familie Wrumnig in Harbach ein insbesondere im Springsport, aber auch im Bereich Behindertenreiten engagierter Reitbetrieb beheimatet, der auch Schulunterricht offeriert.
Der Reitstall Harbach ist Dank seiner städtischen Lage und einer guten Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel mit dem Bus durchaus angenehm zu erreichen. Ein ausgesprochen gepflegtes, gut bewirtetes Reiterstüberl mit einer großzügigen Terrasse sowie einem eigenen Kinderspielplatz bietet in den Sommermonaten Gelegenheit, Wartezeiten angenehm zu überbrücken oder sich nach einer anstrengenden Unterrichtseinheit eine gemütliche Verschnaufpause zu gönnen. Ein großes Plus konnten wir bei der Ausstattung vermerken – neben dem sauberen Stall, der modernen Reithalle und den Außenanlagen, gibt es Waschmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich, ein Solarium und, zu unserem Erstaunen, ein Laufband für Pferde.
Die negativen Erlebnisse einer der vier Testreiterinnen haben das Gesamtergebnis deutlich gedrückt. Dennoch muss dieses Hoppala ebenso in der Bewertung berücksichtigt werden, wie positive Erlebnisse anderer Testreiter. Insgesamt haben wir durch die Bewertungen den Eindruck gewonnen, dass Unterricht und Infrastruktur insbesondere für Reitanfänger, aber auch ambitionierte Nachwuchsspringreiter viel Potential bieten. Trotzdem hätten wir uns gewünscht, dass die Unterrichtenden ein wenig mehr Zeit in fachliche Erklärungen aber auch persönliche Gespräche mit potentiellen neuen Reitschülern investiert hätten. Dieser ‚persönliche Touch’ hat unseren Testern leider durchwegs gefehlt.
Bei der Auswertung unserer Fragebögen ergab sich eine Gesamtbewertung von 2,2 und damit ein Gut für den Reitstall Wrumnig.
Den vollständigen Test finden Sie in Pferdplus 01/2011.
Die Bewertung im Detail:
Infrastruktur: Sehr Gut
Service & Beratung: Befriedigend
Schulpferde: Gut
Ausbildungspersonal: Gut
Unterricht: Befriedigend
Was uns am Reitstall Harbach gut und weniger gut gefallen hat:
Plus
+ Sehr gute Infrastruktur
+ Gepflegte, saubere Ausrüstung
+ qualifiziertes Unterrichtspersonal
+ gut ausgebildete Schulpferde
+ angemessenes Preisniveau
Minus
– Unterrichtsgruppen zu groß
– daher zu wenig effektiver und engagierter Gruppenunterricht
Stellungnahme des Reitstalls Harbach:
Sie schreiben von „Wartezeiten von bis zu 14 Tagen für den nächsten Termin“ und übersehen, dass diese daher rühren, dass zum einen – bedingt durch Reitblöcke und fixe Kurse – wir sehr viele zufriedene Schüler mit fixen wöchentlichen Kurszeiten haben. Zum Zweiten werden unsere Schulpferde bei uns nicht ausgebeutet. Deshalb sollte es eigentlich verständlich sein – und auf unsere Qualität als Reitschule hinweisen, dass 14-tägige Wartezeiten für neue Reitschüler der Fall sind.
Das von Ihnen als „recht müde“ bezeichnete Schulpferd hätte als solches – und hier dürfen wir uns auf den sauberen Journalismus berufen, für den Ihr Magazin angeblich einsteht – nicht bezeichnet werden dürfen. Es ist nämlich schlicht so, dass gerade dieses Schuli extrem brav, gutmütig und ruhig und deshalb gerade bei den kleinsten Reitschülern sehr beliebt ist. Daher rührt auch die, von Ihnen als negativ angeführte, Zäumung mit einer Drei-Ring-Trense. Reiter, die zumindest ein bisschen Ahnung von der Materie Pferd haben, hätten hier schnell erkannt, dass die Zäumung deshalb auf diesem Pferd zu finden ist, weil die kleinsten Reitschüler (im Alter von ca. 8 Jahren) so schlicht besser in der Lage sind, das Pferd zu „lenken“ (was an der mangelnden Kraft von kleinen Kindern liegt).
Sehr betroffen sind wir übrigens von der Aussage, dass Ihre, wie Sie schreiben, „turniererprobte“ Testreiterin eines unserer Schulpferde nicht angaloppieren konnte. Wie kann das sein, fragen wir uns? Wir alle sind im Turniersport zugegen und jeder der Turniere reitet, muss unserer Meinung nach in der Lage sein, jedes Pferd – zumindest – angaloppieren zu können. Wir zweifeln sehr am Können Ihrer Testreiterin und möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie Ihre Testreiter bezüglich deren Können überprüfen sollten, bevor Sie sie in Reitschulen schicken.
Wir haben uns übrigens mit einem Kärntner Reitbetrieb in Verbindung gesetzt, der bereits im Mai von Ihnen getestet wurde – komischerweise wurde auch dort, seitens der Besitzer, von einer Testreiterin berichtet, die nicht in der Lage war, ein Schulpferd ordnungsgemäß anzugaloppieren. Auch hier müssen wir uns wieder fragen: Wie kann das sein? Kann Ihre Testreiterin vielleicht doch nicht so gut reiten, wie sie selbst es scheinbar angibt bzw. Sie es annehmen?
Übrigens: Die gleiche Testreiterin, die das Schulpferd nicht angaloppieren konnte, gab auch an, „dass ihre Stunden scheinbar völlig >verschwitzt< wurden“. Würden Sie, und hier kommt ein weiteres Mal der saubere Journalismus ins Spiel, einen solchen betreiben, sollte irgendwie belegt werden können, dass dies tatsächlich unsere Schuld gewesen ist. Wir glauben nämlich vielmehr, dass es Ihre Testreiterin war, die sich den Termin schlichtweg selbst falsch notiert hatte. So gehen Sie einfach davon aus, dass der Fehler unserer war – und dies ist keineswegs in Ordnung.
Noch kurz zu einem Punkt, der von Ihnen als Minus angeführt wurde: „Fehlende Möglichkeit, als Begleiter den Unterricht in der Halle akustisch mitzuverfolgen“. Wie Sie selbst geschrieben haben, haben wir unsere Halle erst vor zwei Jahren gebaut. Sie können sich denken, dass der Bau einer Halle einiges an Geld kostet, vor allem dann, wenn Sie so schön ist, wie die unsere. Vielleicht können Sie sich dann auch vorstellen, warum wir keine Tribüne gebaut haben? Richtig! Das wäre zu teuer geworden! Dafür sind aber auch in das beheizte Reiterstüberl Fenster eingebaut worden und es besteht ebenfalls die Möglichkeit für Zuseher, den Unterricht von direkt vor der Halle aus mitzuverfolgen (auch akustisch).
Abschließend wollen wir festhalten, dass wir bemüht sind die angeführten Kritikpunkte, soweit es möglich ist, zu verbessern.
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